Manuel Späth. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Manuel Späth zieht nach dem Ende der Handball-WM Bilanz

EsslingenAm Ende belegt das deutsche Team den undankbaren vierten Platz und steht mit leeren Händen da. Betrachtet man jedoch die gesamte WM, hat die Mannschaft von Trainer Christian Prokop Großartiges geleistet. Mit Beginn des Turniers hat sie durch ihre Leistung das ganze Land mitgerissen und eine Euphorie entfacht, wie es sie seit der WM 2007 nicht mehr gegeben hat.

Nach der verpatzten EM im vergangenen Jahr und den Querelen innerhalb der Mannschaft präsentierte sich der DHB bei diesem Turnier als eine absolute Einheit. Der Zusammenhalt im gesamten Team war deutlich spürbar und neben den Tugenden Einsatz, Kampf und Leidenschaft die große Stärke. Wie bereits zu erwarten, entwickelte sich die Abwehr zum Prunkstück des deutschen Teams und war bis zum Halbfinale schier unüberwindbar. Ausgerechnet im Spiel gegen die starken Norweger erwischte jedoch die Defensive samt Torhüter keinen guten Tag und konnte somit nicht, wie in vielen Spielen zuvor, über einige Schwächen im Angriff hinwegtäuschen.

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Martin Strobel fehlte es dem deutschen Spiel an Struktur und Spielfluss. Die größte Aufgabe für den Bundestrainer wird es nun sein, auf der Spielmacherposition einen geeigneten Ersatz und eine Lösung für die Zukunft zu finden. Ein Kandidat ist Fabian Wiede. Er ist torgefährlich, hat eine sehr gute Spielübersicht und nimmt in den entscheidenden Phasen das Heft in die Hand. Nicht zuletzt seine Nominierung ins All Star Team zeigt seine grandiose Entwicklung.

Ein sehr starkes Turnier spielte auch Kapitän Uwe Gensheimer. Dem Linksaußen von Paris Saint-Germain sei es zu gönnen, dass er sich den Traum von einem großen internationalen Titel bei der nächsten EM oder den Olympischen Spielen 2020 erfüllt.

Schon jetzt ist klar, dass, auch bei diesen Turnieren kein Weg am völlig verdienten Weltmeister Dänemark vorbeiführen wird. Die Dänen boten über das gesamte Turnier eine beeindruckende Leistung und ließen selbst im Finale den spielstarken Norwegern nicht den Hauch einer Chance.

Zu guter Letzt bleibt zu hoffen, dass der deutsche Handball diesen Aufschwung nachhaltig für unsere Sportart nutzt. Denn eines hat diese WM mal wieder gezeigt: Handball ist einfach ein geiler Sport!

Manuel Späth stammt aus Ostfildern, wohnt in Esslingen und spielt für den Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart. Für diese Zeitung analysiert der 40-fache Nationalspieler das Geschehen bei der Handball-WM.

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