Kommissar Moritz Eisner und Friedl Jantscher untersuchen im Beiseins des Werksleiters einen Knochen. Foto: dpa/Helga Rader

Das Tatort-Team aus Wien war auf Reisen und ermittelte in Kärnten. War das Anschauen einen Sonntagabend wert?

Stuttgart - Was taugt „Baum fällt“? Der neue „Tatort“ aus Österreich im Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Von Hubert Tribusser (Christoph von Friedl) ist nurmehr das künstliche Schultergelenk aus Titan übrig; seine Leiche ging im Brennofen seines Sägewerks in Flammen auf. Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) ermitteln in Kärnten, haken brav und geduldig alle Verdächtigen ab und finden pünktlich nach 90 Minuten heraus: Die Forstbesitzerin Maria Granitzer (Ulli Maier) erschlug Tribusser, um ihre Tochter Valli (Verena Altenberger) zu schützen.

Zahl der Leichen Eine

Die Stimmung des Films Mürrisch. Moritz Eisner ist ohnehin nie ein Sonnenschein, aber weil er aufs Land nach Kärnten geschickt­ wird­­, ist er schier unerträglich. Als er den Gastwirt anfährt, platzt Bibi der Kragen. „Bibi, das ist ein Arschloch“, wehrt sich Eisner. Fellner kontert: „Aber sicher kocht das Arschloch gut und ich hab’ Hunger!“

Der Philosoph des Films Man kennt ihn aus Venedig. Karl Fischer ermittelt dort als Sergente Lorenzo Vianello an der Seite von „ARD“-Kommissar Brunetti. Im „Tatort“ gibt er den Dorfpolizisten Alois Feining, der der Karriere als Mordermittler entsagte, um am Fuße des Großglockners Ruhe und Liebe zu finden. Dies unterstreicht er durch selbstgezimmerte vorgeblich buddhistisch Weisheiten, etwa­: „Das Leben birgt viele Umwege, die Kunst besteht darin, sich an der Landschaft zu freuen.“ Der Star des Films Eindeutig die Landschaft. Als wär’s ein Stück von Rosamunde Pilcher wird die Bergwelt in Szene gesetzt. Die Kärntner Tourismuswerber dürfen sich freuen.

Der Hörschaden des Films: Eisner und Feining singen gemeinsam den Stones-Song: „You can’t always get what you want.“ Ein akustisches Verbrechen.

Unser Fazit Der „Tatort“ war gut geeignet für einen anspruchslosen Sonntagabend. Die üblichen Plänkeleien zwischen Eisner und Fellner peppen den Film auf, ansonsten plätscherte er vor sich hin. Die vorhersehbaren Suche nach dem Täter wiegte einen sanft in den Schlaf.

Spannung Note 5; Logik Note 3

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