In der verkehrsberuhigten Weilheimer Amtgasse ließen unbekannte Täter Sprengstoff explodieren. Foto: Roberto Bulgrin

Nach zwei Sprengstoff-Attacken innerhalb kurzer Zeit in Weilheim sind Bürger und Stadtverwaltung in Aufregung. Die Polizei teilt noch keine neuen Erkenntnisse zu den Fällen mit.

Von der Polizei ist zu dem Sprengstoffangriff in der Nacht auf Sonntag in der Weilheimer Innenstadt noch nichts Neues zu erfahren: „Unsere Kollegen der Kriminalpolizei sind an den Fällen dran“, teilt eine Sprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums Reutlingen auf Anfrage mit.

Innerhalb kurzer Zeit ereigneten sich zwei nächtliche Explosion in Weilheim. Die Vorgänge ähneln sich: Am 9. November detonierte ebenfalls in der Nacht auf einen Sonntag in der Kirchheimer Straße Sprengstoff unter einem Auto, das schwer beschädigt wurde. Verletzt wurde in beiden Fällen niemand. Die Täter entkamen beidesmal den sofort eingeleiteten Fahndungen.

Die Kripo prüfe, so die Polizeisprecherin, ob ein Zusammenhang zwischen den Taten bestehe und ob es sich um ein gezieltes Vorgehen handelte oder die Fahrzeuge zufällig ausgewählt wurden. Ob über den oder die Täter und ihre Motive inzwischen Näheres bekannt ist, teilt die Polizei nicht mit.

Sprengkörper in Weilheim waren große Feuerwerksböller

Bei der Attacke am vergangenen Sonntagmorgen gegen 2.15 Uhr in der Amtgasse wurden die Anwohner durch zwei Knallgeräusche aus dem Schlaf geschreckt. Beschädigt wurden durch die Detonationen ein geparktes Auto und ein angrenzendes Wohnhaus. Am Fahrzeug entstanden 25 000 Euro Sachschaden, der Schaden am Haus ist noch nicht beziffert. Laut Polizei wurden sowohl Anfang November als auch diesmal große Feuerwerksböller, die nicht frei gehandelt werden, als Sprengkörper verwendet.

In Weilheim geht nun die Sorge um, dass aus den beiden Attacken eine Serie werden könnte. Auch bei der Stadtverwaltung ist man in Alarmstimmung. „Der Schrecken über diese Taten sitzt tief. Wir tappen völlig im Dunkeln, was die Motive der Täter sein könnten“, sagt Hauptamtsleiterin Daniela Braun. Bürgermeister Johannes Züfle war für eine Stellungnahme aus terminlichen Gründen nicht zu erreichen.

Nichts bekannt von Bandenkonflikten oder Ähnlichem

Von Bandenkonflikten oder Ähnlichem sei in Weilheim nichts bekannt, erklärt die Hauptamtsleiterin. „Wie in jeder Kleinstadt gab es in der Vergangenheit schon mal einzelne Sachbeschädigungen. Aber eine Bande ist nie auffällig geworden.“ Daniela Braun hofft auf einen schnellen Fahndungserfolg der Polizei, denn die Ungewissheit steigere die Beunruhigung: „Die Leute sind verunsichert und haben Angst.“