Hinten von links: Philip Toth, Jonas Friedrich, Marvin Thumm, Michael Kutschbach, Rene Gunesch, Benjamin Hahnloser, Marcel Planitz. Mitte von links: Diego Dengler, Marie Wack, Max Koschmieder (Physiotherapeuten), Simon Kosak, Samuel Stoll, Patrick Bauer, Marcel Rieger, Oliver Wiltschko, Veit Wager, Jannick Lorenz. Vorne von links: Patrick Renner-Slis, Marco Kugler, Ricardo Petruzzi, Sebastian Dunz, Sebastian Lorenz, Johannes Rebmann, Florian Rebmann. Es fehlt Spielleiter Tobias Schmieder. Foto: TSV Wolfschlugen - TSV Wolfschlugen

Die Handballer des TSV Wolfschlugen gehören in der bevorstehenden neuen Saison zu den Meisterschaftsfavoriten.

Kreis EsslingenDas wird eine ganz spannende Runde und ein Hauen und Stechen an jedem Spieltag“, sagt Veit Wager, der Trainer des TSV Wolfschlugen vor dem Start der Handball-Runde der Württembergliga. „Es kribbelt schon seit Wochen“, erklärt Olaf Steinke vom TSV Deizisau. Die von nicht allen geliebte Strukturreform des Handball-Verbandes Württemberg (HVW) hat ihren Anteil daran, denn die Plätze zwei bis sieben (im günstigesten Fall sogar acht) bedeuten die Qualifikation für die eingleisige Württembergliga ab der Saison 2020/2021 – und jeder will dabei sein. Fast jeder. Die Wolfschlugener möchten noch ein bisschen mehr, und die Konkurrenz traut dem Zweiten der vergangenen Saison die Meisterschaft und den Sprung in die Baden-Württemberg Oberliga auch zu. Die Teams unter dem Platz-Sieben-Strich sind später in der neu geschaffenen Verbandsliga dabei – mit Ausnahme von zwei Mannschaften, die runter in die Landesliga müssen.

TSV Wolfschlugen

Die Sache mit Platz sieben: Ein Rang unter den ersten Sieben ist für die Wolfschlugener das Minimalziel. Mit der Abstiegsregelung hat sich Coach Wager jedenfalls gar nicht beschäftigt. „Wir wollen besser abschneiden als in der vergangenen Runde – was das bedeutet, ist klar, aber es ist schwer zu planen“, sagt Wager, nimmt die Favoritenrolle an, weist aber natürlich darauf hin, dass für das Erreichen der Meisterschaft sehr viel passen muss. „Bei dieser starken und ausgeglichenen Liga wird das sehr schwer, da bist du jede Woche gefordert“, sagt der Trainer und nennt den TSV Heiningen und die SG Lauterstein als besonders starke Konkurrenten.

Der Kader: Der Blick auf die Zu- und Abgänge zeigt: Der Vizemeister der vergangenen Saison hat sich nochmal verstärkt: Rückkehrer Marcel Rieger, Torhüter Sebastian Dunz vom TV Plochingen und die beiden bisherigen Deizisauer Simon Kosak und Marco Kugler sorgen für mehr Breite in der Spitze des Kaders. „Das haben wir so gewollt, die Ausgeglichenheit ist schon exzellent“, sagt Wager, der lediglich die Linksaußenposition mit Jonas Friedrich nur einfach besetzt sieht. Besonderes Augenmerk dürfte auf Kreisläufer Kosak (Wager: „Ein Typ, der sich immer reinhaut“) und Rieger liegen. „Marcel hat sich bei seinen vergangenen Stationen in Plochingen und Horkheim unheimlich gut entwickelt, er ist ein echter Leadertyp auf dem Feld“, sagt Wager.

Der Trainer: Der Unterensinger Wager bezeichnet Wolfschlugen als seine „handballerische Wahlheimat“. Nachdem er früher drei Jahre lang Coach des Frauenteams war, ist der Kontakt nie abgerissen, vor allem nicht zu seinem jetzigen Assistenten Jannik Lorenz. Die Männer trainiert Wager nun in der zweiten Saison.

