Häufig sind Hannes Grundler und die Neuhausener nur regelwidrig zu stoppen. Im Spiel gibt es fünf Siebenmeter – alle für die MadDogs. Foto: Rudel - Rudel

Neuhausen – Es war kein besonders sehenswertes Spiel, aber dafür effektiv. Im Aufstiegsrennen der Baden-Württemberg Oberliga haben sich die Handballer des TSV Neuhausen klar mit 33:24 (13:11) gegen die abstiegsbedrohte SG Heidelsheim/Helmsheim durchgesetzt und brauchen nun nur noch einen Punkt, um den Aufstieg in die 3.Liga feiern zu können.

Von Stefanie Gauch-Dörre

Den heimstarken MadDogs kommt da ein weiteres Heimspiel gerade recht. Gegen die HSG Konstanz II wollen sie am Sonntag den fünften Gang in die dritthöchste Spielklasse perfekt machen. Keiner zweifelt mehr daran. „Jetzt kann kommen, wer will. Das nächste Spiel gewinnen wir und steigen auf“, betonte Routinier Alexander Trost.

Da die SG H2Ku Herrenberg bei der SG Lauterstein nicht über ein 34:34-Unentschieden hinaus kam, brauchen die Neuhausener in den zwei ausstehenden Partien nur noch ein Remis. Sie haben vier Punkte mehr als Herrenberg, der direkte Vergleich geht aber mit einem Tor an den Dritten. „In Lauterstein haben wir auch nur Unentschieden gespielt. Wir schauen nicht wie die anderen spielen, sondern nur nach uns. Wir müssen es selber hinkriegen,“ erklärte Neuhausens Coach Ralf Bader.

Bis zum kommenden Wochenende steht konsequentes Abschlussverhalten auf dem Trainingsplan. Denn zu oft scheiterten die Neuhausener an SG-Schlussmann Daniel Debatin oder am eigenen Unvermögen. Dennoch war Bader zufrieden: „Wir brauchen kein Schaulaufen, sondern müssen gewinnen. Gegen eine Mannschaft, die bis zum Schluss kämpft, muss man erst einmal mit neun Toren gewinnen.“ Für Heidelsheim/Helmsheim geht es noch um den Klassenverbleib, das Team ließ nie nach und sammelte Selbstvertrauen für den Saisonendspurt. „Es war für uns ein relativ einfaches Spiel. Wir hatten nichts zu verlieren. Phasenweise haben wir es ganz gut gemacht, aber Neuhausen hat verdient gewonnen. Ralf kann ohne Qualitätsverlust im Rückraum durchwechseln“, fasste Gäste-Coach Jens Ostheimer zusammen. Die SG hofft nun auch auf die Schützenhilfe der Neuhausener.

Der Sieg war zu keiner Zeit in Gefahr. Aber Heidelsheim/Helmsheim kam immer wieder ran. Vor allem, weil die Neuhausener eben häufig ihre Möglichkeiten ungenutzt ließen. Insgesamt waren es 19 Fehlwürfe. „In der zweiten Hälfte haben wir uns wieder auf unsere Stärken besonnen und uns über die Abwehr reingekämpft“, betonte Rechtsaußen Trost. Auch im Überzahlspiel trafen die Neuhausener immer wieder die falschen Entscheidungen. Daran will Bader unter der Woche arbeiten: „Unsere Quote hat nicht gestimmt. Das nehmen wir mit ins Training.“

Positiv stellte der Coach heraus, dass die Technischen Fehler im Vergleich zu den vergangenen Spielen minimiert wurden. Von durchschnittlich 13 auf sechs. Heidelsheim/Helmsheim agierte häufig überhastet, was die Neuhausener mit Gegenstoßtreffern bestraften.

Zu Beginn der Partie starteten die Filder-Handballer mit einer gewohnt starken Abwehr und ließen in 15 Minuten nur einen Treffer zu (5:1). Bis zur Pause schmolz der Fünf-Tore-Vorsprung (8:3, 9:4) auf zwei Treffer (13:11). Nach dem Seitenwechsel lief es ähnlich. Neuhausen zog auf 23:15 davon (44.), die SG ließ aber nicht nach und verkürzte auf 19:24 (47.). Am Ende war es dann aber eindeutig.

Mittelmann Lucca Holder zeigte eine fehlerfreie Leistung und wurde daher auch von Bader zum Spieler des Spiels gekürt. Holder warf zudem alle Siebenmeter und verwandelte souverän. Er trat an, weil der etatmäßige Schütze Hannes Grundler ihn darum bat: „Hannes hat sich nicht so gut gefühlt und mich gefragt. Ich schieße gerne Siebenmeter, habe sie dann halt reingemacht – und gut ist.“ Auch Holder räumte ein, dass die Partie kein Leckerbissen für die Zuschauer war. „Aber nächste Woche machen wir den Aufstieg perfekt“, sagte er. Unterm Strich zähle ja nur das.

Gegen Konstanz II setzten sich die Neuhausener in der Vorrunde mit 34:27 durch. Aber auch die Konstanzer sind nicht zu unterschätzen, sie kämpfen noch um den Klassenverbleib.

Statistik

TSV Neuhausen: Arnold, Hermann; Weckerle (2), Durst (4), Pabst (1), Eisele (5), Flechsenhar (4), Grundler (1), Roos, Trost (4), Reinhardt (3), Sommer (1), Holder (7/5), Schmidt (1).

SG Heidelsheim/Helmsheim: Krypczyk, Debatin; Steinhilper, Deuchler (1), Boudgoust (2), Keibl, Beer, Lehnkering (2), Philipp, Junker (3), Förster (4), Vollmer, Prestel (8), Badawi (4).

Schiedsrichter: Gorenflo / Mangold (Gutach).

Zuschauer: 450.

Zeitstrafen: 0:10 – zwei Mal zwei Minuten für Vollmer, ein Mal zwei Minuten für Boudgoust, Förster und Prestel.

Beste Spieler: Flechsenhar, Holder / Debatin, Prestel.