Foto: Panitz - Panitz

Der Rothaarsteig, unter Wanderern längst als „Weg der Sinne“ geschätzt, wurde 2011 vom Deutschen Wanderinstitut in Marburg als „Premiumweg“ ausgezeichnet.

WinterbergEs muss nicht immer das Allgäu, der Schwarzwald oder die Alpen sein, der Blick geht dieses Mal nach Norden, denn wer gerne in den Bergen wandert, dem wird auch die herrliche Landschaft des Rothaargebirges im Sauerland gefallen. Das Rothaargebirge liegt teils in Nordrhein-Westfalen und teils in Hessen. An seinem höchsten Punkt, dem Langenberg, ist es 843 Meter hoch. Zum Vergleich: der höchste Berg der Schwäbischen Alb ist der Lemberg mit 1015 Metern.

Seit 2001 der 154 Kilometer lange Rothaarsteig eingeweiht wurde, begann im Rothaargebirge ein neues Kapitel im Wandertourismus. Zwar hatte der Sauerländische Gebirgsverein zuvor schon attraktive Wanderwege ausgeschildert, aber eine lange Strecke direkt auf dem Hauptkamm zu wandern, das war neu. Der Rothaarsteig, unter Wanderern längst als „Weg der Sinne“ geschätzt, wurde 2011 vom Deutschen Wanderinstitut in Marburg als „Premiumweg“ ausgezeichnet. Je nach Gusto kann man ihn in sechs, acht oder 12 Etappen bewältigen, wobei an allen Etappenzielen in kleinen Hotels, Gasthöfen oder Pensionen übernachtet werden kann.

Startpunkt ist Brilon am Nordostrand des Sauerlands. Über den Langenberg führt der Rothaarsteig an der Quelle der Ruhr vorbei nach Winterberg, ein bekannter Wintersportort. Hier knickt der Rothaarsteig nach Westen ab, führt über den Kahlen Asten (842 Meter) und südlich von Schmallenberg zum Rhein-Weser-Turm. Dann geht es wieder südwärts in das Quellgebiet von Lahn, Sieg und Eder. Endpunkt ist die Oranierstadt Dillenburg mit dem imposanten Wilhelmsturm.

Kunstwerke am Wegesrand

Links und rechts des Rothaarsteigs gehen mehrere Nebenwege ab, die eigens für kürzere Wanderungen beziehungsweise speziell für Familien angelegt wurden, wie etwa der Waldskulpturenweg, ein einmaliger Kunstwanderweg, der zwischen Bad Berleburg und Schmallenberg verläuft und die wechselvolle Geschichte zwischen dem protestantisch geprägten Wittgenstein und dem katholisch verwurzeltem Sauerland darstellt. Bekannte Künstler haben hier elf Werke am Wegesrand geschaffen, darunter das sechseinhalb Meter hohe „goldene Ei“ bei Bad Berleburg oder den fast acht Meter hohen, sogenannten Krummstab bei Schmallenberg-Schanze.

Ein weiterer Nebenwanderweg ist der Kyrillpfad bei Schanze, benannt nach dem Orkan Kyrill, der im Januar 2007 über das Sauerland hinweggefegt ist und tausende Bäume geknickt oder entwurzelt hat. Es wurde entschieden, die Natur an einer bestimmten Stelle einfach so zu lassen, wie sie ist, und dort hindurch einen Weg zu bauen – eben jenen Kyrillpfad. Rund eine Stunde läuft man hier über Holzstege. Steile Trittleitern führen zu Aussichtsplattformen mitten im Zentrum der beeindruckenden Sturmschäden.

Tipp für drei individuelle Etappen: Mit klasse Ausblicken auf das Hochsauerland wartet die rund 18 Kilometer lange Strecke von Winterberg nach Schmallenberg-Schanze auf (mit Einkehrmöglichkeit in der Hoheleyer Hütte, direkt am Rothaarsteig). Die beiden nächsten, jeweils circa 13 Kilometer langen Etappen, führen dann, ohne großes Auf und Ab, überwiegend durch einen idyllischen Hochwald, bis nach Schmallenberg-Jagdhaus beziehungsweise bis zum Rhein-Weser-Turm, bei Oberhundem.

Gepäck, Bisons und Karte

Der Gepäcktransport zum nächsten Etappenziel wird von zertifizierten Hotels und Gasthöfen am Rothaarsteig als Service angeboten.

Lohnenswert ist ein Abstecher zur „Wisent-Wildnis“ zwischen Schmallenberg und Wingeshausen. Hier leben in einem riesigen Gehege Wisente, auch Bisons genannt – deutschlandweit die größten Landsäugetiere.

Informationen und eine Übersichtskarte des Rothaarsteigs zum Download unter www.rothaarsteig.de

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