Die Derbys: „Ich würde die alle nicht unterschätzen“, hat Wager Respekt vor und Sympathie für die Konkurrenten aus dem EZ-Land. Zu allen Teams gibt es persönliche Verbindungen: Bei Hegensberg/Liebersbronn ist neben zwei ehemaligen Spielern auch der frühere Wolfschlugener Coach Sinisa Mitranic (neuerdings) tätig, in Dezisau war Wager selbst (kurz) beschäftigt, in Ostfildern gehört Matthias Dunz, der Bruder des neuen Wolfschlugener Torhüters, zum Trainerteam – um nur einige zu nennen.

TSV Deizisau

Die Sache mit Platz sieben: Für Trainer Olaf Steinke ist die Sache schnell umrissen: „Es ist das Ziel und wir sollten auch in der Lage sein, uns für die eingleisige Württembergliga zu qualifizieren, die Meisterschaft ist für unser junges und neues Team in weiter Ferne.“ In der zweiten Saison nach dem Abstieg aus der Baden-Württemberg Oberliga gab es erneut einen Umbruch, dennoch sagt der Coach: „Wir sind auf einem guten Weg, das ist mehr als wir vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt sagen konnten.“

Der Kader: Sowohl bei den Zu- als auch bei den Abgängen gibt es einige prominente Namen. „Wir haben tolle Leute dazubekommen und haben tolle Leute verloren“, sagt Steinke. Und: „Wir sind ein anderes Team als wir es in der vergangenen Saison waren und müssen eine andere Spielweise an den Tag legen.“ Vor allem durch die Veränderung am Kreis ist das bedingt: Simon Kosak (TSV Wolfschlugen) ging, Daniel Rauch (SV Fellbach) und Nils Kühl (während der vergangenen Saison vom TV Plochingen) bilden das neue Duo. Auch die Abgänge von Patrick Kleefeld (TSV Heiningen), Marco Kugler (ebenfalls Wolfschlugen), Silvan Kenner (SKV Unterensingen) und Jonas Reinold (HSG Ostfildern) schmerzen. Eine interessante Personalie ist die von Rückkehrer Lukas Lohmann, der zuletzt für das Team Esslingen in der Landes- und den TSV Neuhausen in der 3. Liga spielte – das allerdings nicht allzu viel. „Er ist ein junger, sehr, sehr ehrgeiziger, toller Spieler“, sagt Steinke, schränkt jedoch ein: „Er hat Spieldefizite. Er wird uns Schritt für Schritt weiterbringen, ich werde ihn nicht in eine Rolle drängen, die ihn unter Druck setzt.“ Lukas Brunngräber, der auch aus Wolfschlugen kam, fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus.

Der Trainer: Steinke hat die Mannschaft in der schwierigen Situation nach dem Abstieg übernommen, bereits nach wenigen Monaten wurde sein Vertrag verlängert – es scheint also zu passen. „Es war mir klar, dass das Projekt Deizisau nicht in einem Jahr erledigt ist“, sagt der Coach und ergänzt: „Ich fühle mich wohl, werde gut unterstützt. Wir sind im Fluss.“

Die Derbys: Beim Handball treffen Menschen aufeinander und deshalb hat laut Steinke „jedes Derby etwas Besonderes“. Er selbst freut sich vor allem auf Begegnungen, „bei denen ich meine ehemaligen Spieler treffe“. Das wird etwa gegen Wolfschlugen, Heiningen oder Ostfildern der Fall sein. Bei letzterem Gegner kommt dazu, dass sich der Deizisauer Coach auf einige Kollegen sehr freut: „Ostfilderns Frank Ziehfreund etwa kenne ich schon sehr lange.“

HSG Ostfildern

Die Sache mit Platz sieben: Bei der HSG zeigt sich besonders deutlich, in welche Zwickmühle die Qualifikationssaison eine Mannschaft bringen kann. „In jeder anderen Konstellation würden wir sagen: Wir haben nach dem Aufstieg gut den Klassenverbleib geschafft, jetzt wollen wir uns konsolidieren und einen guten Mittelfeldplatz schaffen“, sagt Trainer Frank Ziehfreund. „Wenn ich jetzt aber sage, wir wollen Achter oder Neunter werden, wäre das Banane. Natürlich wollen wir um den siebten Platz mitspielen. Aber wenn wir das schaffen, wäre es schon eine Sensation.“ Sportlich ist das Team auf einem guten Weg, das mit der weiteren Konsolidierung zu schaffen. „Ich glaube, dass wir einen Schritt weiter und stabiler geworden sind, es fühlt sich sehr gut an“, sagt der Coach.

