Daniela Chlouba, Stammgästin in Mattis. Foto: oh

Die Gesprächspartnerin im Podcast EZ Talk der Eßlinger Zeitung spricht über ihre Erfahrungen mit Corona-Auflagen im Wirtshaus. Sie ärgert sich über Menschen, die die Maske etwa beim Einkaufen nicht tragen wollen. Und sagt dann auch was.

EZ TALK · Folge 1. Wie leben Stammgäste von Wirtshäusern während der Corona-Pandemie?

Esslingen - Der Alltag im Kreis Esslingen ist vielschichtig und spannend. Der neue EZ-Talk beleuchtet ihn aus den verschiedensten Perspektiven. Zu hören im neuen Podcast der Eßlinger Zeitung. Und das alles auch als gedrucktes Wort in der Zeitung. Heute: Wie leben Stammgäste von Wirtshäusern während der Corona-Pandemie? Interview mit Daniela Chlouba, Stammgast im Mattis, einem Restaurant in Esslingen.

Den Podcast der Eßlinger Zeitung finden Sie hier. https://www.esslinger-zeitung.de/ez-talk

Sie sind Stammgast bei Mattis, einem Restaurant in Esslingen. Was heißt das? Wie oft sind Sie da?

So zwei bis drei Mal die Woche. Weil erstens arbeite ich um die Ecke. So ist das für mich für den Mittagstisch total geeignet. Und außerdem habe ich samstags einen Mädelstammtisch dort, weil es der schönste Platz in Esslingen ist, an dem man sitzen kann.

Haben Sie sich an die neuen Realitäten gewöhnt?

Ja, ich habe mich dran gewöhnt. Was die Restaurants angeht: Man geht mit der Maske rein, und man desinfiziert sich die Hände, und wenn man seinen Platz verlässt, setzt man die Maske wieder auf – finde ich überhaupt kein Problem, funktioniert auch in der Esslinger Gastronomie ziemlich gut. Was Bars angeht, ist es ein bisschen anders. Da geht es halt nicht, ohne dass es eng ist. Auf Barbesuche habe ich jetzt verzichtet.

Vermissen Sie die Kneipen?

Im Moment nicht. Ich bin sicher, im Herbst, Winter wird es so sein, dass ich das vermisse. Im Sommer ist man halt mehr draußen. Aber bei den Bars, die ich dann im Winter gerne bevorzugen würde, da bin ich gespannt, wie mein eigenes Verhalten ist. Ob ich mich überwinde und sage, egal, das Leben muss ja weitergehen, oder ob ich sage, ich fühl mich einfach nicht wohl mit vielen Menschen auf engem Raum.

Wie gehen Sie denn persönlich um mit den Corona-Maßnahmen?

Ich versuche, mich an die Regeln zu halten. Ich fahre kaum öffentliche Verkehrsmittel, deswegen trage ich den Mund-Nasenschutz beim Einkaufen, beim Friseur oder beim Arztbesuch und finde das auch sinnvoll. Ist für mich auch kein großes Opfer, wenn man dadurch vermeiden kann, dass wir noch größere Beschränkungen bekommen. Das ist ein kleiner Preis, den man dafür bezahlen muss.

Fehlt Ihnen denn irgendwas?

Ja, der sportliche Bereich. Ich habe zwei bis drei Mal in der Woche in einer Halle Sport gemacht. Bei schönem Wetter findet das jetzt im Sommer draußen statt. Bei schlechtem Wetter findet das online statt. Das ist natürlich ein Riesenunterschied. Damit bin ich nicht so glücklich. Da wird auch der Winter zeigen, wie man das dann geregelt bekommt, dass 40 oder 50 Leute in einer Halle trainieren können oder ob man dann ganz verzichtet.

Gibt es irgendwas, wo Sie sagen, ich nehme auch was Positives mit?

Positiv finde ich das mit der Maske. Weil das zeigt, dass man auch mal rücksichtsvoll gegenüber anderen ist und nicht nur an sich selber denkt. Viele Leute finden das schlimm. Ich würde sagen, wenn Corona mal vorbei ist, von mir aus könnte man das mit der Maske im Supermarkt und in den öffentlichen Verkehrsmitteln beibehalten. Wenn man bedenkt, was da oft für eine Husterei und Nieserei im Bus ist oder in den Wartezimmern. Da könnte man echt vermeiden, dass sich die Leute anstecken.

Wie gehen Sie denn mit denen um, die jetzt nicht so wie Sie agieren, die nicht so vorsichtig sind?

Wenn ich beim Einkaufen bin und sehe Leute, die die Maske unterm Kinn und unter der Nase tragen, werde ich stinksauer und spreche die auch alle an. Ich kann mich da nicht zurückhalten. Manche nicken und ziehen dann die Maske hoch. Und wenn ich die zwei Minuten später hinter einem anderen Regal sehe, haben sie die Maske wieder unten. Und manche schnauzen einen auch an, dass das eh nichts hilft.

Wie geht es weiter? Was meinen Sie?

Eigentlich denke ich, dass sich das nächste Jahr nicht viel von dem Jetzigen unterscheiden wird. Denn Corona wird nicht weggehen und schon gar nicht, wenn die Leute nicht alle mitziehen und so unvernünftig sind. Und fürs Mattis wünsche ich mir natürlich, dass die den Herbst und Winter, wenn man nicht draußen sitzen kann, gut überstehen.

Die Fragen stellte Johannes M. Fischer.

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