Der Seat Tarraco: Der 4,74 Meter lange SUV bildet den vorläufigen Höhepunkt von Seats Produktoffensive. Quelle: Unbekannt

Mit dem Tarraco, dem nach Arona und Ateca dritten und größten Geländewagen der spanischen VW-Tochter, steuert Seat in eine neue Dimension.

EsslingenSeats Fieberkurve war nicht immer die beste, aber seit einiger Zeit zeigt sie ziemlich steil nach oben: Wurde schon 2018 mit 517 600 verkauften Fahrzeugen ein Rekordjahr (+10,5 Prozent), so legte der spanische Autohersteller im neuen Jahr gleich nach und schaffte mit 44 500 Fahrzeugen den besten Januar in seiner 68-jährigen Firmengeschichte. Dabei haben die Spanier immer noch ein Ass im Ärmel: Die Rede ist vom Tarraco, dem nach Arona und Ateca dritten und größten Geländewagen der spanischen VW-Tochter. Mit ihm steuert Seat in eine neue Dimension. Das SUV ist technisch eng verwandt mit VW Tiguan Allspace und Skoda Kodiaq, kostet mindestens 29 980 Euro und startet noch im Februar in den deutschen Markt.

Der 4,74 Meter lange Tarraco, der ab 2020 auch als Plug-in-Hybrid erhältlich ist, wurde im spanischen Martorell entwickelt und wird in Wolfsburg gebaut. Benannt wurde er nach dem antiken Namen der spanischen Mittelmeerstadt Tarragona. Der Tarraco ist ein echter Allradler und mit fünf oder sieben Sitzen verfügbar. Als Fünfsitzer steht mit 760 Litern Ladevolumen ein riesiger Gepäckraum zur Verfügung. Als Siebensitzer sind es immerhin noch 230 Liter. Die hinteren Sitze können aber bis zu 18 Zentimeter verschoben und deren Lehnen vorgeklappt werden, so erweitert sich das Ladevolumen auf gigantische 1920 Liter. Kaum vorstellbar, was da alles reinpassen könnte.

Die Tarraco-Einstiegsversion ist mit einem 1,5 Liter großen Benziner bestückt, der 110 kW/150 PS leistet, bis zu 201 km/h schnell ist und laut Datenblatt im Schnitt 6,6 Liter Benzin benötigt (CO2: 152 g/km). Daneben bietet Seat als zweiten Benziner einen 2,0-Liter mit 140 kW/190 PS (ab 30 380 Euro) sowie zwei Diesel (ab 33 750 Euro) mit den gleichen Eckwerten an. Damit sinkt der Normverbrauch auf bis zu 4,9 Liter (129 g/km CO2). Dabei sind die jeweils stärkeren Varianten serienmäßig mit Allradantrieb und siebenstufigem Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt, für den schwächeren Diesel gibt es das 4Drive genannte System als Option.

Zur Ausstattung zählen unter anderem LED-Scheinwerfer, digitale Instrumente und eine automatische Abstandsregelung. Hinzu kommt ein acht Zoll großer Touchscreen, der den Benutzern ermöglicht, über die integrierte Full Link-Technologie mit nur einem Fingertipp auf die wichtigsten Informationen zuzugreifen. Dank des einfachen Zugriffs auf Anrufe, Nachrichten, Musik sowie mit der DriveApp sind die Passagiere im Tarraco überall und jederzeit vernetzt.

Das Umfeldbeobachtungssystem, genannt Front Assist, mit Radfahrererkennung, Spurhalteassistent und Notruffunktion ist standardmäßig in allen Ausführungen des Tarraco enthalten, während die Adaptive Cruise Control (ACC) mit Abstandsradar beim Tarraco in der Ausstattungsvariante Xcellence bereits serienmäßig enthalten ist.

Optional sind zusätzliche Fahrerassistenzsysteme wie Ausparkassistent, Notfallassistent, Totwinkel-Assistent, Verkehrszeichenerkennung, Stauassistent, Spurhalteassistent und Fernlichtassistent an Bord. Darüber hinaus hat Seat beim Tarraco zum ersten Mal zwei neue Sicherheitssysteme eingeführt: Pre-Crash-Assistent und Überschlagerkennung. Hinzu kommen noch Komfortfunktionen wie etwa die Einparkhilfe, die elektrische Heckklappe mit virtuellem Pedal und das Rundum-Kamera-System.

Für Seat gilt der Marktstart des Tarraco als Höhepunkt der bisher größten Produktoffensive des Unternehmens. Mit dem SUV werde nicht nur das Portfolio erweitert und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert, sondern Seat bediene nun mit seinem Fahrzeugangebot 80 Prozent der Segmente im europäischen Markt, heißt es. „Wir sind jetzt beinahe ein Fullsize-Anbieter“, bekräftigt Seat-Deutschland-Chef Bernhard Bauer.

Erprobt wurden die Allrad-Fähigkeiten des Tarraco übrigens in der marokkanischen Wüste, was nicht von ungefähr kam, denn Seat hat innerhalb seiner Globalisierungs-Strategie derzeit den nordafrikanischen Markt besonders im Blick.

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