Die Denkendorfer Spieler feiern – und die „blaue Wand“ feiert mit. Foto: Krug - Krug

Unbekümmertheit und Ehrgeiz machen das Team aus.

DenkendorfEine Mannschaft steigt auf und eine ganze Gemeinde nimmt Anteil. Das liegt auch daran, dass diese Mannschaft viele Tugenden verkörpert, die den Sport ausmachen. Und dass es so lange her ist, dass die Vorgänger der aktuellen Spieler auf diesem Niveau angetreten sind: Die Handballer des TSV Denkendorf haben sich durch einen 27:20-Sieg beim Tabellenzweiten EK Bernhausen am vorletzten Spieltag die Bezirksliga-Meisterschaft und den Sprung in die Landesliga gesichert.

Bei der anschließenden Feier bekamen die frisch gebackenen Meister kräftige Unterstützung von den anderen Teams des Vereins. Und die Glückseligkeit wirkte noch lange nach. „Das ist eine sehr emotionale Sache für den Verein und die Gemeinde“, sagt Kapitän Dominik Janu und kennt die Gründe dafür: 20 Jahre ist es her, dass die Männer des TSV zuletzt auf Landesebene gespielt haben – die Frauen treten als HSG Deizisau/Denkendorf in der Württembergliga an. „Und wir haben eine junge Mannschaft fast nur mit Eigengewächsen. Viele Junge hatten Angebote, aber sie bleiben da“, wie Janu betont. Das kommt gut an im Flecken.

Entsprechend stolz ist auch Trainer Ralf Wagner, der mit dem Team bereits in die sechste Saison geht. „Andere Mannschaften mögen bessere Einzelspieler haben, aber wir kommen über die mannschaftliche Geschlossenheit und sind so über 60 Minuten schwer zu schlagen“, sagt er. Das sieht er auch als Trumpf für die Landesliga: „Da werden die Gegner individuell noch besser sein, aber das Tempo werden wir mitgehen können.“ Janu stimmt zu. „Die Mischung aus Unbekümmertheit und Ehrgeiz macht uns aus“, erklärt er – und spricht Wagner ein dickes Lob dafür aus, dass er das erfolgreich gebündelt hat: „Mit so einer jungen Mannschaft ist es nicht immer einfach, im Training ist vielleicht manchmal zu viel Spaß. Aber er hat es geschafft, das zuzulassen und im richtigen Moment die Zügel anzuziehen.“

Vier Jahre nach dem Abstieg in die Bezirksklasse hat die Mannschaft nach dem direkten Wiederaufstieg und drei Spielzeiten in der Bezirksliga nun den Sprung in die Landesliga geschafft. Im Gegensatz zur vorangegangenen Saison war diesmal neben dem Tempo die Konstanz ein Trumpf – vor allem in der Schlussphase. Zuletzt zwölf Spiele ohne Niederlage und kein einziger Punktverlust in fremder Halle sprechen eine deutliche Sprache. „Das hätte ich der Mannschaft so nicht zugetraut“, sagt Wagner voller Respekt.

Die Denkendorfer wollen ihre Stärken auch nach dem Aufstieg beibehalten, die personellen Veränderungen fallen gering aus: Fabian Tonn kehrt zu seinem Heimatverein TV Reichenbach zurück, Torhüter Lukas Belser tritt aus beruflichen Gründen kürzer. Dafür haben es die Denkendorfer geschafft, den starken Torhüter Benedikt Schrade von der SG Esslingen loszueisen. Ein weiterer Rückraumspieler soll noch kommen. Und auch die zurückkehrenden Langzeitverletzten Marc Wieder und Moritz Müller zählt Trainer Wagner zu den Zugängen.

„Wir haben uns während der Saison als Mannschaft weiterentwickelt, das wollen wir in der Landesliga beibehalten“, sagt Kapitän Janu zudem und nennt eine weitere Parallele: „Wir gehen mit Respekt in die Liga. Aber das haben wir in der Bezirksliga auch getan.“

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