Corona hin – Reisewarnung her. Der Kreis Esslingen macht Ferien und schwitzt. Claudia Bitzer nimmt eine heiße, eher träge Woche in den Rückspiegel.
Esslingen - Heiß, heißer, Esslingen. Wer Anfang der Woche nicht in den Urlaub oder den heimischen Gewölbekeller geflüchtet ist, war schwer am Dampfen. Wasser! Das hat nicht nur vielen Möchtegern-Freibadgängern gefehlt, die in keiner Schicht mehr untertauchen konnten. Auch die Landwirte klagen heuer wieder über trockene Felder und Äcker. Und die Filderbauern beten um mehr Regen, dass die Kohlköpfe noch ordentlich an Gewicht zulegen.
Nass wollen es auch die Baumeister der besonderen Art haben: Die Biber sind zurück im Kreis. Was wir in dieser Woche für die Körsch vermeldet haben, haben die Anrainer am Plochinger Bruckenwasen schon länger bemerkt. Dass der Poller zwischen Rüdern und Uhlbach mittlerweile zum dritten Mal in die Knie gegangen ist, geht allerdings nicht auf das Konto der tierischen Nager, sondern wieder einmal auf das der Autofahrer. Dennoch kann man nur hoffen, dass die versenkbaren Knubbel noch etwas standfester werden, bis Esslingen in der Ritterstraße den Parksuchverkehr auspollern will. Sonst käme ein Security-Dienst für die neue Fußgängerzone auf Dauer billiger.
Die Kommunalpolitik macht jedenfalls Pause. In der Kreisstadt hat nur die CDU mit ihrem Stallwächterfest ihr Fähnchen hochgehalten. Selbstverständlich unter Wahrung der Hygieneregeln – dem Vernehmen nach haben Markus Grübel und Tim Hauser ordentlich Abstand gehalten. Die SPD hat indessen noch schnell in die Tasten gegriffen und die Radler zum Schritt-Tempo in Fußgängerzonen angehalten. Hoffentlich sind die nicht schon alle in den Urlaub gestrampelt. Manch einer hat sich in diesen Tagen auch ganz verabschiedet. So haben die Gastgeberinnen der Oberesslinger „Rosenau“ nach fast 100-jähriger Geschichte alle Hotelzimmer geräumt. Angesichts einer neuen Bettenburg, aber immer weniger Firmen mit Geschäftskunden in der Nachbarschaft eine traurige, aber nachvollziehbare Entscheidung. Das Wort zum Sonntag gehört deshalb dem großen Hannes Wader: „So vergeht Jahr um Jahr/Und es ist mir längst klar/Dass nichts bleibt/Dass nichts bleibt, wie es war.“