Quelle: Unbekannt

Am Wochenende beginnen im südkoreanischen Gwangju die Schwimm-Weltmeisterschaften – diesmal allerdings der sogenannten „Masters“. Mit dabei die Brüder Tobias (24) und Fabian (27) Bader aus Esslingen. Und die wollen in Gwangju ordentlich abliefern!

Esslingen Das Schwimmer-Paar Florian Wellbrock und Sarah Köhler ist nicht nur in Schwimmsport-Kreisen gerade in aller Munde. Weil beide von den Weltmeisterschaften im südkoreanischen Gwangju mit Goldmedaillen zurückkehrten, Wellbrock sogar als Doppel-Weltmeister. Am kommenden Samstag fliegen die Schwimm-Gebrüder Tobias und Fabian Bader aus Esslingen zu den Weltmeisterschaften nach Gwangju. Nicht, weil sie bildlich gesprochen den Startschuss auf dem Block verspätet gehört hätten. Via Seoul reisen sie zu den 18. FINA-Welttitelkämpfen der sogenannten Masters, despektierlich auch als „Senioren-WM“ verschrien. Wobei die Masters-WM, die ebenfalls im Nambu University Municipal Aquatics Center Swimming ausgetragen werden wie die Wettkämpfe von US-Superstar Caeleb Dressel und Co. vor drei Wochen, mit Senioren-Schwimmen so viel gemein hat wie Apnoetauchen mit Luftanhalten in der Badewanne.

„Wir fliegen natürlich nicht zum Spaß nach Gwangju, wir wollen schon ordentlich abliefern“, sagt Tobias Bader und hat dabei leuchtende Augen. Nur „baden“ kommt für die Baders nicht in Frage. Im Gegenteil. Im Falle von Tobias, der im September 25 Jahre alt wird, heißt das: eine Platzierung unter den Top 15. Fabian, der drei Jahre ältere Bruder, peilt die Top 25 an – ebenfalls in der Altersklasse AK 25-29 wie Tobias. Für diese Ziele haben sie weder Mühen noch Kosten gescheut.

Die Mühen: Tobias bereitete sich akribisch seit Juni 2017 auf die Weltmeisterschaften vor, Fabian begann mit dem Trainingsaufbau sechs Monate später. „Bis heute haben wir je 750 Kilometer im Becken zurückgelegt“, sagt Tobias Bader in der Pause einer abschließenden Trainingseinheit. Die Trainingspläne hat ihnen ein sehr renommierter Schwimmtrainer, der aus vertragsrechtlichen Gründen ungenannt bleiben muss, geschrieben. Das Training fiel scheinbar auf fruchtbaren Boden: Tobias Baders Meldezeit beispielsweise über 200 Meter Lagen liegt bei 2:20,00 Minuten, damit reiht er sich unter den besten zehn gemeldeten Zeiten aller Schwimmer ein. Er startet somit am 15. August im 34. und letzten – und vermutlich schnellsten – Lauf. Zudem geht er noch über 50 Meter und 100 Meter Rücken an den Start. Fabian hat auf der Bruststrecke – 50 Meter, 100 Meter und 200 Meter – gemeldet. Die offiziellen Qualifikationszeiten gibt übrigens der Weltverband FINA vor. Die Baders haben ihre Nachweise beim Otto-Fahr-Schwimmturnier in Sindelfingen im Dezember 2018 erbracht.

Und die Kosten? „Rund 2500 Euro pro Person“, sagt der 27-jährige Fabian Bader. Viel „Holz“ für den Trainee in einem mittelständischen schwäbischen Unternehmen, gleich zweimal natürlich für Tobias, den Studenten, der nach seinem Bachelorabschluss vor zwei Jahren und einer Tätigkeit als Vorstandsassistent im Herbst mit seinem Masterstudium beginnt. Zum Glück haben sie Unterstützung bei den Arbeitgebern, der Stadt Esslingen sowie ihrem Heimatverein SSV Esslingen gefunden, für den beide schon in ihrer Kindheit als Wasserballer auf Torejagd gingen. Aus finanziellen Gründen fliegen sie auch alleine, halten die Akklimatisationszeit kurz und steigen am 19. August, einen Tag nach Ende der Weltmeisterschaften, bereits wieder in den Flieger zurück – ohne noch Land und Leute zu erkunden. „Leider“, sagt Tobias Bader.

Dem gegenüber steht mit Sicherheit ein einmaliges Sport-Erlebnis inklusive Wohnen im World Masters Championships Village in Gwangju, einem Olympischen Dorf im Miniformat. Etwas, was übrigens auch Florian Wellbrock und Sarah Köhler genossen haben.

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