Die Diamantbestattung folgt der Feuerbestattung, ein Teil der Asche wird herkömmlich begraben, während ein anderer Teil zum Erinnerungsdiamant gedeiht. Foto: pixabay.com - pixabay.com

Todesfälle sind stets ein Schicksalsschlag. Genoss der Verstorbene ein langes Leben und schlief am Ende friedlich ein, bleibt bei den Hinterbliebenen zwar eine Leere zurück, doch zumindest das Wissen, dass ein schönes Leben gelebt wurde. Zu oft werden enge Verwandte jedoch schlichtweg aus dem Leben gerissen - durch Unfälle oder aufgrund von Krankheiten. Und nach dem Schicksalsschlag obliegt es der Familie, über die Bestattung zu entscheiden. Hier gibt es heute verschiedene Optionen: einige bieten sogar wunderbare Erinnerungsstücke. Hierzu gehört mitunter die Pressung eines Bestattungsdiamanten. Dieser Artikel klärt auf, was die Diamantbestattung ist und wie sie in Deutschland funktioniert.

Diamantbestattung - was ist das eigentlich?

Bei der Diamantbestattung handelt es sich um eine besondere Form der Einäscherung und der Weiterverarbeitung der Asche. Unter hohem Druck und in einem mehrmonatigen Prozess wird die Asche des Verstorbenen so stark verdichtet, dass ein Diamant besteht - dieser lässt sich nun in ein Schmuckstück wandeln und immer am Herzen tragen. Damit dieser Prozess funktioniert, müssen Familien jedoch einiges beachten:

  • Zulassung - Deutschland ist im Vergleich mit den Nachbarländern extrem streng. So dürfen deutsche Bestattungsinstitute die Diamantbestattung nicht durchführen, da bei dieser Variante kein eigentliches Begräbnis stattfindet. Laut der Bestattungsordnung muss wahlweise die Urne mit der Asche des Toten oder aber der Leichnam bestattet werden. Allerdings ist es möglich, die Diamantbestattung über Institute im Ausland durchzuführen. Gerade Österreich und die Niederlande erlauben diese Bestattungsform. Zudem wird nur ein Bruchteil der Asche benötigt, es ist also möglich, trotzdem eine Bestattung durchzuführen, während ein Teil der Asche für den Diamanten genutzt wird.
  • Einäscherung - Damit ein Diamant gepresst werden kann, darf die Einäscherung höchstens bei einer Temperatur von 800 Grad erfolgen. Bei höheren Temperaturen gehen die Inhaltsstoffe, die für die Gewinnung des Diamanten notwendig sind, verloren. Es gibt jedoch Anbieter, die durchaus mit dieser Asche arbeiten können und die Inhaltsstoffe künstlich hinzufügen.
  • Alternative - Eine weitere Möglichkeit, einen Diamanten zu formen, basiert auf dem Haar des Verstorbenen. Dieses kann ebenfalls verbrannt und zu einem Diamanten gepresst werden. Diese Variante kann übrigens auch schon zu Lebzeiten erfolgen.

Grundsätzlich muss der Verstorbene noch zu Lebzeiten einer möglichen Diamantbestattung zustimmen. Das funktioniert am besten über einen Bestattungsvorsorgevertrag, der beim Bestatter der Wahl hinterlegt wird. Die Zustimmung über ein Testament eignet sich nicht, da die Eröffnung zumeist erst einige Zeit nach dem Todesfall stattfindet.

Der Ablauf einer Diamantbestattung

Wie bereits erläutert, ist die Einwilligung der verstorbenen Person notwendig. Zudem müssen Angehörige wissen, dass eine gewöhnliche Bestattung stattfinden muss. Hier ist abzuklären und zu überlegen, ob die Bestattung vollständig über einen Anbieter im Ausland durchgeführt wird, oder ob nur mit einem Teil der Asche gearbeitet wird. Sind diese Punkte geklärt, ist der Ablauf der Folgende:

  • Krematorium - Der Verstorbene muss für die Gewinnung verbrannt werden. Ausländische Anbieter arbeiten zumeist mit niedrigeren Temperaturen, damit keine künstlichen Inhaltsstoffe hinzugefügt werden müssen.
  • Pressung - Die aus der Asche gewonnenen Kohlenstoffe werden nun zu einem Diamanten gepresst. Diese Phase dauert bis zu acht Wochen und findet unter einer hohen Temperatur statt, bis sich die Kohlenstoffe zu Diamantkristallen gewandelt haben.
  • Rohdiamant - Es entsteht ein Rohdiamant mit bis zu einem Karat.
  • Verarbeitung - Die Angehörigen, oder zuvor der Verstorbene, entscheiden, ob der Diamant bearbeitet wird. Wie bei jedem Edelstein ist es möglich, den Diamanten zu schleifen und zu polieren. Auch eine Beschriftung ist möglich.

