Frank Ziehfreund kann nicht mehr hinsehen. Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

Die HSG Ostfildern hat mit 25:29 (13:15) gegen die MTG Wangen verloren. Hauptgrund dafür war die mangelhafte Chancenverwertung.

OstfildernFrank Ziehfreund zögerte keine Sekunde, als er zu den Gründen der 25:29 (12:15)-Niederlage gegen die MTG Wangen befragt wurde. „Die Chancenverwertung, wir haben einfach zu viele Bälle verworfen“, sagte der Trainer des Handball-Württembergligisten HSG Ostfildern. Besonders zum Tragen kam diese Schwäche in den Anfangsminuten der zweiten Hälfte, als die Ostfilderner ganze elf Minuten ohne Tor blieben und Wangen auf sieben Tore davonziehen ließen (13:20). Dabei mangelte es sicher nicht an der Kreativität der Angriffe. Ziehfreund: „Mehr als Chancen herausspielen kann man nicht machen. 13 Fehlwürfe allein im zweiten Spielabschnitt sind einfach viel zu viel.“ Durch die Niederlage gegen die bis dahin punktgleichen Wangener rutschte die HSG auf den elften Platz ab. Große Unruhe herrschte ob dieser Tatsache jedoch nicht. „Die Saison ist noch lang. Es bleibt genug Zeit, das zu korrigieren“, sagte Ziehfreund, der den Punktabzug aus dem Spiel gegen den TV Gerhausen nicht als Grund für die jüngste Misere gelten ließ: „Daran können wir nichts mehr ändern, das ist absolut kein Thema mehr bei uns.“

Ostfildern verfolgte von Beginn an einen klaren Plan: Tempo machen. Immer wieder suchten die HSG-Akteure schnell den Abschluss. In der ersten Hälfte stachen besonders Timo Flechsenhar und Mihailo Durdevic heraus – sie brachten die gegnerische Deckung mit druckvollen Würfen aus dem Rückraum das eine oder andere Mal in Bedrängnis. Ein weiteres Mittel, das vor allem zu Beginn gut funktionierte, war das Spiel über den Kreis – insbesondere über Sebastian Pollich. „Das war schon der Plan“, betonte Ziehfreund, „vor allem, als Wangen in der Abwehr mit einer 5:1-Formation gespielt hat.“

Es entwickelte sich ein enges Spiel auf Augenhöhe. Nachdem in der Anfangsviertelstunde die Ostfilderner die Nase minimal vorn hatten, lagen die Gäste ab 16. Minute meist in Führung. In der 25. Minute war das Spiel zum letzten Mal ausgeglichen (12:12) – danach sollte die MTG die Führung nicht mehr aus der Hand geben. Es deutete sich bereits in den letzten Minuten vor der Pause an, als Wangen sich das erste Mal ein Stück weit absetzen konnte. Doch die Vorentscheidung fiel erst nach dem Seitenwechsel. Angeführt vom erneut starken Aaron Mayer – laut HSG-Betreuer Dunz einer der zwei besten Spieler der Liga – kamen die Wangener viel frischer aus der Kabine als die Gastgeber. Der daraus resultierende Sieben-Tore-Rückstand war an diesem Tag eine zu große Hypothek für die HSG. Ziehfreund: „Am Ende hatten wir zwar wieder einen guten Zug drin, doch auch da haben wir wieder zu viele gute Chancen vergeben.“

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