Auf Nico Hummel (rechts) bauen die Köngener Verantwortlichen auch in der Landesliga. Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

Gerade einmal zwei Wochen nach dem Aufstieg in die Landesliga starten die Fußballer des TSV Köngen mit sieben Zugängen und einem verjüngten Kader in die Vorbereitung auf die neue Saison.

KöngenGut zwei Wochen ist es her, dass die Fußballer des TSV Köngen nach einem 5:1-Relegationserfolg gegen den TSV Weilheim die Rückkehr in die Landesliga feiern durften. Doch viel Zeit zum Abschalten blieb nicht, bereits an diesem Dienstag startet der TSV in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit. „Die Planungen laufen auf Hochtouren“, berichtet Trainer Daniel Rieker. Der Großteil des bisherigen Kaders wird zum Trainingsauftakt wieder zusammenkommen.

Einige Veränderungen gibt es dennoch: Da wäre zunächst einmal der Abgang von Kapitän und Leistungsträger Rafael Horeth. Dieser ist für die Köngener besonders schmerzvoll. „Sein Weggang reißt natürlich ein Loch“, gibt Rieker zu. Er ergänzt: „Sowohl menschlich als auch sportlich ist das ein herber Verlust. Er hat eine Ära hier geprägt.“ Übel nimmt er dem Kapitän den Abgang aber nicht: „Er hat sich erst vor einer Woche entschieden, aber immer mit offenen Karten gespielt.“ Der Sportliche Leiter Joachim Dienelt hatte sich nach dem Aufstieg zwar durchaus Hoffnungen auf einen Verbleib des Leitwolfs gemacht, doch auch er betont: „Seine Aussage war immer, dass er kein weiteres Jahr Bezirksliga spielen möchte. Er hat uns aber nach dem Aufstieg nicht zugesagt, von daher ist es okay.“ Ebenfalls verlassen werden den Verein Sebastian Albrecht (TV Unterboihingen), Maximilian Stockbauer (zurück zum SV Vaihingen) und Erik Edwardson. Das Ziel des torgefährlichen Deutsch-Kanadiers ist noch unbekannt.

Wenn Rieker an diesem Dienstag das erste Mal zum Training bittet, werden aber auch neue Gesichter auf dem Platz zu sehen sein – sieben Zugänge sollen dem TSV in der Landesliga helfen. Vom Bezirksliga-Absteiger TSV Denkendorf kommt Nico Riccio, Keba Sama kommt vom VfB Oberesslingen/Zell. Darüber hinaus stößt Sven Dobler vom TV Echterdingen zur Rieker-Elf. Dazu kommen Baran Ates aus der Jugend des Oberligisten SSV Reutlingen, Daniel Djedovic aus der Kirchheimer Jugend sowie Torhüter Krenar Kryeziu aus der A-Jugend des Verbandsliga-Aufsteigers VfL Pfullingen. Außerdem kehrt Kim-Lars Ehrler nach einjährigem Intermezzo vom TSV Weilheim zurück nach Köngen. Diese Spieler wurden allesamt unabhängig von der Ligazugehörigkeit verpflichtet, die Zusagen hatten die TSV-Verantwortlichen bereits vor dem feststehenden Aufstieg. Dienelt: „Andere Vereine hätten für dieses Szenario vielleicht noch vier, fünf gestandene Spieler in der Hinterhand gehabt. Wir können uns das jedoch nicht leisten, wir bleiben unserer Linie treu.“

Durch die Veränderungen wurde der Kader in erster Linie verjüngt. Das passt zur Philosophie der Köngener, die laut Dienelt den „wahrscheinlich kleinsten Etat der Liga“ haben. Stattdessen setzt der TSV sein Vertrauen lieber in junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs und von außerhalb. Damit ist der Aufsteiger bereits in der vergangenen Saison gut gefahren. Mittelfeldakteur Nico Hummel zum Beispiel überzeugte auf ganzer Linie und absolvierte ganze 32 Saisonspiele – mit gerade einmal 18 Jahren. „Nach dieser sehr guten Bezirksliga-Saison unserer Youngster, die wir in dieser Form nicht erwartet hatten, traue ich ihnen den Sprung in die Landesliga auf jeden Fall zu“, sagt Dienelt. Er ergänzt: „Das Trainerteam hat die Aufgabe, diese Spieler auf und neben dem Platz zu fördern und zu unterstützen.“ Rieker hat ähnliche Vorstellungen: „Wir vertrauen den Jungs. Sie wissen, dass sie auch mal Fehler machen dürfen. Danach sind sie dann nicht sofort außen vor.“ Doch Dienelt nimmt auch die ältere Garde in die Pflicht: „Es ist auch für sie eine Chance, voranzugehen. Gerade nach dem Abgang von unserem Kapitän.“

Sowohl er als auch sein Cheftrainer halten den aktuellen Kader für stark genug, um den Klassenverbleib zu schaffen. Auch wenn Rieker betont: „Zunächst einmal gilt es, sich zu stabilisieren und so viele Punkte wie möglich zu holen. Aber natürlich wollen wir unbedingt die Klasse halten.“ Dienelt schiebt lachend hinterher: „Am besten ohne Relegation. Eine normale Saison ohne Verlängerung wäre wirklich mal wieder schön.“

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