Die Geschäftsführerin Helene Sonntag im Foyer. Foto: Filharmonie/Bergmann - Filharmonie/Bergmann

Die 50-jährige Helene Sonntag ist Geschäftsführerin der Filharmonie in Bernhausen. Im Kongressgeschäft sieht sie die Flexibilität des Hauses als klare Chance.

FilderstadtZwei Jahre lang hat Helene Sonntag die Stadthalle K3N in Nürtingen geleitet. Davor hat die studierte Betriebswirtin das Veranstaltungshaus zu einem Zentrum des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens gemacht. Im August 2018 hat sie die Filharmonie in Bernhausen übernommen. Das Haus noch stärker im Messegeschäft zu positionieren, sieht die 50-Jährige als eine spannende Herausforderung.

Frau Sonntag, sie galten bei vielen Mitarbeitern des K3N mit Ihrer gewinnenden Art als „gute Seele“ des Hauses, aber zugleich als Managerin mit feinem Gespür für die Bedürfnisse der Kunden. Wie kam es denn, dass Sie nach Bernhausen wechselten?
Nach so vielen Jahren in Nürtingen war es Zeit für einen Wechsel. Ich suchte eine neue Herausforderung. Da habe ich schon als Angestellte in der Verwaltung angefangen. Mit den Jahren habe ich dann mehr und mehr ins Management gefunden und Betriebswirtschaft studiert. Es reizt mich, die Filharmonie als Messe- und Kulturzentrum im reizvollen Umfeld von Flughafen, Messe und der Großstadt Stuttgart zu positionieren. Wichtig ist da, dass wir da unser Profil als flexibles Haus weiter schärfen.

Was reizt Sie denn an der Filharmonie als Kongresszentrum?
Wir bieten ein großzügiges und variables Raumkonzept mit zwei kombinierbaren Sälen und neun Tagungsräumen. Das macht Veranstaltungen von fünf bis 2200 Besuchern möglich. Neben den klassischen Formaten wie Seminaren, Tagungen oder Roadshows finde ich es wichtig, sich auf auf neue Formate einzulassen wie etwa Open Space, das ist eine besondere Großgruppenmoderation. Mit unserer hervorragenden technischen Ausstattung fällt es uns leicht, die Wünsche der Kundinnen und Kunden in den Räumen auch optimal umzusetzen.

Neben dem Kongressgeschäft spielt das Kulturprogramm der Filharmonie eine wichtige Rolle. Das Abogeschäft könnte aber noch besser laufen. Wie wollen Sie neues Publikum gewinnen?
Um das Abonnement noch attraktiver zugestalten, setzen wir auf Wahlabonnements. Die Zeiten, in denen Leute einen Konzert- oder Theaterbesuch lange vorab planen konnten, sind vorbei. Mehr und mehr ist auch im Berufsalltag Flexibilität gefragt. Deshalb haben wir Wahlabos für drei, sechs oder neun Vorstellungen sowie ein Hardcore-Abonnement, die unterschiedlich gestaffelte Ermäßigungen bieten. Unser Jugendabo bleibt erhalten. Mein Anspruch ist es, mehr kulturelle Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen. Denn da schaffen wir eine Grundlage für kulturelles Interesse.

Ab heute feiert die Filharmonie die ersten 25 Jahre. Was bedeutet das Kultur- und Kongresshaus an der Tübinger Straße denn für die Filderstädter?
Da ich ja von außen komme, beobachte ich, dass die Stadtteile ihre Eigenheiten haben. Unsere Filharmonie ist ein Ort, der eine gemeinsame Identität schafft. Diese Funktion möchte ich noch verstärken, indem ich verstärkt Vereine und Gruppen ins Haus hole. Diese Kooperation klappt in Filderstadt schon sehr gut.

Dass sich Einrichtungen wie die Musikschule Filum und die Vereine sehr mit dem Haus identifizieren, spiegelt sich schon im Festprogramm. Was war da die Triebfeder Ihrer Konzeption?
Unser viertägiges Fest startet heute mit unserem Haustheater Lindenhof, das bei uns einen besonderen Spielort hat. Wir freuen uns, dass etwa die Chöre aller Filderstädter Teilorte beim Festkonzert am Samstag mitwirken. Gerade die kulturtreibenden Vereine finden bei uns hervorragende Auftrittsmöglichkeiten. Auch beim Festtag am Sonntag bieten wir im Schulterschluss mit Vereinen und Organisationen ein Programm für alle Generationen.

Das Gespräch führte Elisabeth Maier.

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