ADAC-Vorstand Carl-Eugen Metz (links) und Dietmar Plag von der Taxizentrale feiern das neue Eco-Zertifikat. Foto: LG/Julian Rettig - LG/Julian Rettig

Der Deutsche Automobilclub hat die Kampagne „Eco-Taxi“ – sauber fährt besser“ gestartet. Die Kriterien sind streng: Nicht nur auf dem Prüfstand müssen die Fahrzeuge bestehen.

StuttgartKnapp 700 Taxis verkehren tagein, tagaus in Stuttgart. Zusammen legen sie im Durchschnitt 100 000 Kilometer zurück – täglich. Ein Taxibetrieb mit ausschließlich oder möglichst vielen schadstoffarmen Fahrzeugen in der Flotte könnte einen beachtlichen Teil zur Luftreinhaltung in der Landeshauptstadt beitragen. Der ADAC-Württemberg will den Prozess der Umstellung auf umweltfreundliche Taxis anschieben. Daher hat der Automobilclub die Kampagne „Eco-Taxi – sauber fährt besser“ gestartet. „Wir wollen mit einem Zertifikat den Anreiz schaffen, dass immer mehr Taxiunternehmen auf saubere Fahrzeuge umstellen“, sagt Carl-Eugen Metz, ADAC-Vorstand Verkehr und Umwelt.

Um solch ein Zertifikat zu bekommen, muss jedes Taxi den ADAC-Ecotest bestehen. „Wir prüfen selbst und haben strenge Kriterien angelegt“, sagt Projektleiterin Daniela Grosser. Die Fahrzeuge müssen nicht nur auf dem Prüfstand, sondern im realen Einsatz nachweisen, dass sie die Grenzwerte von 145 Gramm Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Kilometer nicht überschreiten. „Alle Modelle werden nach den gleichen Maßstäben bewertet, wir prüfen technologieneutral“, sagt Grosser. Der Luft sei egal, ob es sich um Elektroantriebe, Plug-In-Hybride, gasangetriebene Autos oder optimierte Benzin- oder Dieselfahrzeuge handelt. „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“, sagt Grosser.

Kaum Feinstaubpartikel

Ein emissionsarmes, modernes Taxi kann bis zu neun Tonnen CO2 pro Jahr gegenüber einem durchschnittlichen Modell mit Dieselantrieb einsparen. Außerdem stößt es so gut wie keine Feinstaubpartikel oder Stickstoffoxide aus, was die Umwelt zusätzlich entlastet. In München, wo das neue ADAC-Zertifikat zuerst eingeführt wurde, war die Resonanz sofort groß. Nicht nur bei den Taxiunternehmen selber, sondern auch bei den Kunden, die bewusst und gerne ein „Eco-Taxi“ in Anspruch nehmen. Auf diesen Effekt hofft der ADAC-Württemberg auch für Stuttgart und später für weitere Städte. Die Vorzeichen stehen nicht schlecht. Taxiverband, Taxi-Zentrale und einige Unternehmen gehören in der Landeshauptstadt zu den ersten Unterstützern. „Der ADAC ist ein solider Partner mit viel Know-how im Automobilbereich. Da stand für uns schnell fest, dass wir diese Partnerschaft eingehen werden“, sagt Iordanis Georgiadis vom Taxiverband Stuttgart.

Drei Hotels und eine Bank

Für ihn ist klar, dass der Umstieg auf umweltschonende Fahrzeuge unabdingbar für die Zukunft seines Gewerbes ist. „Wir wollen die Stadt bei ihren Plänen, die Luft sauber zu halten, unterstützen. Und wir brauchen auch ein besseres Image, wozu diese Aktion beitragen kann“, sagt Georgiadis. Drei große Stuttgarter Hotels (Le Méridien, Steigenberger Graf Zeppelin, Maritim) gehören wie die Commerzbank zu den ersten Aktionspartnern.

„Den Partnern kommt eine Schlüsselrolle zu. Wenn die Hotels und Firmen vorrangig Eco-Taxis für ihre Gäste ordern, wird das dem Projekt den nötigen Schwung verleihen“, sagt Carl-Eugen Metz. Die Aktion in Stuttgart steht am Anfang. Nur 14 Fahrzeuge haben bis jetzt das ADAC-Zertifikat ausgehändigt bekommen. Der Fahrgast erkennt ein Eco-Taxi durch einen entsprechenden Aufkleber auf der hinteren Seitenscheibe. Optional kann ein Taxi auch an seiner Seitenfront groß auf das neue Label hinweisen. Für die Taxiunternehmen ist das Zertifikat „Eco-Taxi“ kostenlos, Fahrgäste müssen keinen höheren Beförderungspreis bezahlen.

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