Extrem flach unterwegs: Der kompakte, 4,61 Meter lange Kia ProCeed. Foto: Kia - Kia

Kia hat den ProCeed Shooting Brake an den Start gebracht – so werden Autos genannt, die eine Mischung zwischen Coupé und Lifestyle-Kombi sind.

EsslingenWenn ein Auto die Zusatzbezeichnung Shooting Brake hat, dann hört sich das nicht nur cool an – es macht auch neugierig, was dahinter steckt. Kia hat diese Wundertüte jetzt geöffnet, und den ProCeed an den Start gebracht, der eben jene Zusatzbezeichnung trägt. So werden Autos genannt, die eine Mischung zwischen Coupé und Lifestyle-Kombi darstellen. Mit dem völlig neu entwickelten ProCeed hat Kia den ersten kompakten Shooting Brake eines Volumenherstellers auf den Markt gebracht. Es ist die nun dritte Variante des kompakten Ceed, der Mitte 2018 in der dritten Generation durchstartete.

In den Proportionen hebt sich der ProCeed deutlich von seinen Schwestermodellen ab und ist laut Kia mit einer Höhe von 1,42 Meter das flachste Fahrzeug im gesamten C-Segment. Prägendes Element ist dabei die dynamische Dachlinie und die stark geneigte Heckscheibe. Dass die Sicht nach hinten dadurch etwas eingeschränkt wird, hat Kia zugunsten des Designs, das bereits internationale Ehrungen verbuchte, in Kauf genommen. Für Design-Liebhaber ist dies eh kein Thema.

Zwei Benziner, ein Diesel

Das 4,61 Meter lange Flaggschiff der Ceed-Baureihe wird nur als GT Line und GT angeboten. Alle drei Motorisierungen – zwei Turbobenziner und ein moderner, schadstoffarmer Diesel – sind optional auch mit einem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe (DCT) erhältlich. Die Preise starten bei 27 690 Euro (1,4-Liter-Benziner, 140 PS), die 204 PS starke Topversion GT (1,6-Liter-Benziner) kostet mit Schaltgetriebe 31 190 Euro und mit DCT 33 190 Euro. Die 204 PS reichen für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 7,4 Sekunden und für 225 km/h Spitze. Den Verbrauch gibt Kia je nach Getriebevariante mit 6,2 oder 6,8 Litern an (142 bis 155 g/km CO2). Das zur Verfügung stehende dritte Aggregat ist ein 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS (ab 29 590 Euro). Alle Motoren entsprechen der Abgasnorm Euro 6d-Temp. Der in Deutschland designte und entwickelte Shooting Brake wird, wie alle Ceed-Modelle, in der Slowakei produziert und ist mit der 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie ausgestattet.

Der ProCeed ist 43 Millimeter niedriger und fünf Millimeter länger als der Ceed Sportswagon (der „normale” Kombi). Ein Novum in diesem Segment ist das Leuchtband, das die LED-Rückleuchten verbindet und dem ProCeed eine charakteristische Lichtsignatur gibt. Zu den zehn Außenfarben gehört der neue Farbton Orange Fusion Metallic, der seine besondere Brillanz durch metallbeschichtete Glaspartikel erhält. Kia ist der erste Volumenhersteller, der diesen Effektlack im Kompaktsegment einsetzt.

Für eine sportliche Atmosphäre im Innenraum sorgen unter anderem der schwarze Dachhimmel, die Aluminium-Sportpedale und das unten abgeflachte Sportlederlenkrad. Mit seinem Gepäckraumvolumen von 594 Litern (29 Liter weniger als der Kombi) lässt der Shooting Brake viele konventionelle Kombis in der Kompakt- und sogar Mittelklasse hinter sich. Das maximale Ladevolumen beträgt üppige 1545 Liter. Sehr variabel ist die dreigeteilte Rücksitzbank (40:20:40), die beim GT Serie und für den GT Line optional erhältlich ist und sich vom Gepäckraum aus bequem per Fernentriegelung umklappen lässt. Zur Serienausstattung gehören unter anderem ein Gepäckraumtrennsystem auf Schienenbasis, ein Gepäcknetz und Ablagefächer im Boden.

Serie sind beim ProCeed unter anderem LED-Scheinwerfer, Smart-Key, Audiosystem mit 7-Zoll-Touchscreen, digitaler Radioempfang, Smartphone-Schnittstelle, Rückfahrkamera, Klimaautomatik, Sitzheizung vorn sowie Dämmerungs- und Regensensor. Das serienmäßige Assistenzspektrum umfasst zudem einen Frontkollisionswarner inklusive Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, aktiven Spurhalteassistent, Spurwechselassistent, Querverkehrwarner, Müdigkeitswarner und Fernlichtassistent sowie bei den DCT-Versionen eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stopp-and-go-Funktion. Die Topversion GT bietet darüber hinaus ein intelligentes Parksystem, elektrische Heckklappe, induktive Smartphone-Ladestation, Supervision-Instrumentenanzeige und – als erster Kia – eine vollständig beheizbare Frontscheibe.

Neben dem Sportage ist der Ceed das meistverkaufte Kia-Modell in Deutschland. Noch 2019 will der koreanische Hersteller vom Ceed auch einen Mild-Hybrid mit 48-Volt-System anbieten und später eine Plug-in-Version nachreichen.

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