Unterricht in Zeiten von Corona: Die Eltern wollen besser informiert werden. Foto: dpa/Marcel Kusch

Am Samstag gibt es eine Demo für einen geregelten Schulbetrieb. Die Eltern wollen auch gegen Ausstattungsmängel und Defizite räumlicher und personeller Art an Schulen demonstrieren.

Stuttgart - Mehrere Gesamtelternbeiräte (GEBs) aus Baden-Württemberg rufen für Samstag, 4. Juli 2020, zu einer Demonstration in Stuttgart auf. Beginn ist um 13 Uhr in der Lautenschlagerstraße (Stadtmitte). Anlass ist die Beschulung unter Corona-Auflagen und die bisher offene Frage, wie der Schulbetrieb von September an aufgenommen wird. Die Eltern protestieren auch gegen Ausstattungsmängel und Defizite räumlicher und personeller Art an Schulen.

Kritik an Wahlkampfmunition

Die GEBs hatten in einem offenen Brief an Kultusministerin Eisenmann Kritik an deren Krisenmanagement geübt. Die Verfasser monieren, dass die Öffentlichkeit und die Lehrkräfte „zeitgleich von Änderungen der Corona-Verordnungen erfahren, sodass die Schulen zwischen die Stühle geraten“. Außerdem würden Änderungen „zumeist an einem Freitag verkündet“, die Schulleitungen arbeiteten seit Beginn der Krise „quasi rund um die Uhr“. Dass Teilergebnisse einer Studie publiziert wurden, die Kinder nicht als Ansteckungstreiber für Coronaviren identifizierte, halten die Eltern für Wahlkampfmunition. Der Protest richtet sich ferner gegen den Lehrermangel, den Sanierungsstau, den stockenden Ausbau der digitalen Infrastruktur und die in den Kinderschuhen steckende Digitalisierung.

„So geht es nicht weiter! Wir wollen für sämtliche Szenarien in der Pandemie-Entwicklung entsprechende Pläne, mehr Lehrkräfte, und Kommunikation auf Augenhöhe. Wir wollen Schulen, die nicht auf Kante genäht sind und kleinere Klassenteiler, sodass Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit nicht nur Schlagworte sind“, heißt es in dem Aufruf zur Demo.

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