Beagle-Spürhund Mira schnuppert in einer Baumschule auf der Suche nach dem für Bäume gefährlichen Asiatischen Laubholzbockkäfer. Foto: dpa Quelle: Unbekannt

Von Christine Cornelius

Stuttgart - Sie schnüffeln an Bäumen, Verpackungsholz und Containerware: Vier speziell ausgebildete Suchhunde helfen dabei, die weitere Ausbreitung des schädlichen Asiatischen Laubholzbockkäfers im Südwesten zu verhindern. „Sie erschnüffeln die Käfer und die Larven“, sagte Pflanzenschutzexpertin Esther Moltmann vom Ministerium für Ländlichen Raum in Stuttgart. „Die Hunde haben sich als sehr brauchbar erwiesen. Das ist ein Erfolgsmodell.“

Meist kommt der Baumschädling mit minderwertigem Verpackungsholz ins Land, etwa aus China oder Taiwan. Die Hunde helfen dabei, ihn bereits bei der Einreise abzufangen, beispielsweise in Häfen. Sie schnüffeln auch nach dem ebenfalls schädlichen Citrusbockkäfer aus Asien. Er sei aber bislang noch nicht in Deutschland aufgetaucht, sagte Moltmann. Der Asiatische Laubholzbockkäfer gilt als einer der gefährlichsten Schädlinge für Laubhölzer weltweit.

Bisher seien in Baden-Württemberg drei Stellen bekannt, die vom Laubholzbockkäfer befallen seien - zwei im Landkreis Lörrach und eine in Hildrizhausen bei Böblingen. Außerdem gebe es einen Befall im Straßburger Hafen. Die Überwachungszone erstrecke sich bis nach Deutschland. Der Baumschädling macht auch in anderen Bundesländern Probleme.

Regelmäßiges Training

Halter und Käfer-Suchhund müssen zur Ausbildung Kurse absolvieren. Sie kämen auch in Baumschulen zum Einsatz, die Bäume zukauften, erläuterte die Pflanzenschutzexpertin. „Es gibt bundesweit zunehmend mehr Hundeteams, die eingesetzt werden können.“ Zum Teil würden sie auch für Einsätze in andere Bundesländer ausgeliehen. Immer mehr Hundehalter hätten Interesse an der Aufgabe.

Einer der im Südwesten eingesetzten Suchhunde ist Beagle-Hündin Mira, die gestern in Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis) ihr Können vorführte. In der Ausbildung habe das sechsjährige Tier gelernt, die Gerüche von Käfer, Larve und Ei zu erkennen, sagte Besitzerin Sara Kirda. Meist kratzten die Hunde an der Stelle, an der es am intensivsten nach dem Käfer rieche. „Sie suchen nicht nur an Bäumen, sondern auch an Containerware und Verpackungsholz.“ Mira werde ein- bis zweimal im Monat eingesetzt, um nach Baumschädlingen zu suchen. „Trainieren muss man den Hund aber zweimal die Woche.“ Dazu hat sie Hölzer zu Hause, die nach dem Käfer riechen.

Pflanzenschutzexpertin Moltmann sagte, der Asiatische Laubholzbockkäfer sei im Südwesten möglicherweise weiter verbreitet als bislang bekannt. „Es wäre durchaus denkbar, dass wir Befallsherde haben, die noch gar nicht entdeckt sind.“ In der Regel entdeckten aufmerksame Bürger den Käfer.

Lage nicht aussichtslos

Auch wenn es kälter werde, fühle sich der Baumschädling in Deutschland wohl, sagte Moltmann. „Der ist sehr gut im Holz geschützt. Er kann bei uns gut überwintern.“ Sei ein Baum erstmal befallen, könne er nur noch gefällt werden. Das gelte auch für bestimmte Laubbäume im Umkreis von 100 Metern. Aussichtslos sei die Lage aber nicht. „Wir haben eine beträchtliche Chance, solche Befallsherde wieder zu tilgen, wenn man sie frühzeitig entdeckt“, sagte Moltmann. Werde vier Jahre lang an einer befallenen Stelle kein neuer Käfer entdeckt, stehe fest, dass er dort getilgt sei.

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