Foto: Peter Stotz - Peter Stotz

Seit Jahren gibt es in Lichtenwald Widerstand gegen eine Mobilfunkantenne in Hegenlohe. Mit dem Bau eines neuen Sendemasts außerorts hoffen die Bürger auf den Abbau der Antenne.

LichtenwaldDer Telekommunikationsanbieter Telefonica wird zwischen den Lichtenwalder Ortsteilen Hegenlohe und Thomashardt einen Funkmast errichten. Der Standort stimmt mit dem Mobilfunkkonzept der Gemeinde überein. Ziel ist, eine gute Mobilfunknetzabdeckung bei geringer Strahlungsbelastung zu erreichen. Mit dem Funkmast erhöhen sich auch die Chancen, dass die Antenne auf einem Hausdach in der Ortsmitte von Hegenlohe dorthin verlegt wird.

„Nach Jahren der Diskussion und der Bemühungen sind wir endlich so weit, dass wir ein Baugesuch für einen Mobilfunkmast beschließen können“, sagte Bürgermeister Ferdinand Rentschler in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Mit einem Beschluss könne auch ein wesentlicher Bestandteil des Mobilfunkkonzepts umgesetzt werden, das die Gemeinde 2014 auf den Weg gebracht hatte. Auslöser war die Sorge vieler Bürger von Hegenlohe vor Strahlenbelastung und Gesundheitsgefährdung, nachdem dort auf einem privaten Hausdach eine Mobilfunkantenne aufgebaut worden war (siehe Foto).

35 Meter hoher Stahlgittermast

Das Konzept sieht vor, dass eine möglichst umfassende Netzabdeckung für Mobilfunk nach den aktuellsten Standards erreicht werden soll. Gleichzeitig aber sollte ein Antennenstandort definiert werden, von dem aus möglichst alle Anbieter gebündelt und möglichst ohne Strahlenbelastung für die Einwohner senden können. Der Gemeinderat hatte dabei eine eventuelle Beeinträchtigung des Landschaftsbilds durch einen Sendemast im Außenbereich akzeptiert. Anhand eines umfangreichen Gutachtens zu Reichweiten, Strahlungsintensität und möglichen Gefährdungen der Einwohner, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte, wurde ein geeigneter Standort am Alten Schulweg nordwestlich von Hegenlohe ausgemacht. „Es folgten fünf Jahre Arbeit, bis wir nun die Pläne auf den Tisch bringen konnten“, sagte Rentschler. Seit 2014 sei mit diversen Anbietern über die Errichtung eines Funkmasts verhandelt worden. Im Sommer 2018 wurde schließlich mit dem Mobilfunkanbieter Telefonica ein Pachtvertrag für die gemeindeeigenen Wiesen am Schulweg unterzeichnet.

Zwischenzeitlich sind auch die Verhandlungen mit den Eigentümern der Nachbargrundstücke über Abstandsflächen abgeschlossen. Das Gremium erteilte daher dem Vorhaben der Telefonica einstimmig grünes Licht. Das Unternehmen, das die Netze E-Plus und O2 betreibt, wird am Alten Schulweg einen 35 Meter hohen Stahlgittermast errichten, an dem die Mobilfunkantennen angebracht werden. „Das ist ein ordentlicher Kawenzmann, aber das Unternehmen will die Kunden in beiden Ortsteilen erreichen“, berichtete Rentschler.

Dies könnte auch ein gewichtiges Argument für weitere Mobilfunkanbieter sein. So betreibt die Deutsche Telekom seit rund sechs Jahren die Mobilfunkantenne in der Ortsmitte von Hegenlohe. Der seitdem geforderte Abbau der Antenne scheint nun eher möglich als in der Vergangenheit. „Wir sind in Verhandlungen mit der Telekom. Ob sie mit ihrer Antenne von Hegenlohe auf den Mast umzieht, wird sich weisen. Zwingen können wir sie allerdings nicht“, sagte Rentschler.

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