Der Kader: Julian Haisch und Dennis Saur haben ihre Karrieren beendet, auf der Zugangsseite stehen sechs teilweise handballerisch wohlklingende Namen. „Mit Nikolai Uhl haben wir Erfahrung im Tor bekommen, das wollten wir. Zu Timo Flechsenhar muss man nicht viel sagen, er bringt uns mentale Qualität. Und Jonas Reinold tut unserem Spiel einfach gut“, sagt Ziehfreund zu den drei Neuen vom SKV Oberstenfeld, dem TSV Neuhausen und dem TSV Deizisau.

Der Trainer: Wie Wager und Steinke geht Ziehfreund in die zweite Saison mit der Mannschaft, und auch hier scheint die Zusammenarbeit gut zu funktionieren. „Ich fühle mich wohl. Der Verein hat viele Sachen angeschoben, das nötigt mir Respekt ab“, sagt Ziehfreund. „Wir versuchen, in vielen Bereichen besser zu werden, auch was das Trainerteam betrifft.“

Die Derbys: Ziehfreund ist mit dem Thema Derbys schnell fertig und sagt: „Wir wollen leidenschaftlicher spielen. Das ganz klare Ziel ist: Die Derby-Heimspiele wollen wir gewinnen.“

SG Hegensberg/Liebersbronn

Die Sache mit Platz sieben: Die Männer vom Berg haben die bescheidensten Ziele des EZ-Land-Quartetts. Der neue Trainer Sinisa Mitranic sagt dazu: „Die Mannschaft ist in der vergangenen Saison fast abgestiegen. Ein Platz unter den ersten Sieben ist mein Wunsch, aber wir müssen realistisch sein und wären auch mit der Qualifikation für die Verbandsliga zufrieden.“ Zu den beiden Absteigern will Hegensberg/Liebersbronn natürlich nicht gehören.

Der Kader: Ein Abgang und drei Zugänge – die Liste ist überschaubar. „Der Kader ist dünn“, sagt Trainer Mitranic und nennt ein Beispiel: „In der Vorbereitung ist Routinier Fabian Sokele umgeknickt, er wird uns zum Start fehlen und das wird dann gleich eng.“ In Florian Mäntele und Simon Hablizel (beide kamen vom Auftaktgegner SKV Unterensingen) hat die SG zwei Routiniers und im früheren Bietigheimer Jugendbundesliga-Spieler Marc Wiederhöft (zuletzt beim TSV Asperg) ein Talent verpflichtet. Gerade von Mäntele erhofft sich der Trainer viel. „Er ist einer, der das Spiel lesen kann. Aber auch für ihn gilt, dass er erst reinfinden muss“, erklärt er. Mitranic hat mit der Mannschaft einige Neuerungen einstudiert: „Wir wollen vor allem schneller spielen, das dauert noch ein bisschen.“

Der Trainer: Mitranic hat einige Stationen in der Region hinter sich, zuletzt war er zwei Jahre lang Trainer des A-Jugend-Bundesligateams des TSV Wolfschlugen und anschließend in der Jugendarbeit beim Team Esslingen engagiert. „Der Start bei Hegensberg/Liebersbronn war gut. Ich finde es klasse, die Jungs sind super“, versprüht der Coach Freude an der neuen Aufgabe.

Die Derbys: Für Mitranic und die anderen früheren Wolfschlugener bei der SG ist klar, welches Derby das Schönste wird: „Auf Wolfschlugen freue ich mich besonders“, sagt der Trainer, „aber das wird schwer.“ Gleich am zweiten Spieltag kommt der Top-Favorit in die Halle am Jägerhaus.

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