Die Arbeitslosenquote ist seit Neujahr von 4,2 auf 4,5 Prozent angewachsen. Zudem werden weniger Stellen ausgeschrieben.
Zum Jahresbeginn ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Ludwigsburg deutlich gestiegen. Das teilt die Agentur für Arbeit mit. Am Stichtag im Januar waren 14.274 Arbeitslose gemeldet. Das sind 943 oder 7,1 Prozent mehr als im Dezember und 1103 Personen oder 8,4 Prozent mehr als im Januar vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,3 auf 4,5 Prozent (Januar 2025: 4,2 Prozent).
3309 Frauen und Männer meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, darunter 1736 direkt aus einer vorherigen Beschäftigung. Dem gegenüber standen 2364 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit. Bei allen Personengruppen nahm diese gegenüber dem Vorjahr zu: Die Spanne an Veränderungen reicht von plus 1,8 Prozent bei Ausländern bis plus 15,6 Prozent bei Deutschen. Bei Männern fiel der Zuwachs mit 11,5 Prozent deutlich größer aus als bei Frauen mit plus 4,5 Prozent.
Industrielle Schlüsselbranchen sind besonders betroffen
„Die schon seit mehr als drei Jahren andauernde stetige Zunahme der Arbeitslosigkeit ist Folge einer anhaltenden konjunkturellen Schwäche und einer strukturellen Krise im Verarbeitenden Gewerbe. Betriebliche Anpassungsmaßnahmen vieler Unternehmen haben zu einem spürbaren Beschäftigungsrückgang in den industriellen Schlüsselbranchen geführt“, analysiert Martin Scheel, Leiter der Agentur für Arbeit Ludwigsburg, die herausfordernde Lage.
Er erklärt weiter: „Zugleich sehen wir aber auch als Gegengewicht zu dieser negativen Entwicklung weiterhin sichere Beschäftigungen in anderen Branchen, beispielsweise in der öffentlichen Verwaltung, der Pflege, in den Gesundheitsberufen sowie im Handwerk, mit einem hohen Bedarf an Fach- und Arbeitskräften.“
Immer weniger ausgeschriebene Arbeitsstellen
Die überaus schwache Dynamik am Arbeitsmarkt macht sich auch in der Arbeitskräftenachfrage bemerkbar. Im Januar meldeten die Unternehmen und öffentlichen Arbeitgeber 480 neue Stellen. Das waren 35 Prozent weniger als im Dezember und 6,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen lag mit 2539 Angeboten um 300 Stellen oder 10,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.