Bei der Demo und der Gegendemo am 19. Februar war die Teilnehmerzahl auf beiden Seiten dreistellig. Das war eine Ausnahme. Foto: Archiv/Caroline Holowiecki

In Leinfelden-Echterdingen gibt es noch vereinzelte Demos wegen der Corona-Pandemie und ihren Folgen, in Filderstadt ist es hingegen ruhig geworden.

Filderstadt/Leinfelden-Echterdingen - Hatten sich in Bonlanden noch bis vor zwei Monaten freitags Menschen getroffen, die gegen die Coronamaßnahmen demonstriert haben, habe das schon zwei Wochen vor Ostern aufgehört, sagt Jan-Stefan Blessing, der Leiter des Ordnungsamts. Und auch das linke Lager, das erstmals am 19. Februar zu einer Gegendemo in Bonlanden aufgerufen hatte, hält sich inzwischen zurück in Filderstadt. Filderstadt/Leinfelden-Echterdingen - Die Proteststimmung hat sich aus Filderstadt verzogen.

Für vergangenes Wochenende sei eine Veranstaltung von „Solidarität statt Hetze“ angemeldet gewesen, unter diesem Namen haben sich verschiedene Gruppierungen, vor allem aus dem linken Spektrum, zusammengeschlossen. Die Demo sei dann aber vom Veranstalter wieder abgesagt worden, berichtet Blessing. Wegen der steigenden Coronazahlen.

Mehrheit der Teilnehmer hat sich an Regeln gehalten

Anders als in Stuttgart gäbe es aus Filderstädter Sicht keinen Grund, den Wunsch nach einer Demo zu verwehren. Zum einen habe die Stadt Ende Februar schon einmal versucht, ein solches Zusammenkommen am 26. Februar zu verweigern, weil in der Vorwoche die Zahl der Teilnehmer auf beiden Seiten dreistellig war; doch dieses Verbot sei kurz vor knapp vom Verwaltungsgericht Stuttgart kassiert worden. Zum anderen seien die Veranstaltungen zuletzt problemlos verlaufen, sagt Blessing. Die Mehrheit der Teilnehmer habe sich an die Auflagen – vor allem Maskenpflicht und Abstandsregeln – gehalten. „Wegen drei Verstößen wird es gerichtlich nicht möglich sein, das zu verbieten.“ Es sei eine ganz andere Lage als in Stuttgart.

In der Landeshauptstadt war eine zugelassene Demo am Karsamstag in heftige Kritik geraten. Zahlreiche Teilnehmer der insgesamt 15 000 Demonstranten hatten die Coronaregeln ignoriert, die Polizei hat sich nicht durchgesetzt. Im Anschluss war die Stadt Stuttgart stark in die Kritik geraten, dass sie die Demo überhaupt erlaubt habe. Die nächste Demo der sogenannten Querdenker eine Woche später wurde untersagt, gekommen sind ein paar Hundert, die Polizei konnte Regelverstöße ahnden.

Montags und donnerstags Veranstaltungen in Echterdingen

Kein Vergleich zu Stuttgart sei das, was sich wöchentlich in Leinfelden-Echterdingen abspiele, sagt Gerd Maier, der Leiter des dortigen Ordnungsamts. Seit dem 25. Februar trafen sich im Schnitt jeweils drei Dutzend Leute donnerstags am Kirchplatz in Echterdingen. Es sei immer alles friedlich verlaufen. Vergangenen Donnerstag seien sie sogar eine kleine Runde durch den Ort gelaufen. Zusätzlich stehen montags zur Feierabendzeit eine Handvoll Leute mit Schildern am Straßenrand beim Lavendelkreisel in Echterdingen-Nord.

Für diese Woche liegt bisher keine Anmeldung für eine Veranstaltung der Coronaregeln-Kritiker vor, sagt Maier. Dafür eine andere. Die eher linken Gruppierungen, die sich unter „Solidarität statt Hetze“ zusammengetan haben, haben für Donnerstag eine Demo mit 70 Teilnehmern auf dem Kirchplatz angemeldet.

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