Manuel Späth. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Manuel Späth benennt nach der herben Niederlage die Probleme im deutschen Angriff und schreibt über die Schwierigkeiten der Favoriten.

EsslingenDie Niederlage gegen die stark aufspielenden Spanier hat extrem wehgetan. Nicht nur, dass man selbst bei einem Sieg gegen Lettland ohne Punkte in die Hauptrunde einziehen wird. Viel mehr schmerzte die Art und Weise, wie dieses Spiel verloren wurde. Im Angriff fehlte es gegen die offensive und aggressive Abwehr der Spanier an Lösungen und in der Defensive bekam man über die komplette Spielzeit eigentlich nie einen richtigen Zugriff. Bereits in den ersten 15 Minuten wurden mehrfach technische Fehler provoziert, die die Iberer ihrerseits mit einfachen Gegentoren bestraften. Und wenn sich das Team von Christian Prokop dann doch einmal gute Chancen herausspielte, scheiterte es häufig am spanischen Torhüter Gonzalo Pérez de Vargas, der das Duell gegen die deutschen Schlussmänner Andreas Wolff und Jogi Bitter klar für sich entschied. Auch wenn in diesem Spiel kein Mannschaftsteil zu überzeugen wusste, wurde doch eine Schwachstelle des Teams besonders deutlich aufgezeigt: Zwar sind wir im Rückraum in der Breite gut aufgestellt, aber einen Spielmacher, der das Angriffsspiel steuert und in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernimmt, sucht man vergebens. Allerdings könnte gerade die Ausgeglichenheit des Kaders im weiteren Turnierverlauf noch ein entscheidender Vorteil werden. Prokop wechselte bereits in den ersten beiden Partien viel durch und verteilte die Last auf mehreren Schultern. Sollte es den Männern um Kapitän Uwe Gensheimer gelingen, die Niederlage schnell aus den Köpfen zu bekommen und eine entsprechende Reaktion zu zeigen, haben sie es nach wie vor in der eigenen Hand, ins Halbfinale einzuziehen. Allerdings dürfen sie sich hierfür vermutlich keinen weiteren Punktverlust mehr erlauben.

Ähnlich sieht es auch für Dänemark aus. Nach der etwas überraschenden Auftaktniederlage gegen Island ist der Mitfavorit auf den Titel schon vor dem zweiten Gruppenspiel gehörig unter Druck. Ganz ohne Druck hingegen können die Franzosen in ihrem letzten Vorrundenspiel auftreten. Nach den beiden verdienten Niederlagen gegen die spielerisch besseren Teams aus Portugal und Norwegen sind sie nicht ganz überraschend bereits vorzeitig ausgeschieden.

Manuel Späth stammt aus Ostfildern, wohnt in Esslingen und spielt für den Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart. Für diese Zeitung analysiert der 40-fache Nationalspieler das Geschehen bei der Handball-EM.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: