Impftermin im Pflegeheim Sankt Verena in Straßberg (Zollernalbkreis): Allgemein ist die Teilnahmebereitschaft unter den Pflegekräften vergleichsweise gering. Foto: dpa/Felix Kästle

Mit mehr Aufklärung statt Zwang soll die relativ geringe Impfbereitschaft unter den Pflegekräften in Heimen und Krankenhäusern bekämpft werden, betont die Bundesregierung. Woher kommt die große Skepsis ausgerechnet in dieser Berufsgruppe?

Stuttgart - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beharrt darauf: In dieser Pandemie werde es keine Impfpflicht geben, bekräftigt er am Mittwochmorgen. Die Zusage, dass es bei der Freiwilligkeit bleibt, ist vor allem an die Pflegekräfte gerichtet, unter denen im Schnitt etwa jede und jeder zweite eine große Skepsis gegenüber den Covid-19-Impfungen zeigt. Genauere Erhebungen gibt es noch nicht. Spahn und auch Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) betonen ebenso wie viele Verbandsvertreter der Branche, dass Aufklärung mehr bewirke als Zwang. Woher kommt die Verunsicherung der Pflegekräfte? Dazu einige wesentliche Faktoren. Der erhöhte Informationsstand Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, betont, dass man lieber von Impfskeptikern als von Impfverweigerern reden solle. Er selbst wie auch erfahrene Praktiker können die weit verbreitete Abneigung in der Branche kaum nachvollziehen. Schließlich sind Pflegekräfte in den Krankenhäusern und Pflegeheimen besonders hohen Infektionsrisiken ausgesetzt – und sie haben das Privileg, in der höchsten Prioritätsgruppe angesiedelt zu sein. Dennoch zeigen sie sich reserviert gegenüber dem Impfschutz. Nun sind die Betroffenen aber auch nah an der Problematik und beschäftigen sich – ähnlich wie viele Mediziner – teils verstärkt und leidenschaftlicher damit als viele andere Bürger. Folglich nehmen sie die Warnungen sensibler auf. Schon bei den Grippeschutzimpfungen war eine hohe Skepsis in diesem Kreis festzustellen, obwohl viele Bewohner an der Influenza versterben.

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