Zugepackt: Timo Durst (links) und die Neuhausener haben im Angriff ihre Mühe gegen Hochdorfs Nikola Sorda. Foto: Rudel Quelle: Unbekannt

Neuhausen - Die Handballer des TSV Neuhausen bewiesen gegen das Drittliga-Schlusslicht TV Hochdorf Nervenstärke und ließen die Partie nach einem verspielten Vier-Tore-Vorsprung nicht kippen. Kurz vor Spielende machten sie den 25:23 (13:11)-Sieg perfekt.

Von Stefanie Gauch-Dörre

Nach dem Schlusspfiff war die Erleichterung groß - denn die Partie hätte durchaus auch zugunsten der Hochdorfer ausgehen können. Das abstiegsbedrohte Team stellte die Neuhausener immer wieder vor Probleme. So wirkten die TSV-Angriffe oft konzeptlos. „Zunächst sieht es nach einer 3-2-1-Abwehr aus. Aber die Hochdorfer wechseln dann schnell auf Manndeckung“, sagte Neuhausens Coach Ralf Bader, für den die fahrigen Angriffe daher keine Überraschung waren. Zudem erklärte er, dass die individuelle Spielfähigkeit noch ausbaufähig ist: „Da sind wir einfach noch nicht weit genug und arbeiten dran.“ Bader wollte dem Team aber keinen Vorwurf machen und lobte die Nervenstärke.

In der 40. Minute schien es so, als hätten die Neuhausener das Spiel endlich im Griff. Hannes Grundler erhöhte von der Linie auf 18:14. „Unsere Abwehr stand eigentlich relativ gut. Aber wir haben es nicht geschafft, uns entscheidend abzusetzen“, haderte Bader. Statt den Vorsprung in Überzahl weiter auszubauen, geriet die offensive TSV-Abwehr ins Wanken und die Gäste setzten sie immer mehr unter Druck. „Die Hochdorfer haben sehr diszipliniert gespielt“, lobte Mittelmann Timo Durst und Bader ergänzte: „Hochdorf hat sehr geduldig auf die eigenen Chancen gewartet.“ Die Hochdorfer schafften es so immer wieder, Lücken zu reißen, und führten dann in der 54. Minute auch mit 23:22.

Am Ende setzte Bader mit seinen Personalentscheidungen auf sein Bauchgefühl - und wurde belohnt: Zunächst erzielte Dominik Eisele den wichtigen Treffer zum 24:23 (55.), anschließend vereitelte der eingewechselte Torhüter Nicolas Gross gleich drei Möglichkeiten des TVH-Top-Torschützen Vincent Klug (57., 58., 60.). Ganz bescheiden betonte Gross, der zudem einen Siebenmeter von Niklas Schwenzer parierte (31.), dass „die Abwehr am Ende auch überragend stand“.

Mit 16:10 Punkten steht der Aufsteiger nun auf Rang sechs und hat nur einen Zähler Rückstand auf den Dritten TSG Haßloch.

„Ich hatte schon das Schlimmste befürchtet“, gestand Bader, der sonst immer sagt, dass man im Sport positiv denken muss und ergänzte: „Die Hochdorfer haben aus ihren Mitteln alles gemacht und ich bin heilfroh, dass wir nicht über sie gestolpert sind. Da werden noch einige Mannschaften stolpern.“

statistik

TSV Neuhausen: Arnold, Gross; Durst (5), Pabst (3), Hipp, Eisele (2), Fleisch (1), Grundler (6/2), Reinhardt (3), Flechsenhar (1), Roos, Sommer (1), Holder (3/1), Keppeler.

TV Hochdorf: Schulte, Bachmann; James, Lenz, Sorda (3), Bayer (1), Ruf, Christmann (4/3), Wöschler, Schwenzer (5/2), Novo, Eschbach, Klug (7), Gerdon (3).

Schiedsrichter: Gierke / Konwitschny (Dachau).

Zuschauer: 550.

Zeitstrafen: 6:10 - zwei Mal zwei Minuten für James, Sorda (Hochdorf), ein Mal zwei Minuten für Grundler, Flechsenhar, Roos (Neuhausen), Christmann, Wöschler (Hochdorf).

Beste Spieler: Durst / James.

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