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ANZEIGE - Das Interesse am Heimwerken ist – zumindest in Deutschland – ungebrochen. Besonders interessant dabei ist auch die Entwicklung der letzten Jahre. Do-it-yourself ist nicht mehr länger als „arme Leute Hobby“ verschrien, Projekte für die Heimverschönerung werden sogar bei jüngeren Menschen immer beliebter.

Dieser Trend ist spätestens nach einer Umfrage aus diesem Jahr unbestreitbar. Statistiken zufolge sind es mittlerweile beinahe 12 Mio. junge Deutsche ab 14 Jahren, die bereits von DIY gehört haben oder auch schon selbst Erfahrungen mit kleinen und großen Heimprojekten gemacht haben. Dabei reichen Projekte und Tätigkeiten vom Ein- und Umtopfen von Pflanzen oder dem Aufhängen von Bildern und Postern bis hin zu anspruchsvollen Renovierungen, bei denen Wände neu verputzt, neue Böden verlegt und sämtliche Möbel ausgetauscht werden.

Wieder andere Studien gehen dabei näher auf diese Tätigkeiten ein. Überraschend ist hierbei, wie scheinbar ehrlich die Befragten die eigenen Fertigkeiten einschätzen. Zuletzt sind es sogar noch ein Drittel aller befragten Männer, die sich zutrauen, Fliesen selbst zu verlegen. Bei Frauen sind es zum Beispiel noch 40 % die meinen, ein Zimmer neu tapezieren zu können. Insgesamt aber schätzen sich nur knapp 25 % selbst als „gute Heimwerker“ ein, bei Frauen sind es nur knappe 8 %.

Trotz dieser scheinbar geringen Kompetenz verzeichnen Baumärkte in Deutschland keinerlei Umsatzeinbrüche. 2018 verbuchten die populärsten Märkte wie etwa Obi, Bauhaus oder Hornbach ein Umsatzplus von beinahe 2 % (18,75 Milliarden Euro insgesamt).

Neben Renovierungsprojekten mit Tapezieren, neuen Böden, neuen Bädern oder dem Ausbau des Dachgeschoßes sind es aber vor allem kleine Projekte wie Wanddekoration, der Verschönerung alter Möbel oder dem Finden neuer Stilrichtungen für Räume wie Wohnzimmer und Küche, die immer mehr Gelegenheits-Heimwerker auf den Plan ruft. Gerade Trends wie Gotik oder Steampunk sind es, die die Sehnsucht nach „Greifbaren“ erfüllen sollen. Und so werden immer mehr Farben und Werkzeug gekauft, um aus einfachen Elementen und mit viel Inspiration aus Film, Fernsehen und Literatur die neue Wanddeko silber, kupferfarben oder gar in Holzoptik erscheinen zu lassen. So werden nicht nur Regale oder Kästen schnell zum Gesprächsthema unter Freunden und Bekannten, sondern langweilige Räume oder Flure mit ein wenig Geschick und Fantasie auch zu regelrechten Erlebnissen.

Sowohl Marktexperten als auch Trendforscher geben sich zuversichtlich, was die Bewegung zurück zu Erhaltung und Verschönerung von Bausubstanz, Wohnraum und Möbeln betrifft. Erhalten, reparieren und neu entdecken sind Strömungen, die gegenüber Ikea-Wahn oder Neukäufen immer mehr an Bedeutung gewinnen.

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