Felix Zeiler Foto: Rudel - Rudel

PlochingenDie Spieler saßen in der Kabine und mussten warten. Daniel Brack, ihr Trainer, lief zunächst ganz langsam eine kleine Runde über das Spielfeld und rieb sich nachdenklich den Hinterkopf. Dann winkte er seinen Vater Rolf für eine kurze Besprechung der Lage zu sich und erst dann ging er in die Kabine. Eine schwer zu lösende Situation: Mit 9:16 lagen die Handballer des TV Plochingen zur Halbzeit des Spiels der Baden-Württemberg Oberliga gegen die SG Pforzheim/Eutingen zurück. Obwohl sie gar nicht schlecht aufgetreten waren, sprach so gut wie nichts für einen Erfolg des TVP. Eher für eine Klatsche. Dazu kam es nicht. Aber ganz am Ende galt dann die einfachste aller Wahrheiten für Sportarten, bei denen an beiden Enden des Spielfeldes ein Tor aufgebaut ist: Wer vorne weniger reinmacht als er hinten bekommt, der verliert. 27:29 hieß es aus Plochinger Sicht.

Daniel Brack sprach anschließend von einem guten Baden-Württemberg-Oberliga-Spiel und analysierte gewohnt sachlich: „In der ersten Hälfte waren wir viel besser, als es der Sieben-Tore-Rückstand aussagt. Wir hatten in der Abwehr keinen Zugriff, das wurde durch die Umstellung auf eine 3:2:1 besser.“ In der Tat entschieden die Plochinger die zweite Hälfte für sich. Doch Pforzheim/Eutingen spielte konzentriert genug, um den TVP auf Abstand zu halten. Als die Plochinger durch einen kleinen Lauf mit vier Toren in Folge von 12:20 auf 16:20 verkürzt hatten, nahm SG-Trainer Alexander Lipps eine Auszeit – und die Aufholjagd war beendet. Erst zwei Minuten vor Schluss waren es nur noch zwei Tore Unterschied. Doch da war es zu spät.

„Zu viel verworfen“

Die SG war mindestens um diese zwei Tore besser. Aber die Plochinger kämpften und müssen sich so nichts vorwerfen – mit Ausnahme der Chancenverwertung in der ersten Hälfte. „Wir haben zu viel verworfen. Dieses Problem haben wir immer wieder“, erklärte Kapitän Dominik Eisele. Als es 2:6 aus TVP-Sicht stand, war die Mannschaft bereits sechs Mal im Angriff gescheitert. Exemplarisch war eine Situation kurz vor der Pause: Felix Zeiler knallte den Ball bei einem Tempogegenstoß unbedrängt an den Pfosten, im direkten Gegenzug kam SG-Akteur Manuel Mönch mit viel zu wenig Gegenwehr zum 16:7. Vor allem Julian Broschwitz, der stärkste Akteur auf dem Feld, war von den Plochingern schwer zu stoppen. Auf der anderen Seite hatte Pforzheim/Eutingen Probleme mit der Durchsetzungskraft von Lukas Fischer. Wobei Broschwitz meist aus dem Rückraum traf und Fischer sich erfolgreich durch die Abwehr kämpfte.

Zugute kam Pforzheim/Eutingen am Ende vielleicht auch die Erinnerung an die stets engen Begegnungen in den vergangenen Jahren. So fühlten sie sich nicht zu sicher. „Wenn man mit sieben Toren Vorsprung in die Halbzeit geht, ist das natürlich eine mega Ausgangssituation. Aber ich wusste, dass hier immer eine heiße Atmosphäre ist und es immer eng wird“, erklärte SG-Coach Lipps.

Seine Mannschaft steht auf Platz drei der Tabelle, während die Plochinger mit 12:10 Punkten „mitten im Mittelfeld“ (Brack) auf Rang sechs rangieren. „Wir wollen immer das Optimum, ein bis drei Punkte mehr könnten es schon sein“, erklärte Kapitän Eisele.

An diesem Tag aber haben die starken Plochinger gegen einen stärkeren Gegner verloren. Weil der eben zwei Tore mehr erzielt hat.

Statistik

TV Plochingen: Dunz, Nagel; Kühl (1), Bischof (2), Maier, Werbitzky (4), Weiß, Zeiler (2), Eisele (4), Brandner (1), Petershans (1), Fischer (10/2), Fuß (2), Baur.
SG Pforzheim/Eutingen: Matijevic, Eitel: Hohnerlein (2), Seifried (1), Melcher (1), Mönch (4), Broschwitz (9), Strehlau (2), Schlögl (2), Schmid, Max Lupus (4/2), Gerstner (3), Paul Lupus, Kusch (1).
Schiedsrichter: Krauss/Schwing (Auenheim).
Zuschauer: 450.
Zeitstrafen: 10:2 – zwei Mal zwei Minuten für Fischer, Fuß (Plochingen), zwei Minuten für Webitzky, Eisele, Brandner (Plochingen), Strehlau (Pforzheim/Eutingen).
Beste Spieler: Fischer/Broschwitz.

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