Bisher steigen die Kosten der Eltern für die Kinderbetreuung in Denkendorf automatisch und gemäß den Empfehlungen der Verbände. Das könnte sich ändern.
Seit etlichen Jahren ist es Gepflogenheit, dass die Gemeinde Denkendorf in ihren Kindertageseinrichtungen die Betreuungsgebühren immer genau um den Prozentsatz erhöht, den die kommunalen Landesverbände und die Kirchen empfehlen. An dieser Praxis könnte sich nach einem Antrag der SPD-Gemeinderätin Barbara Fröhlich allerdings etwas ändern.
Die beiden Sozialdemokratinnen – neben Fröhlich gehört auch Ines Bregulla dem Ratsgremium an – forderten gemäß eines entsprechenden Beschlusses der Denkendorfer SPD-Mitgliederversammlung im vergangenen November, die „automatische Gebührenerhöhung in Denkendorf zu beenden“. Bei den künftigen Haushaltsplanungen und bei kommunalen Entscheidungen solle vielmehr der Schwerpunkt noch stärker auf Familienfreundlichkeit und Bildung gelegt werden.
Vorwurf: Empfehlungen übersteigen Kostenentwicklung
Für ihren Vorstoß bekommt die SPD jetzt Unterstützung durch den Gesamtelternbeirat der Denkendorfer Kindertagesstätten. In einer Pressemitteilung stellen sich die Elternvertreter ihrerseits ausdrücklich gegen die automatische Gebührenerhöhung, „weil die kommunalen Landesverbände und die Kirchen an hohen Elterngebühren interessiert sind, um ihre eigenen Haushalte zu entlasten“. Dementsprechend überstiegen deren Empfehlungen die Entwicklung der Kita-Betriebskosten in Denkendorf ebenso wie die Gehaltsentwicklung der Eltern.
Finanziert werden, und auch das hält der Gesamtelternbeirat für richtig, soll der SPD-Vorschlag mit einer „globalen Minderausgabe“, was bedeutet, dass alle anderen Bereiche im Haushalt dafür gleichermaßen minimal gekürzt werden. Hoffnung macht den Eltern zudem, dass Bürgermeister Ralf Barth bei der Kandidatenvorstellung vor der Wahl zugesagt hat, den SPD-Antrag bereits am 20. April in der Gemeinderatssitzung aufzugreifen.
CDU hält nichts vom SPD-Vorschlag
Es gibt – und auch das wird in der Pressemitteilung deutlich – aber auch Gegenwind. So habe CDU-Gemeinderat Peter Nester den Gebührenstopp-Vorschlag in seiner Haushaltsrede mit den Worten „der Elternbeitrag entspricht nicht einmal einem Deckungsgrad von 20 Prozent“ kritisiert.
Dem wiederum entgegnet der Gesamtelternbeirat, „dass die Denkendorfer Kinderbetreuungsgebühren im Vergleich mit den Nachbargemeinden bereits 2024 die höchsten waren“. 15 Prozent der Kitabetriebskosten hätten die Eltern bereits zu tragen. „Bei einer Steigerung auf 20 Prozent müssten manche Familien weitere 300 Euro mehr pro Monat für die Betreuung bezahlen.“
550 Kinder besuchen die Kitas in Denkendorf
Nesters Vorschlag halten die engagierten Eltern deshalb für „abwegig“. Zumal dem Gesamtelternbeirat keine Kommune bekannt ist, „in der die Eltern Kitakosten in dieser Höhe tragen“. Schon jetzt seien die Eltern der 550 in Denkendorf betreuten Kinder sehr stark von den hohen Gebühren belastet. Hinzu komme derzeit vielfach die Angst, den Job zu verlieren.
„Wir als Gesamtelternbeirat finden es deshalb nicht okay, wenn die Eltern dieses Jahr wieder eine Erhöhung ins Haus bekommen, die die Lohnentwicklung deutlich übersteigt“, erklärt die Vorsitzende, Melina Schmidt-Hornung. Daher hoffe der Gesamtelternbeirat, dass der Denkendorfer Gemeinderat dem Antrag der SPD zustimmt und die automatische Gebührenerhöhung aussetzt, um die Familien in der aktuellen Situation spürbar zu entlasten.