Neben dem Wohnungsbau steht in Reichenbach in den nächsten Jahren die Schul- sowie die Sportentwicklung auf der Agenda. Foto: Ait Atmane - Ait Atmane

Wohnungsbau, Schulentwicklung, Sportentwicklung – das sind die ganz großen Themen in Reichenbach. Sie waren zwar schon beim noch amtierenden Gemeinderat aktuell, versprechen aber einige Dynamik für die kommenden Jahre.

ReichenbachWohnungsbau, Schulentwicklung, Sportentwicklung – das sind die ganz großen Themen in Reichenbach. Sie waren zwar schon beim noch amtierenden Gemeinderat aktuell, versprechen aber einige Dynamik für die kommenden Jahre.

Mit Spannung dürfen die künftigen Ratsmitglieder auf eine Studie warten, die im Zuge einer Mehrfachbeauftragung von drei Ingenieurbüros erarbeitet wird. Dabei geht es um die Zukunft des Schul- und Sportcampus bei der Brühlhalle und dem Schulzentrum. Einbezogen werden auch die Parkplätze auf der anderen Seite der Karlstraße samt dem „Koppschen Garten“ und dem Grundstück Christofstraße 25. Die Schulen, Kinderbetreuung, Freiflächen und möglicher Wohnraum sollen ebenso beleuchtet werden wie Verkehrswege. Den Planern mache man keinerlei Vorgaben, sagt Bürgermeister Bernhard Richter: Grundsätzlich wäre also selbst die Verlegung der Straße denkbar.

Unumstritten ist, dass Ersatz für die alte Schulsporthalle geschaffen werden muss. Das bestätigen die Fraktionen auch im Wahlportal der EZ. Aber auch individuelle Sportmöglichkeiten im Freien sollen ausgebaut werden.

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Die Entscheidung, dass es künftig eine erweiterte Realschule und keine Gemeinschaftsschule in der Gemeinde geben wird, ist bereits gefallen. Weiterhin geht man davon aus, dass die Kinder künftig mehr Zeit in der Schule verbringen werden. Folglich müssten auch mehr Freizeitaktivitäten dorthin verlagert werden, sagen die Freien Wähler. Die CDU will die Vereine stärker in die Ganztagesbetreuung einbeziehen. Die Grünen legen großen Wert auf gesundes, regional und ökologisch produziertes Essen in der Mensa und stellen sich wie die SPD eine „Mediathek“ auf dem Gelände vor.

Auch für kleinere Kinder werde man in der nächsten Periode weitere Betreuungsplätze brauchen, unterstreicht der Bürgermeister. Geplant war eine Kita kombiniert mit Wohnungen im Bereich des sogenannten Koppschen Gartens. Dieses Projekt wurde aber vorläufig gestoppt, um es im Rahmen der Gesamtstudie für das ganze Areal neu zu betrachten.

Das Thema Wohnraum beschäftigt den Gemeinderat unter verschiedenen Aspekten. Die ehemalige Brunnenschule will ein Investor zu Wohnungen umbauen. Östlich der Hauptstraße/Schorndorfer Straße ist ein neues Wohnquartier mit Mehrfamilienhäusern geplant. Das Bebauungsplanverfahren dafür ist in der Endphase. Allerdings könnten sich in diesem Bereich historische Überreste im Boden befinden, er ist eine „Verdachtsfläche für Archäologie“. Mit dem „Starmix-Areal“ kann ein weiteres zentrales Quartier neu entstehen. Nachdem die Firma nach Ebersbach gezogen ist, hat die Gemeinde großes Interesse daran, dass in dieser zentralen Lage Wohnraum entsteht. „Bezahlbar“ soll er sein, aber dennoch nur in einem Maß verdichtet, dass es zu Reichenbach passt, so die Vorstellung des Gemeinderats. Der hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, einen Bebauungsplan sowie eine Satzung über ein Vorkaufsrecht aufzustellen. Allerdings führe die Firma bereits Gespräche über einen Verkauf der Fläche, teilt ihre Pressestelle mit. Näheres war nicht zu erfahren. Egal, wer letztlich zum Zug kommt: Die Gemeinde werde mit ihren Mitteln dafür sorgen, dass an dieser Stelle etwas in ihrem Sinn entstehe, betont der Bürgermeister. Beim „Querbau“, der schon vor dem Wegzug der Firma als Wohn- und Bürohaus neu geplant wurde, soll es demnächst auch endlich vorangehen.

Das vom Finanzvolumen her größte Projekt entsteht derzeit im Reichenbachtal: der Hochwasserdamm, den bereits der Gemeinderat vor dem jetzigen Gremium auf den Weg gebracht hat. Nach rund zehn Jahren Planung war im Mai 2018 der Spatenstich für das neun Meter hohe Bauwerk, dessen Kosten auf rund 4,5 Millionen Euro beziffert sind. Das Land übernimmt davon drei Millionen. Der Damm soll Überschwemmungen der Ortsmitte wie im Jahr 2007 verhindern. Wobei auch andere Bäche Wasser nach Reichenbach bringen – auch da wird am Hochwasserschutz gearbeitet. Auch das „Green Building Quartier“ nahe dem Schafhaus, konzipiert als ökologisches Modellquartier für klimaneutrales Wohnen, wird erwartet. Bebauungsplan und Genehmigungen liegen vor, das Gelände ist an den Investor verkauft und bereits erschlossen. Dass es noch nicht vermarktet wird, führt der Bürgermeister auf die gute Auftragslage in der Baubranche zurück – ein Generalunternehmer werde noch gesucht. Die Gemeinde habe ihren Teil erledigt, so Richter.

Vier Listen stehen zur Wahl

Wie bei der Wahl im Jahr 2014 stehen die Kandidaten für den Gemeinderat auf vier Listen zur Wahl: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), Freie Wähler Reichenbach (FW), Christlich Demokratische Union/Unabhängige Bürger (CDU/UB) und Bündnis 90/Die Grünen. Alle haben ihre Liste mit 18 Plätzen gefüllt. Von den derzeit amtierenden Ratsmitgliedern treten bis auf zwei alle wieder an. Nicht mehr vertreten sind Elke Seiter von den Freien Wählern und Wolfgang Baumann von der SPD. Baumann war seit 30 Jahren im Gremium. Er hat also sechs volle Wahlperioden hinter sich.

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