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Die Lärmbelastung im Alltag und am Arbeitsplatz steigt. Bauprojekten vor der eigenen Haustür oder dem Fluglärm bei Nacht steht die erhöhte Lärmbelastung am Arbeitsplatz gegenüber. Schätzungen zufolge sind bis zu fünf Millionen Menschen in Deutschland täglich einer Lärmbelastung am Arbeitsplatz ausgesetzt. Eine durch anhaltende Lärmbelastung ausgelöste Schwerhörigkeit gilt in der Bundesrepublik als einer der häufigsten Berufskrankheiten.

Lärmbelästigung spielt sich nicht nur allein im Ohr ab. Andauernder Lärm verursacht Stress. Diese extraauralen Symptome stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit einer erhöhten Lärmbelastung:

  • Kopfschmerzen
  • Bluthochdruck
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlaflosigkeit
  • Verdauungsbeschwerden

Dabei lassen sich die einzelnen Lärmquellen hinsichtlich der Lautstärke nicht immer einfach einordnen.

Die menschliche Hörschwelle liegt bei 0 Dezibel. Alles was darüber liegt, wird als Störfaktor wahrgenommen und kann ebenfalls in Dezibel gemessen werden:

  • Weckerklingeln: bis 40 Dezibel
  • lautes Reden: bis 60 Dezibel
  • Rasenmäher: bis 80 Dezibel

Die Schmerzgrenze von 110 Dezibel kann u.a. von einer Kappsäge erreicht werden. Ein Gehörschutz ist daher beim Arbeiten mit diesen und weiteren Geräten unabdingbar. Düsenflugzeuge oder Explosionen liegen mit mehr als 120 Dezibel deutlich über der Schmerzgrenze.

Die Lärmbelästigung bei der Arbeit beginnt dort, wo das Geräusch als störend oder unangenehm wahrgenommen wird. Andauernder Lärm lenkt von der eigentlichen Arbeitsaufgabe ab. Die Konzentration lässt nach und der Stresspegel steigt an. Eine zusätzliche Gefahr besteht, wenn durch plötzlichen Lärm der Schreck dazu führt, dass einem Werkstücke entgleiten oder man von der Maschine abrutscht und sich verletzt.

Ein wirksamer Gehörschutz bei der Arbeit ist unerlässlich. Ohrstöpsel zu tragen muss dabei nicht heißen, absolut nichts mehr wahrzunehmen. Wie auf medmeister.de nachgelesen werden kann, unterscheidet man aktive und passive Ohrstöpsel. Während passive Ohrstöpsel den Lärm komplett ausblenden, gewährt in aktiven Ohrstöpseln ein Filter die am Arbeitsplatz notwendige Kommunikation.

Ein Lärmschutz beim Arbeiten kann durch verschiedene Maßnahmen sichergestellt werden. In Großraumbüros können das Klingeln der Telefone, das Klappern der Tastaturen und die Gespräche der Kollegen schnell zur Belastung werden. Durch das Aufstellen von Trennwänden wird der Schall absorbiert und zusätzlich ein eigener Bereich im Großraumbüro geschaffen.

Bei selbstständigen Handwerkern und in der Produktion ist auf hinreichend Gehörschutz zu achten. Es sollte auf möglichst lärmarme Arbeitsmittel zurückgegriffen werden. Fußböden und Aufstellflächen wirken schalldämmend. Einige Betriebe bieten sogenannte Räume der Stille an, wo sich Arbeiter eine „Auszeit“ vom Lärm nehmen können.

Die Behörden haben reagiert und entsprechende rechtliche Vorgaben veröffentlicht. So existieren eine Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung oder eine Arbeitsstättenverordnung. In der Lärmschutzverordnung sind bestimmte Richtlinien festgeschrieben, welche durch Lärm verursachte gesundheitliche Schäden verhindern sollen.

Entscheidend für diese Festlegungen sind der Tages-Lärmexpositionspegel und der Spitzenschalldruckpegel. Der Tages-Lärmexpositionspegel gibt den Mittelwert der Lärmbelästigung an, welcher an einem durchschnittlichen Arbeitstag entsteht. Ab einem Wert von 80 Dezibel sind die Arbeitgeber in der Pflicht, die Mitarbeiter über die erhöhte Lärmbelastung in Kenntnis zu setzen und einen Hörschutz anzubieten. Ab 85 Dezibel Tages-Lärmexpositionspegel missen Mitarbeiter einen Hörschutz tragen und es muss im Unternehmen nach Wegen gesucht werden, die Lärmbelastung einzuschränken.

Der Spitzenschalldruckpegel bezeichnet die maximal erreichbare Lautstärke am Arbeitsplatz. Ab eine Maximallautstärke von 137 Dezibel muss ein Gehörschutz getragen werden, auch wenn es sich nur um eine kurzzeitige Lärmbelastung handelt. Für die Arbeit im Büro sind keine Grenzwerte festgelegt. Angestrebt werden sollten Geräuschpegel, die dauerhaft unter 55 Dezibel liegen.

Die eigene Geräusch-Toleranz lässt sich verbessern, wenn man lernt, Geräusche auszublenden und sie so weniger intensiv wahrzunehmen. Dies gelingt zum Beispiel, wenn sich gezielt einer Aufgabe gewidmet wird und im Hintergrund Musik läuft. So lässt es sich lernen, Geräusche auszublenden und sich auch weiterhin auf die Arbeit zu konzentrieren.

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