Heute öffnet die Esslinger Starbucks Filiale zum letzten Mal die Türen. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Das Aus der Kaffee-Kette in der Pliensaustraße ist der Start für ein Kaffeehaus, das ab März dort eröffnet.

EsslingenEs ist der letzte Tag für Starbucks in der Esslinger Innenstadt. Die Plastikbecher mit dem eigenen Namen, die süß schmeckenden Cookies und das freie Wlan gehören bald der Vergangenheit an. Wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt, schließt die amerikanische Café-Kette ihre Filiale in der Pliensaustraße 8. Doch Kaffee und süße Backwaren wird es dort bald wieder geben. Der Nachmieter für das Gebäude in der Innenstadt steht schon fest: Ab März wird das Kaffeehaus Villa Berg Esslingen eröffnen.

Was hinter dem Aus von Starbucks steckt, bleibt wohl unbekannt. Denn dazu möchte sich das Unternehmen nicht äußern. Laut einer Sprecherin sei Starbucks aber im Kreis Esslingen stets auf der Suche nach geeigneten Standorten.

Zu hohe Mieten?

Die Schließung sei kein lokales Esslinger Thema, sondern Strategie des Unternehmens, sagt Thomas Müller, der seit sechs Wochen Esslingens Citymanager ist. Zur Frage, ob das Ende des Esslinger Starbucks an den hohen Mieten liegen könnte, hat der er eine klare Antwort: „Die Tatsache, dass in Esslingen neue Cafés eröffnen und die Nachfrage nach Standorten weiterhin gut ist, spricht dafür, dass die Mieten für Café-Betreiber in der Innenstadt nicht grundsätzlich zu hoch sind.“ Die Mietkonditionen seien zudem abhängig von Lage, Zustand und Ausstattung des Objekts. Bei einer Umfrage im vergangenen Sommer, als klar wurde, dass Starbucks schließt, waren die Esslinger geteilter Meinung. Thomas Krüger sagte zum Beispiel: „Ich finde es sehr schade. Der Kaffee schmeckt sehr gut. In Esslingen fehlt ein Platz, wo man seinen Kaffee gemütlich trinken kann.“ Michael Grosse hat das anders gesehen: „Ich finde, der Verlust von Starbucks ist nicht wirklich ein Verlust für Esslingen.“ Auch im Netz gab es unterschiedliche Haltungen zum Aus der Filiale. Eine Kaffeeliebhaberin kommentierte auf Facebook: „Für mich ist das kein Verlust. In Esslingen gibt es andere schöne Plätze, um einen guten Kaffee zu trinken.“ Eine andere schrieb: „Mir wird mein Lebenselixier genommen.“

Neue Möglichkeiten

Der Citymanager sieht einige Alternativen in der Innenstadt. „Ich finde, es gibt viele Cafés in Esslingen, auch für jüngere Leute“, sagt er. Dazu würden zum Beispiel das Café Kauz in der Bahnhofstraße, Goldmund am Blarerplatz oder Flo in der Ritterstraße zählen. Es gebe nicht nur die mit Schwarzwälder Kirschtorte für ältere Damen. Und: „Die Bäckereien in der Stadt sind auch eine spezielle Art von Café.“

Den ersten Cappuccino in der Sonne genießen kann man bald an einem neuen Ort in der Stadt: Im Frühjahr wird im unteren Metzgerbach in der Altstadt ein Café mit dem Namen Fräulein Margot eröffnen. Thomas Müller freut sich darauf und ist auch von dem neuen Kaffeehaus, das im Starbucks-Gebäude eröffnen wird, begeistert: „Es wurde eine sehr gute Entscheidung für einen erfahrenen und kreativen Gastronomen mit einem passenden Konzept für die Esslinger City getroffen.“

Der Geschäftsführer des neuen Kaffeehauses, Mehmet Ciftci, und sein Team möchten jeden Besucher mit ihrer türkischen Gastfreundlichkeit begrüßen. Es ist nicht Ciftcis einzige Lokalität. Der 51-Jährige leitet ein gleichnamiges Café im Stuttgarter Osten. Neben Kaffee, der von der Rösterei Principe aus Stuttgart kommt, und der Auswahl an Kuchen von der Pasticceria Gelsomino gibt es im zukünftigen Kaffeehaus auch alkoholische Getränke.

Das Kaffeehaus Villa Berg Esslingen ist ab Sonntag, 1. März, von montags bis freitags zwischen 7 und 20 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Video-Umfrage vom Juni 2019 zur Schließung

Starbucks

In den USA: 1971 wurde Starbucks im amerikanischen Seattle gegründet. Mittlerweile bietet das Unternehmen neben den Filialen auch Lieferdienste in 49 Städten in den USA an. Gemeinsam mit dem Lieferservice von Uber, Uber eats, ermöglichen sie, dass die Getränke und Snacks ins Büro oder nach Hause geliefert werden. 2020 will Starbucks das Liefergebiet in den USA weiter ausweiten.

In Deutschland: Dass es in Deutschland immer weniger Starbucks-Filialen gibt, ist seit einigen Jahren bekannt. Laut dem Portal Statista hatte das Unternehmen 2016 insgesamt 161 Filialen, 2018 waren es nur noch 152 Filialen. Die Konkurrenz, die Kaffee-Kette Costa Coffee hatte in 2018 insgesamt 185 Cafés in Deutschland. Weltweit dagegen eröffnen immer mehr Läden von Starbucks. In Europa hat die amerikanische Kaffee-Kette über 2400 Filialen.

In China: Der größte Konkurrent von Starbucks in China ist die Kaffee-Kette Luckin Coffee. Diese bietet ihren Kunden Lieferdienste an. Auch die Bezahlung ist eine andere: In den Filialen gibt es keine Kasse. Das Getränk wird per Smartphone bestellt und bezahlt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: