Sanfter Riese: Ein Walhai kann bis zu zehn Meter lang werden und ernährt sich ausschließlich von Plankton. Foto: SMNS/D. Hagmann - SMNS/D. Hagmann

Die Tiefen der Ozeane stehen im Mittelpunkt der großen Sonderausstellung im Schloss Rosenstein in Stuttgart, die bis zum 14. Juni 2020 zu sehen ist.

StuttgartOzeane nehmen zwei Drittel der Erdoberfläche ein und machen die Erde – vom All aus betrachtet – zu einem blauen Planeten. In der dritten Dimension ist das Meer nicht weniger riesig: Die höchsten Berge der Erde ließen sich in den tiefsten Gräben des Pazifiks ohne weiteres komplett versenken. Riesig sind auch viele der Organismen, die diesen scheinbar unermesslichen Raum im Wasser bevölkern. Viele Gründe also, sich die Sache in großen Sonderausstellung „RIESIG im Meer“ im Schloss Rosenstein in Stuttgart mal genauer anzuschauen.

Die große Säulenhalle im Schloss Rosenstein wird dabei zum Meer, in dem Besucher in die geheimnisvolle Welt unter Wasser eintauchen könne – ohne nasse Füße bekommen. Seiwal und Pottwal, Walhai und Weißer Hai – der für die Sonderausstellung völlig neu gestaltete zentrale Meeressaal ist ein Raum der Superlative. Rekordhalter unter den Riesen der Meere sind die Wale. Wer den 13 Meter langen Seiwal kann auf der einen Seite seine makellose stromlinienförmige Eleganz bewundern und erhält auf der anderen Seite Einblicke in sein komplexes Innenleben. Ebenfalls im freien Wasser unterwegs sind zwei große Haie: der riesige Walhai, der als größter Fisch wie der Seiwal von Plankton lebt, während der selten gewordene Weißhai große Tiere erbeutet.

Nicht weniger imposant ist das erstmals gezeigte Skelett eines Pottwals, des größten aller Zahnwale. Auf dem Boden der Tiefsee bilden sich auf solchen abgesunkenen Meeresriesen Oasen des Lebens. Überhaupt die Tiefsee – sie ist der größte Lebensraum der Erde und einer der extremsten. Im ewigen Dunkel sind äußerst merkwürdige Organismen unterwegs, legendär vor allem die mythenbehafteten Riesenkalmare. Riesig kann aber auch aus ganz Klein bestehen: Krillkrebse oder Fische können sich zu großen Schwärmen zusammenschließen. Winzige Korallenpolypen bilden ausgedehnte Riffe und damit die artenreichsten Lebensräume unter Wasser. Weniger bunt, aber kaum weniger komplex sind von Riesentangen gebildete Tangwälder. Dort holt einen aber auch die Zivilisation ein – gewaltige Müllstrudel beeinträchtigen die marinen Ökosysteme massiv. Weit weg von solchen modernen Problemen widmet sich ein Teil der Sonderausstellung auch der Vergangenheit: Unter anderem ist ein auf 190 Millionen Jahre alter Fischsaurier in sensationeller dreidimensionaler Erhaltung und das gewaltige Gebiss des Urzeit-Hais Megalodon, der bis zu 20 Meter lang werden konnte und der Schrecken der Weltmeere der Urzeit war, ausgestellt.

Die Sonderausstellung „RIESIG im Meer“ im Schloss Rosenstein ist bis zum 14. Juni 2020 zu sehen. Geöffnet Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitags von 9 bis 17 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Montags ist zu. Der Eintritt kostet 8/4 Euro. Eine Familienkarte ist für 18 Euro zu haben. Kinder bis zum 7. Geburtstag sind frei. red

www.naturkundemuseum-bw.de

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