Blick vom Pfänderhöhenweg auf den Weiler Hub, eine beliebte Region auch bei Radlern. Quelle: Unbekannt

Man muss im westlichen Allgäu kein ausdauernder Wanderer sein, um schöne Ecken zu entdecken.

ScheideggScheidegg im westlichen Allgäu ist bekannt für seine gesunde Höhenluft. In diesem heilklimatischen Kurort gibt es einige Kliniken, in denen Patienten oder Kurgäste behandelt werden, die an Erkrankungen der Atmungsorgane, etwa Asthma, leiden. Nicht nur sie, sondern immer mehr auch Ausflügler und Wanderer genießen hier, auf einer „Sonnenterrasse“, zwischen 600 und 1000 Metern Höhe, auch die klasse Aussicht auf die bezaubernde Bergkulisse im Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Österreich.

Man muss kein ausdauernder Wanderer sein, um hier schöne Ecken zu entdecken. Das gilt auch für die klassische Tour von Scheidegg zum Pfänder. Der Hausberg des Bodensees ist per Wanderweg über den Pfänderrücken gut erreichbar. Im Herbst ist es nicht selten, dass man hier sozusagen über den Wolken wandert. Weiter unten, Richtung Bodensee, bleibt der Nebel nämlich oft bis in den Nachmittag hinein hängen. Ansonsten ist die Region aber von der Sonne verwöhnt, Scheidegg selbst wurde schon vom Deutschen Wetterdienst als „sonnenreichster Ort Deutschlands“ benannt. Das liegt zum einen an der Höhenlage und an den Föhn-Effekten der nahen Alpen, die Wolken fernhalten.

Auf dem Pfänderhöhenweg

Der gut ausgeschilderte Wanderweg zum Pfänder startet am Kurhaus in Scheidegg, ist zehn Kilometer lang und weist 377 Höhen- sowie 182 Tiefenmeter auf. Dauer: Circa 3,5 Stunden. Am Pfänder (1064 Meter) gibt es nicht nur mehrere Einkehrmöglichkeiten, sondern auch einen beeindruckenden Blick auf den Bodensee, die Schweizer Alpen und auf Oberschwaben. Zurück geht es per Pfänderbahn nach Bregenz runter (7,50 Euro) und per Linienbus (3,90 Euro), mit Umstieg in Lochau oder Hörbranz, nach Scheidegg zurück.

Weniger anstrengend ist es, den Weg umgekehrt zu gehen, also erst per Bus nach Bregenz, mit der Pfänderbahn hoch und über die historische Schwedenschanze (uriger Gasthof) weiter nach Scheidegg (circa 2,5 Stunden). In jedem Fall wird man belohnt mit klasse Aussichten.

Ganz hoch hinaus in beziehungsweise bei Scheidegg kann man seit einigen Jahren auch dank des „Skywalk Allgäu“. Der 540 Meter lange Baumwipfelpfad (9,80 Euro) ist auf Initiative der Katholischen Jugendfürsorge Augsburg e. V. entstanden. Auf 40 Metern Höhe genießen Besucher ebenfalls grandiose Ausblicke, die bis zur Alpenkette und zum Bodensee reichen. Weitere Anziehungspunkte sind das Alpenfreibad, eines der schönsten Naturfreibäder überhaupt, und die Scheidegger Wasserfälle.

Vor kurzem wurde in dem Kurort das Theatron eingeweiht, eine neue Freilichtbühne am Kurparkweiher. Die einem Amphitheater nachempfundene Open-Air-Arena auf rund 900 Metern bietet Platz für 200 Gäste und wird geschmückt von sieben Wasserfontänen. Am 5., 7. und 9. September kommt übrigens hier, im Kurpark, der auch eine Kneipp-Anlage enthält, das musikalische Märchen Pollicino von Hans Werner Henze zur Aufführung.

Auf Schmugglerpfaden

Zu den Westallgäuer Wanderwochen laden vom 29. September bis 14. Oktober die vier Gemeinden Scheidegg, Oberreute, Lindenberg und Weiler ein. Täglich sind zwei oder drei geführte Touren im Angebot, von leicht bis schwer. Es geht etwa auf Schmugglerpfaden ins nahe Österreich, auf dem Jakobsweg nach Bregenz, zu den Scheidegger Wasserfällen, zum Kräutergarten Artemisia oder für geübte Wanderer auf den Hochgratgipfel (1834 Meter) bei Steibis.

Bei Besuchern beliebt ist auch der traditionelle Wendelinsritt, eine Reiterprozession zur Wendelinskapelle in Kinberg am 14. Oktober 2018.

Information: Tourismusbüro, Rathausplatz 8, 88175 Scheidegg, Telefon 08381/3055, www.scheidegg.de

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: