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Von den 750 erfolgreichsten Familienunternehmen weltweit kommen nicht weniger als 119 aus Deutschland. Allein unter den Top 10 befinden sich drei hiesige Unternehmen. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Zweiter Platz beim Gesamtumsatz

Das Anfang 2019 erschienene „World’s Top 750 Family Business Ranking“ wurde von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in Zusammenarbeit mit der Online-Plattform Family Capital erstellt. Ergebnis: Deutschland liegt mit 119 der 750 weltweit umsatzstärksten Familienunternehmen auf Platz zwei. Spitzenreiter sind die USA mit 171 Firmen in Familienbesitz, dritter ist China mit 41. In Europa verweist Deutschland Frankreich mit 35 und Italien mit 27 Familienunternehmen auf die Platzierungen zwei und drei.

Auch beim Gesamtumsatz müssen sich Volkswagen, BMW und Co. nicht verstecken: Die 119 Unternehmen erwirtschafteten 2017 zusammen insgesamt etwa 1,3 Billionen US-Dollar. Damit landen sie im Gesamt-Ranking ebenfalls auf dem zweiten Platz.

Die Führung vieler dieser Firmen liegt schon seit Generationen in Familienhand: Ein typisches Beispiel ist Schwarz Cranz. Der Lebensmittelbetrieb, 1852 als kleine Landschlachterei gegründet, wird seit 1999 in sechster Generation von der Betriebswirtin Kristin Schwarz geleitet. Schwarz Cranz beschäftigt etwa 500 Mitarbeiter und setzt bei der Fertigung von Fleisch- und Wurstwaren auf traditionelle Herstellungsmethoden.

Drei deutsche Konzerne unter den Top 10

In die globalen Top 10 der zehn umsatzstärksten Familienunternehmen haben es drei deutsche Betriebe geschafft: Die Volkswagen AG belegt den zweiten Rang, gefolgt von dem Handelskonzern Schwarz Gruppe auf dem sechsten und der BMW AG auf dem siebten Platz.

Ganz oben steht das US-Unternehmen Walmart Inc.; überhaupt stellen US-Amerikaner fünf der ersten zehn Positionen. Lediglich die niederländische Investmentgesellschaft Exor NV (Platz vier) und der indische Mischkonzern Tata Sons Ltd. (Platz neun) konnten die amerikanisch-deutsche Vorherrschaft durchbrechen.

Nur wenige deutsche börsennotierte Familienunternehmen

Beim Börsengang zeigen sich deutsche Unternehmerfamilien allerdings eher zurückhaltend: Von den 119 deutschen Familienunternehmen in der Liste sind nur 20 an der Börse notiert. Hier scheinen Bodenständigkeit sowie der Wunsch nach Unabhängigkeit eine große Rolle zu spielen – ähnlich wie bei der Entscheidung, das Familienunternehmen in fremde Managerhände zugeben: 72 der 119 deutschen Familienunternehmen sind inhabergeführt, nur 47 von Fremdmanagern.

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