Henrik Bischofs vier Tore in der Anfangsphase legen den Grundstein zum Plochinger Erfolg. Foto: Robin Rudel - Robin Rudel

Die Mannschaft zeigt eine gute Mischung aus Leidenschaft und kühlem Kopf.

PlochingenManchmal müssen geläufige Ausdrucksweisen im Sport als Floskeln herhalten. Manchmal aber treffen sie die Situation auf den Punkt. „Der Funke war da“, sagte Trainer Michael Schwöbel. „Endlich ist der Knoten geplatzt. Das war wichtig für uns“, erklärte Christos Erifopoulos. Nach sieben Niederlagen in Folge haben die Drittliga-Handballer des TV Plochingen wieder gewonnen. Gegen die TSG Haßloch zeigten sie eine gute Mischung aus Leidenschaft und kühlem Kopf und setzten sich mit 34:27 (15:12) durch. „Hut ab vor der Mannschaft, wie sie hier nach sieben Niederlagen aufgetreten ist“, lobte Schwöbel.

Dass der Kopf eine wichtige Rolle im Sport spielt, war in den ersten Spielminuten zu erkennen. Den Plochingern war die Unsicherheit anzumerken. Aber dann lief einiges zu ihren Gunsten. Wenn die Haßlocher den Pfosten trafen, ging auf der anderen Seite der Ball knapp rein. Plochingens Henrik Bischof drehte auf und erzielte vier seiner acht Tore in der ersten Viertelstunde, auf der anderen Seite gelang den Gästen im Angriff zunächst kaum etwas. Mit 8:2 führten die Plochinger – Sicherheit und Spielfreude kehrten zurück. „Wir haben wieder das gezeigt, was wir zu Saisonbeginn auf die Platte gebracht haben“, erklärte Erifopoulos, der selbst auch wieder zur Form der ersten Rundenspiele gefunden hatte und seinen 100. Treffer im TVP-Trikot erzielte. Das Heimpublikum in der gut gefüllten Schafhausäckerhalle ging lautstark mit und feierte jedes Tor.

Kampf- und körperbetont

Doch auch die mitgereisten Haßlocher Fans taten, was sie konnten. „Auf jetzt“, rief ein Gästeanhänger den TSG-Spielern zu. Und die fanden zumindest langsam ins Spiel. Auf 10:12 kämpften sie sich heran, bei der Plochinger Drei-Tore-Führung zur Pause war noch längst nichts entschieden. Das änderte sich. Denn auch die Anfangsphase der zweiten Hälfte gehörte klar den Plochingern. Wieder gelang ihnen im Angriff fast alles, während die Haßlocher einen Fehlwurf nach dem anderen fabrizierten. Nach einem 6:1-Lauf stand es 21:13. Und diesmal kamen die Haßlocher nicht mehr gefährlich nahe. Obwohl sie in einem kampf- und körperbetonten Spiel alles gaben und auch Trainer Tobias Job sämtliche taktischen Register inklusive früher enger Deckung zog. Negativer Höhepunkt war die Rote Karte gegen Haßlochs Nils Röller, der TVP-Kapitän Dominic Werbitzky kurz nach der Pause übermotiviert und mit voller Wucht im Gesicht traf. Röller durfte und Werbitzky konnte nicht mehr weiterspielen. Ansonsten kam das Schiedsrichterduo mit sechs Zweiminutenstrafen aus.

„Plochingen war kämpferisch mehr da, hat den Sieg mehr gewollt und verdient gewonnen“, konstatierte schließlich Haßlochs Kapitän und Bester Kevin Seelos, dessen Team nach der dritten Niederlage in Folge den vorletzten Platz von den Plochingern übernahm.

Die tanzten derweil ausgelassen ihr Siegertänzchen. Lange hatten sie darauf warten müssen.

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