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ANZEIGEWer bemerkt, dass er immer mehr Haare verliert und die Haarpracht auf dem Kopf nach und nach ausdünnt, bekommt schnell Panik. In der Verzweiflung wird dann schnell das erstbeste Wundermittel gegen Haarausfall bestellt, das in der Regel allerdings keinen Erfolg bringt. Wir klären, was die häufigsten Ursachen von Haarausfall sind und was man wirklich dagegen tun kann.

Ursachen von Haarausfall

Jeder Mensch verliert täglich bis zu 100 Haare. Von einem krankhaften Haarausfall (Alopezie) spricht man erst, wenn man über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare pro Tag verliert. Gehen einem täglich zwischen 300 und 500 Haare aus, leidet man unter starkem Haarausfall. In jedem Fall lautet die Devise Ruhe bewahren und einen Dermatologen aufsuchen, denn der Haarausfall kann viele verschiedene Ursachen haben.

Erblich bedingter Haarausfall

Die weitaus häufigste Form des Haarausfalls ist der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie), von dem vor allem Männer betroffen sind. Doch auch viele Frauen leiden an dieser Form des Haarverlustes. Der Haarausfall tritt aufgrund einer genetisch bedingten Überempfindlichkeit gegenüber männlichen Sexualhormonen auf. Das bewirkt, dass die Wachstumsphase der Haare immer kürzer wird und die Follikel zusammenschrumpfen.

Ursachen von kreisrundem Haarausfall

Beim kreisrunden Haarausfall entstehen scheinbar plötzlich ein oder mehrere kahle Flecken am Kopf. Warum Menschen an kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) leiden, ist immer noch nicht geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass es sich um eine Autoimmunreaktion handelt, bei der das eigene Immunsystem die Haarwurzeln angreift. Mögliche Ursachen dieser Reaktion können auch psychischer Natur sein. Meist verschwindet der kreisrunde Haarausfall wieder, sobald sich das Immunsystem stabilisiert hat.

Ursachen von diffusem Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall fallen die Haare relativ gleichmäßig am ganzen Kopf aus, was dazu führt, dass sich das Haar immer mehr lichtet und die Kopfhaut durchscheint. Diese Art des Haarausfalls kann viele Ursachen haben:

  • Bestimmte Medikamente wie Mittel gegen erhöhte Blutfettwerte, Antidepressiva oder Gerinnungshemmer
  • Infektionskrankheiten wie Typhus, Tuberkulose, Syphilis, Scharlach oder eine schwere Grippe
  • Schilddrüsenüberfunktion und -unterfunktion sowie andere Stoffwechselerkrankungen
  • Schwermetallvergiftungen, zum Beispiel durch Arsen, Thallium, Aluminium, Blei, Quecksilber oder Cadmium
  • Mangelernährung, Fastenkuren und Crash-Diäten
  • Strahlentherapie auf der Kopfregion
  • Hormonumstellungen bei Frauen, zum Beispiel nach der Geburt
  • psychische Ursachen wie Trauer, Stress oder Depressionen

Sonstige Ursachen von Haarausfall

Diffuser Haarverlust kann aber auch auf ganz andere Ursachen zurückzuführen sein, wie

Mittel gegen Haarausfall

Je nach Ursache des Haarausfalls, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Der erblich bedingte und der kreisrunde Haarausfall werden vor allem mit Medikamenten behandelt, während es beim diffusen Haarausfall viele verschiedene Möglichkeiten der Behandlung gibt.

Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall

Es gibt einige Medikamente, die erblich bedingtem Haarausfall entgegenwirken können:

Finasterid

Finasterid kann nur von Männern eingenommen werden und wirkt hormonell bedingtem Haarausfall entgegen. Es kann das Fortschreiten des Haarverlustes stoppen und in einigen Fällen wird das Kopfhaar sogar wieder dichter. Allerdings hält die Wirkung nur so lange an, wie das Medikament eingenommen wird und kann mit einigen Nebenwirkungen wie Libidoverlust verbunden sein.

Minoxidil

Minoxidil kann sowohl von Männern als auch von Frauen eingenommen werden und ist sogar rezeptfrei als Haartinktur erhältlich. Man geht davon aus, dass das Medikament die Durchblutung der Kopfhaut verstärkt und dadurch das Haarwachstum angeregt wird. Von Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen und von Schwangeren darf es allerdings nicht verwendet werden.

Antiandrogene

Antiandrogene vermindern die Wirkung von Testosteron bzw. Dihydrotestosteron (DHT) und helfen daher gegen hormonell bedingten Haarausfall bei Frauen. Während der Behandlung dürfen Frauen auf keinen Fall schwanger werden.

Haartransplantation

Für den Fall, dass sich der Haarausfall trotz aller Maßnahmen nicht verbessert und die Haare nicht mehr nachwachsen, gibt es noch eine Alternative: eine Haartransplantation. Der Eingriff sollte nur von einem erfahrenen Dermatologen durchgeführt werden. Auf das Verfahren der Haarverpflanzung ist man besonders in der Türkei spezialisiert, wo mittlerweile viele Behandlungen in deutscher Sprache angeboten werden.

Behandlung von kreisrundem Haarausfall

Gegen kreisrunden Haarausfall gibt es ebenfalls eine Reihe verschiedener Behandlungsmethoden:

Dithranol (Cignolin, Anthralin)

Dithranol wird eigentlich gegen Schuppenflechte eingesetzt, kann aber auch auf die kahlen Stellen beim kreisrunden Haarausfall aufgetragen werden. Durch die Hautirritation soll das Haarwachstum angeregt werden.

Glukokortikoide

Hierbei handelt es sich um eine Kortisontherapie, die bei einigen Patienten dazu führt, dass an den kahlen Stellen wieder Haare wachsen. Mit Absetzen des Kortisons können die Haare jedoch wieder ausfallen und die Nebenwirkungen sollten nicht unterschätzt werden.

Topische Immuntherapie und PUVA

Diese beiden Behandlungen sollen den Angriff der Immunzellen auf die Haarwurzeln stoppen. Bei der topischen Immuntherapie wird der Wirkstoff Diphencypron aufgetragen. Bei der PUVA hingegen wird ein phototoxischer Stoff (Psoralen) angewendet und daraufhin die kahle Stelle mit UVA-Licht bestrahlt. Bei beiden Behandlungen gibt es allerdings ein Rückfallrisiko.

Behandlung von diffusem Haarausfall

Bei der Behandlung von diffusem Haarausfall gibt es eine Reihe von Möglichkeiten:

  • Absetzen der Medikamente, die Haarausfall verursachen können
  • Nährstoff- und Mineralstoffmangel ausgleichen
  • Zink, Eisen und Vitamin B vermehrt zu sich nehmen
  • Stress reduzieren, zum Beispiel durch Meditation
  • bei psychischen Erkrankungen einen Therapeuten aufsuchen
  • keine chemischen Haarfärbemittel und Pflegeprodukte verwenden

Wer an Haarausfall leidet, sollte also unbedingt zuallererst die Ursache klären und dann gemeinsam mit einem Arzt die geeignete Behandlungsmethode wählen.

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