Die Spieler des VfB Stuttgart diskutieren mit Schiedsrichter Sascha Stegemann (li.) nach der Partie in Wiesbaden. Foto: Baumann

Der Einspruch des VfB Stuttgart gegen die Spielwertung des 1:2 beim SV Wehen Wiesbaden ist verständlich. Die Spieler des Zweitligisten sollten sich aber lieber mit anderen Dingen beschäftigen, kommentiert unser Autor Dirk Preiß.

Stuttgart - Keine Frage: Die Szenen waren grotesk. Ein Handspiel, das kaum zu erkennen war. Ein Videoassistent, der übereifrig eingriff. Und ein Schiedsrichter auf dem Feld, der das Vergehen partout nicht identifizieren konnte – am Ende aber doch auf Handelfmeter entschied. So verlor der VfB Stuttgart in der siebten Minute der Nachspielzeit beim SV Wehen Wiesbaden.

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Gegen diese Spielwertung hat der Zweitligist nun Einspruch eingelegt – und es ist aufgrund der Vorkommnisse sein gutes Recht, sich zu wehren, auch wenn die Aussicht auf Erfolg wohl eher gering ist. Die aufgrund der Geisterspiel-Atmosphäre deutlich hörbare Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Videoassistent legt den Verdacht eines Regelverstoßes nahe. Der VfB setzt öffentlichkeitswirksam also zwei wichtige Zeichen.

Das erste: So – mit einer krampfhaften Suche nach einem möglichen Vergehen – kann und darf der Videobeweis nicht funktionieren. Das zweite: Wir setzen uns zur Wehr. Das Letztere sollten sich aber vor allem die Spieler des VfB Stuttgart zu Herzen nehmen.

Das große Ziel gerät in Gefahr

Denn das kuriose Zustandekommen des 1:2 in der Nachspielzeit ist das eine. Das andere ist die enttäuschende Leistung einer Mannschaft, die auch in der letzten und wichtigsten Saisonphase noch immer nicht verstanden zu haben scheint, auf was es im Aufstiegsrennen der zweiten Liga ankommt. Widerstände überwinden, sich nicht auf spielerische Qualitäten verlassen, unbedingten Siegeswillen ausstrahlen. Von all dem war am Sonntag nicht viel zu sehen – und das große Ziel gerät acht Spieltage vor Saisonende (sofern es so viele überhaupt werden) in Gefahr.

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Deshalb ist der Einspruch gegen die Spielwertung vom Sonntag einerseits richtig und verständlich. Eines darf er aber auf keinen Fall sein: ein Alibi für die entgangenen Punkte in Wiesbaden.