Die Landwirte hinderten 30 Lkw daran, auf das Gelände zufahren. Foto: /SDMG / Schulz

In der Nacht auf Dienstag haben sich rund 40 Landwirte mit ihren Traktoren vor dem Aldi-Zentrallager in Aichtal (Kreis Esslingen) versammelt. Mit ihrer Blockade wollten sie gegen die niedrigen Milchpreise protestieren, die vielen Landwirten laut eigener Aussage das Wasser bis zum Hals steigen lassen.

Aichtal - Etwa 40 Landwirte haben in der Nacht auf Dienstag mit Traktoren die Zufahrt des Aldi Süd-Zentrallagers in Aichtal blockiert. Damit wollten sie gegen die Milch- und Fleischpreise der Discounterkette protestieren.

Wie die Polizei mitteilte, trafen gegen 22.30 Uhr die ersten Bauern mit ihren Traktoren vor dem Lager ein, 40 Landwirte mit Schlepper waren es am Ende. Auf der Hinfahrt war eine Gruppe bereits von der Polizei kontrolliert worden. Eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Ausgangssperre haben die Protestler aber voraussichtlich nicht erwarten. Denn in der Coronaverordnung ist die Teilnahme an einer Demonstration auch nach 2o Uhr erlaubt.

„Vielen steht das Wasser bis zum Hals“

Die Blockade der Bauern hinderte laut Polizei etwa 30 Lkw daran, auf das Gelände von Aldi zu fahren und es zu verlassen. Polizeibeamte waren vor Ort, um das Geschehen zu beobachten. Gegen 2 Uhr war die Blockade beendet, es habe keine Zwischenfälle gegeben.

Nach unseren Informationen kommen die Landwirte aus den Kreisen Esslingen, Böblingen, Göppingen und Reutlingen. Im Schnitt liegt der Milchpreis in Deutschland bei etwas mehr als 30 Cent pro Liter, die Bauern fordern zehn Cent mehr. Horst Wenk, stellvertretender Geschäftsführer des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg, erklärte, dass die Milchpreise zu niedrig seien, um langfristig Gewinn zu machen. „Wir brauchen höhere Milchpreise, um langfristig zu überleben. Vielen steht das Wasser bis zum Hals. 34 Cent sind zu wenig.“ Bei den Fleischpreisen sehe es noch schlimmer aus. „Man bekommt nur 20 Euro pro Ferkel, der Preis müsste aber bei mindestens 60 Euro liegen, um die Kosten zu decken. Das ist eine Katastrophe.“

Die Corona-bedingte Schließung der Gastronomie habe Auswirkungen auf die Erzeuger, da Abnehmer größtenteils wegfallen. Das spitze die Situation zu. Insgesamt stimme die Relation zwischen Kosten und Erlös nicht mehr.

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