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Ob Dieter Thomas Kuhn, Eisbrecher oder Kettcar – jedes der drei Burg-Konzerte verspricht in dieser Woche viel Vergnügen.

EsslingenDrei Abende lang geht es in dieser Woche auf der Esslinger Burg rund: Dieter Thomas Kuhn (DTK) sowie die Bands Eisbrecher und Kettcar wollen ihren Fans einheizen. Jedes der drei Burg-Konzerte verspricht viel Vergnügen. Vor allem einer ist beim Publikum heiß begehrt: Schlager-König Dieter Thomas Kuhn, der sich von seinen Fans als „singende Föhnwelle“ feiern lässt. Obwohl „DTK“ in der Sommerzeit gleich mehrfach auf Open-Air-Bühnen in der Region live zu erleben ist, sind seine Konzerte meist ausverkauft. So war das auch in Esslingen, wo schon kurz vor Vorverkaufsbeginn an den Kassen gar nichts mehr ging.

DTK auf der Burg 2017:

Doch zunächst steuert am Donnerstag, 18. Juli, um 19.30 Uhr erst mal ein Stahlkoloss die Esslinger Burg an: die Rock-Band Eisbrecher, die sich als „Bollwerk gegen die gepflegte Ohrenzukleisterei“ versteht. Für die einen ist es „elektronischer Trip-Rock“, was die Jungs zu Gehör bringen, andere sprechen von „Neuer Deutscher Härte“. Leadsänger Alexx Wesselsky, zusammen mit dem Gitarristen und Keyboarder Noel Pix auf dem Eisbrecher ein Mann der ersten Stunde, spricht lieber von „deutschsprachiger Rockmusik mit Elektro-Elementen“ oder „Deutsch-Rock der speziellen Art“. Doch solche Einordnungen spielen keine Rolle mehr, wenn der Eisbrecher auf der Bühne in See sticht. Dann lässt es die Band einfach krachen.Mit der Gruppe Megaherz hatten Wesselsky und Pix bereits einige Erfolge gefeiert, als sie 2003 an Bord ihres Eisbrechers gingen. „Am Anfang war das Eis“, erinnern sich die beiden. „Als wir erkannten, dass es weit und breit um uns herum die Musik nicht gab, die wir im Jetzt und Hier hören wollten, beschlossen wir, sie selbst zu machen.“ Mittlerweile ist Eisbrecher zu einem Markenzeichen geworden, denn die Band folgt ihrem ganz eigenen Stil. Neben Wesselsky und Pix gehören Jürgen Plangger (Gitarre), Achim Färber (Schlagzeug) und Rupert Keplinger (E-Bass und Gitarre) zur aktuellen Crew. Die Band setzt nach eigenem Bekunden auf „tief gefühlte und gut gekühlte musikalische Leidenschaft“ und „eine eigene, offene, freche Art von Rockmusik mit eigenen, modernen Texten von knallharter Direktheit, brutaler Ironie und schrägem, undiskretem Charme“. Denn Alexx Wesselsky ist überzeugt: „Es gibt nichts Schlimmeres als öde, leere Langeweile. Wir sind keine Chansonniers. Wenn du harte Musik machst, dann darfst du auch den Finger in die Wunde legen. Das muss nicht immer gleich böse sein. Das kann auch mit einem Augenzwinkern sein.“

Wo die Jungs von Eisbrecher die harten Töne anschlagen, bringt Dieter Thomas Kuhn seine Fans am Samstag, 20. Juli, ab 20 Uhr im Rhythmus der Freude zum Jubeln. Seit Mitte der 90er-Jahre huldigt er mit seiner stetig wachsenden Fan-Gemeinde selbstironisch dem deutschen Schlager. Was anfangs eher ein regionales Phänomen in der Tübinger Gegend war, füllt inzwischen bundesweit die größten Hallen und Open-Air-Arenen. Nach einem Konzert von DTK auf der Berliner Waldbühne schwärmte ein Kritiker: „Fast 15000 Fans machten aus dem ehrwürdigen Veranstaltungsort ein Sonnenblumenmeer in unbeschreiblich schöner Happening-Atmosphäre. Kuhn-Fans und die nirgendwo anders anzutreffende friedvolle Atmosphäre bei den Kuhn-Konzerten sind immer wieder eine wissenschaftliche Abhandlung wert. Wir sind gespannt, wer als erster eine tiefenpsychologische Arbeit darüber verfasst. Welche Band hat schon unzählige Fans, die 100 und mehr Konzerte besucht und noch längst nicht genug haben?“

Auf der Esslinger Burg ließen sich vermutlich ähnlich viele Eintrittskarten verkaufen, doch dort ist längst nicht so viel Platz wie auf der Berliner Waldbühne. Der Stimmung wird das jedoch keinerlei Abbruch tun. Weil keiner die alten Schlager-Hits wie „Sag‘ mir Quando, sag mir wann“, „Griechischer Wein“, „Über den Wolken“, „Hey! Amigo Charly Brown“ oder „Tanze Samba mit mir“ mit so viel Schmiss zum Klingen bringt wie Dieter Thomas Kuhn.

Zu guter Letzt packen Marcus Wiebusch und seine Mannen am Sonntag, 21. Juli, ab 19.30 Uhr auf der Esslinger Burg ihr Kettcar aus. „Unser Ziel war schon immer, die Leute zu berühren, ohne ihren Intellekt zu beleidigen“, sagt Frontmann Wiebusch, der zusammen mit seinem Sänger- und Gitarristen-Kollegen Erik Langer, dem Keyboarder und Sänger Reimer Bustorff und dem Schlagzeuger Christian Hake zur aktuellen Besetzung von Kettcar gehört. 2001 war die Band an den Start gegangen und hatte sich rasch einen Namen gemacht. Und viele haben es bedauert, als Wiebusch & Co. 2013 eine kreative Pause einlegten.

Doch vor zwei Jahren war Kettcar plötzlich wieder da, und die Band ist sofort durchgestartet – mit noch prägnanteren Songs als zuvor. „Wir machen politischere Songs“, hat Marcus Wiebusch erklärt. „Und die müssen immer sehr reflektiert daherkommen, wenn man nicht wie der letzte Vollidiot klingen will.“ Kettcar zeigt klare Kante und scheut sich nicht, den Finger in die Wunder der Gegenwart zu legen. Was der Band gegen den Strich geht, wird auf den Punkt gebracht, wobei Kettcar im Privaten gerne auch mal das Politische sucht. Denn die vier Musiker beseelt der Wunsch, „zu zeigen, dass es eine solidarische Gesellschaft gibt, für die es sich lohnt, sich einzusetzen und sie zu verteidigen gegen rechtsgerichtete Kräfte, das ist damals und heute gleich“.

Im Überblick

Donnerstag, 18. Juli, um 19.30 Uhr: Eisbrecher

Samstag, 20. Juli, ab 20 Uhr: Dieter Thomas Kuhn

Sonntag, 21. Juli, ab 19.30 Uhr: Kettcar

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