Chorleiter Hans-Günther Driess Foto: Kellmayer - Kellmayer

Der Folklorechor Plochingen hat „The Latin Jazz Mass“ in der St. Magnus-Kirche in Wernau zugunsten der Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung aufgeführt.

WernauSeit 1991 unterstützt der Folklorechor Plochingen regelmäßig die Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung. Auch in diesem Jahr fließen die Einnahmen seiner beiden Weihnachtskonzerte der Aktion des Vereins Gemeinsam helfen zu: Mit den Spenden steht der Verein sozialen Organisationen und hilfsbedürftigen Menschen aus der Region zur Seite. Beim Konzert in der stimmungsvoll ausgeleuchteten Wernauer St. Magnus-Kirche hat Chorleiter Hans-Günther Driess mit der „Latin Jazz Mass“ des in der Schweiz wirkenden deutschen Komponisten Martin Völlinger eine mitreißende, durch freie Teile ergänzte Vertonung des Messordinariums ins Zentrum gestellt.

Der Komponist zeigt in seiner Messe keine Berührungsängste zu Pop, Jazz und Weltmusik – er drückt Freude, Hoffnung, Zuversicht und Glück in unterschiedlichsten Stilen aus: Das Spektrum reicht von lateinamerikanischen Tänzen über Gospels bis zu Pop-Balladen und funkigen Passagen. Dabei setzt Völlinger sechs verschiedene Sprachen ein, die sich im Spannungsfeld zwischen Altgriechisch, Lateinisch und Englisch bewegen.

Musikalische und sprachliche Hürden

Damit waren dem Folklorechor Plochingen hohe musikalische und sprachliche Hürden gestellt, die dieser mühelos meisterte. Wie immer sangen die Choristen auswendig, und motiviert durch die klare, anspornende Gestik des Dirigenten gelang Sängern und Instrumentalisten eine fulminante, die Zuhörer begeisternde Aufführung. Vom schwungvollen „Kyrie“, einem mit stringentem Beat unterlegten „Gloria“, dem in deutscher Sprache gesungenen „Vater unser“ bis hin zum packenden Finale mit „Sing the Song of Gladness“ hörte man ausgefeilten Chorgesang mit Schwung und Präzision, wobei jeder Abschnitt eine eigene klangliche Färbung hatte. Das Timing stimmte, die Aussprache war klar, und die Chorsolisten Marion Kaiserswerth, Janina Konz, Isabell Reutter, Andrea Spiegel, Vincent Starz, Adrian Tomm und Dominik Wittwar setzten herausragende Akzente.

Ein besonderes Lob verdiente sich die exzellente, professionell aufgestellte Band, die in puncto Rhythmik, Homogenität und instrumentalem Glanz keine Wünsche offen ließ. Gemeinsam und bestens abgestimmt schufen alle Akteure eine Interpretation wie aus einem Guss, die heftig beklatscht wurde: Die Zugaben mit dem abschließenden, gefühlvoll gesungenen „Stille Nacht, heilige Nacht“ sorgten für einen feierlichen, auf das bevorstehende Weihnachtsfest hinweisenden Ausklang des Konzerts.

Eingangs hatte der Folklorechor bereits mit internationalen Weihnachtsliedern und Gospels brilliert. Das von Hans-Günther Driess arrangierte „Hallelujah, Salvation and Glory“ überzeugte ebenso wie „Christmas Lullaby“ von John Rutter. Und nach einem „Charol of Greensleeves“ erklang „Es kommt ein Schiff geladen“ in einem interessanten, neutönerisch angelegten, jedoch sehr inspirierten Arrangement von Oliver Gies. Hier konnte der Chor im A-cappella-Gesang seine Tugenden voll ausspielen: Klangliche Geschlossenheit, Intonationssicherheit und ein breites stimmliches Spektrum. Die Choristen faszinierten durch den punktgenauen Stimmeinsatz, mit dem sie auch im Gospel „One Day in Time“ die dunkle, ausdrucksvolle Stimme von Rita Zink vokal grundiert hatten.

Das Konzert des Folklorechores Plochingen zugunsten der EZ-Weihnachtsspendenaktion wird am kommenden Samstag, 15. Dezember, um 18 Uhr, in der Esslinger Stadtkirche wiederholt. Eintrittskarten sind an der Abendkasse erhältlich.

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