Die Herstellung von Diamanten aus der Asche eines Verstorbenen ist übrigens nicht nur bei Menschen eine interessante Möglichkeit, um ein Erinnerungsstück zu erhalten. Auch Tierbestatter bieten die Diamantbestattung an - hier kann natürlich völlig unabhängig vom Bestattungsgesetz gehandelt werden.

Wo liegen die Kosten für eine Diamantbestattung?

Die Diamantbestattung gehört zu den wohl exklusivsten Bestattungsarten. Das bedeutet allerdings nicht, dass es sich hierbei auch um die teuerste Art des Bestattens handelt – tatsächlich ist die herkömmliche Erdbestattung sogar eine der teuersten Varianten, da neben den Kosten für den Sarg – und die wenigsten belassen es hier bei einem schlichten Holzsarg ohne besondere Verzierungen oder Behandlung – auch Kosten für die Friedhofsmiete und die Zeremonie an sich mit zu inkludieren sind. Dazu kommt noch die stetige Pflege des Grabes, die über Jahrzehnte Zeit und Geld in Anspruch nimmt. Eine einfache Bestattung schlägt schlussendlich mit Kosten von 5000 bis 15.000 € zu Buche, aber auch mehr ist möglich, wenn die Zeremonie oder die Grabgestaltung entsprechend ausfallen soll.

Die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten hingegen beginnt in Deutschland bei 1600 €. Auch hier können die Kosten bis zu 18.500 € ansteigen, es kommt ganz darauf an, für welche Merkmale sich der Kunde hier entscheidet. Diamanten variieren grundsätzlich in Farbe, Größe und Schliff, wobei der farblose Diamant den meisten Aufwand und damit auch die höchsten Kosten verursacht. Dennoch ist hier zu sehen: Laufende Kosten entfallen und das Schmuckstück bleibt ein Leben lang Begleiter der Familie, es beinhaltet neben dem materiellen auch einen persönlichen Erinnerungswert.

Die Kosten gliedern sich dabei wie folgt auf:

  • Bestatter - Viele Bestatter arbeiten mittlerweile mit Firmen im Ausland zusammen, so dass dieser den kompletten Prozess bis zur Übergabe des Erinnerungsdiamanten begleitet. Kunden müssen also nicht reisen oder die Asche selbst überführen, um den Diamant aus Asche fertigen zu lassen.
  • Einäscherung - Die Einäscherung wird stets dem Auftraggeber berechnet.
  • Trauerfeier - Hinterbliebene möchten sich gerne vom Toten verabschieden. Da bei der Diamantbestattung im Ausland kein Grabplatz entsteht, ist die Trauerfeier angeraten. Welche Kosten hierfür anfallen, hängt von der Art und Größe der Feier ab.
  • Sarg - Eine Einäscherung, egal zu welchem Zweck, erfolgt immer im Sarg. Diese Kosten müssen daher unbedingt mit einberechnet werden.
  • Bestattung - Wird in Deutschland verbrannt und nur ein Teil der Asche für den Diamanten genutzt, muss trotzdem eine Bestattung in einem Urnengrab stattfinden.

Obwohl die Diamantbestattung an sich in Deutschland nicht erlaubt ist, entscheiden sich immer mehr Deutsche für diese Form der Erinnerung an ihre Lieben. Das sorgt auch für eine recht flächendeckende Verfügbarkeit an Dienstleistern.

Bei größeren Familien oder mehreren Hinterbliebenen sollte übrigens klar geregelt werden, wer den Diamanten erhält - anderenfalls kann es zu Streit kommen. Da aus der Asche eines Menschen jedoch mehrere Diamanten gewonnen werden können, wäre auch die Schaffung verschiedener Erinnerungsstücke denkbar.

Fazit - Die Erinnerung in den Händen

Auch wenn bei Trauer und Tod häufig Traditionen zum Tragen kommen, ist die Diamantbestattung eine neue und auch erfolgreiche Art, den Verlust eines lieben Menschen zu lindern. Das schöne Schmuckstück ist mit seiner besonderen Bedeutung etwas Wertvolles, dass die Wertschätzung dem Verstorbenen gegenüber ausdrückt. Dass die Kosten dabei durchaus mit anderen Formen der Bestattung vergleichbar sind und sogar darunter liegen können, ist ein weiterer Pluspunkt dieser Art der Erinnerung. Somit ist die Diamantbestattung mit ihrer Wertigkeit und ihrer Unvergänglichkeit eine wunderbare Möglichkeit, die Erinnerung an die verstorbene Person stets bei sich zu tragen und nach außen hin sichtbar zu machen – in einem wunderschönen Schmuckstück, dass bei jedem Blick darauf verzaubert und die schöne Seite zum Vorschein bringt.

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