12.01.2019 Am Samstag fand in Altbach der Nachtumzug statt.

 Foto: Boosz

Zünfte aus dem ganzen Landkreis unterstützten die Altbacher Narren beim Start in die Kampagne 2019. Hunderte begeisterte Zuschauer säumten die Strecke.

AltbachIn vielen Orten dient die Fasnetszeit zur Vorbereitung aufs Fasten und Darben. Andernorts soll mit viel Lärm und schrecklich-schönen Gestalten der Winter vertrieben werden. Geschneit hat es in Altbach nicht mehr. Dafür haben die rund 2000 Hästräger mit ihrem Umzug gesorgt. Dafür regnete es in Strömen. „Das schlechte Wetter ist zwar nicht gut für uns“, schimpfte Umzugssprecher Kevin Mayer von den Neck’r Hexa ond Deifl, „aber selbst der Regen macht uns nichts aus, wir feiern trotzdem.“

Und das taten die vielen Gruppen und Zünfte auch. Aus nah und fern waren sie nach Altbach gekommen, um den Beginn der Kampagne 2019 zu feiern. Hunderte unentwegte Zuschauer säumten den Straßenrand und waren begeistert. „Mir gefallen vor allem die leuchtenden Augen der Hexen und Wölfe“, verriet die fünfjährige Lea aus Altbach in ihrem Prinzessinnenkleidchen. Ihre Mama pflichtete bei: „Die Organisatoren geben sich so viel Mühe mit dem Umzug, und die Häs sind immer wieder famos.“

Der Narren-Lindwurm zog sich über mehr als einen Kilometer und hatte alles dabei, was das Narrenherz begehrt. Viele traditionelle Kostüme, die seit Generationen getragen werden – ein Häs wird nicht jedes Jahr durch ein anderes ersetzt – sowie die oft erschreckenden Larven und Masken fanden viel Begeisterung. Für die Mädels konnte es zwischendurch schon mal prekär werden, denn die Fasnet ist nicht nur Anschauungsunterricht, sondern lädt zum aktiven Teilnehmen ein. Wer da nicht wollte, wurde kurzerhand mal geschultert und im Umzug mitgetragen. Da konnte es schon passieren, dass ein Schuh samt Schuhbändel „verloren“ ging. Aber genau dieser Schabernack macht die Umzüge hier in der Region aus. Als Besucher wird man Teil des Treibens. Die Zünfte und Gruppen im Landkreis besuchen sich gegenseitig bei den Anlässen. So waren viele der 48 Laufgruppen aus der näheren Umgebung am Nachtumzug dabei. Die Lenninger Hexen flogen herbei, die Kolba Hexa aus Baltmannsweiler stiegen trotz Katerstimmung – sie hatten am Vorabend ihr Fasnets-Opening – ins Tal herab und die Nürtinger Steinachdämonen lösten fröhliche Schrecksekunden im Publikum aus. Aus Kirchheim waren die Deifl aus dem Kloster ausgebrochen, Wernau schickte sein Löwenrudel zum Umzug und selbstverständlich sorgten Gruppen aus Altbach für mächtig viel Spaß. Der Sportclub, die Kinder vom katholischen Kindergarten sowie die Lebensretter der DLRG-Ortsgruppe und die Turner hatten sich wieder schöne, aber auch zum Nachdenken anregende Motive einfallen lassen. Über den Neckar kamen der Hoaga Ma und die alte Hex Marie aus Denkendorf. Aus Esslingen kamen einige Gruppierungen und auch die Nellinger Narren ließen es sich nicht nehmen, am siebten Nachtumzug dabei zu sein.

Für die Kinder war es ein Hit, wenn es Süßes oder Saures aus Narrenhänden gab. Vor allem, wenn unter der frech grinsenden Hexenlarve plötzlich eine liebliche Stimme hervorklang. So mancher Knabe musste aber um seine wärmende Mütze kämpfen. Kevin Mayer, der die Zünfte und Gruppen begrüßte und vorstellte, ist mit dem bunten Treiben zufrieden: „Der Nachtumzug läutet unsere närrische Zeit ein und die ist in diesem Jahr besonders lang. Zu unserem Glück.“ Deshalb stehen viele Gegenbesuche auf dem Programm. Auf den Umzug folgte noch die lange Narrenparty in der Gemeindehalle.

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