Die Abwehr des TSV Deizisau – hier Yannik Taxis (rechts) gegen Wolfschlugens Johannes Rebmann – ist der Trumpf. Foto: Rudel - Rudel

Die Württembergliga-Handballer des TSV Wolfschlugen bekommen beim 24:27 gegen den TSV Deizisau einen empfindlichen Dämpfer in Sachen Aufstieg.

WolfschlugenIm Endspurt in der Württembergliga steckten die Handballer des TSV Wolfschlugen im Derby gegen den TSV Deizisau beim 24:27 (14:14) die erste Heimniederlage der laufenden Saison ein. „Wir sind aber immer noch vorne mit dabei“, sagte Wolfschlugens Trainer Veit Wager ziemlich angefressen mit Blick auf die Tabelle. Die Deizisauer erkämpften durch den Erfolg den zweiten Platz hinter dem TSB Schwäbisch Gmünd, haben aber ein Spiel mehr absolviert als die Wolf-schlugener, die aktuell nur Vierter sind. Dazwischen hat sich punktgleich mit Deizisau der TSV Heiningen auf Rang drei geschoben. Es bleibt also spannend.

„In der Tabelle ist alles offen, der März ist der Monat der Entscheidungen – danach wissen wir, wo wir stehen“, bestätigte Wolfschlugens Kapitän Samuel Stoll. Die Deizisauer, Absteiger aus der Baden Württemberg-Oberliga, weisen nach wie vor alle direkten Wiederaufstiegsambitionen von sich. „Die Tabelle ist Makulatur. Wir spielen eine starke Rückrunde – keine Frage, aber der Fokus liegt darauf, dass die Mannschaft lernt“, sagte Deizisaus Coach Olaf Steinke. „Die Leistung heute macht mich stolz. Es ist immer wieder ein anderer Spieler entscheidend, das macht uns für Jeden zu einem sehr unangenehmen Gegner.“

Prinz gibt der Abwehr Sicherheit

Diese Erfahrung mussten auch die Wolf-schlugener machen – ausgerechnet das Team, das bislang die zweitmeisten Treffer in der Liga kassiert hat, trumpfte gegen die Gastgeber mit einer bockstarken Defensive auf. „Die Abwehr war das Prunkstück“, bestätigte Steinke, der mit der Reaktivierung von Dennis Prinz, der seine Karriere zum Ende der vergangenen Saison beendet hatte, den richtigen Riecher hatte. Er wechselte den Routinier nach einer frühen Auszeit beim 1:5 (7.) aus Deizisauer Sicht ein, gab der Abwehr so die nötige Stabilität und brachte die Aufholjagd ins Rollen. Zudem musste Wolfschlugens Abwehrchef Stoll früh mit der zweiten Zwei-Minuten-Strafe vom Feld (13.), was die Defensive der Hausherren erheblich schwächte. „Das war für mich mit der Knackpunkt“, analysierte Wager, der Stoll erst wieder in der zweiten Hälfte brachte. Deizisau arbeitete sich heran und glich beim 9:9 (20.) erstmals aus, mit einem Remis ging es auch in die Kabinen.

In Durchgang zwei bekam Deizisau zunehmend Oberwasser, Wolfschlugen leistete sich zwischen der 37. und der 46. Minuten eine fast zehnminütige Torflaute, hatte aber das Glück, dass auch die Gäste teilweise sehr leichtfertig mit ihren Chancen umgingen und sich nur einen Vorsprung von drei Toren erarbeiteten (21:18). „So was ist in dieser Liga eigentlich tödlich, aber wenn hinten der Mittelblock steht, geht trotzdem was“, meinte Steinke. Wolfschlugen kam zwar noch mehrfach bis auf einen Treffer heran, mehr war aber nicht drin. Zum Schluss setzte Wager mit einer offensiven Deckung alles auf eine Karte, doch die flinken Deizisauer ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Den Schlusspunkt zum 27:24-Sieg setzte ausgerechnet Deizisaus Kreisläufer Simon Kosak, der zur kommenden Runde nach Wolfschlugen wechseln wird. Für ihn war es selbstredend ein besonderes Spiel, das er aber sehr professionell anging: „Ich spiele diese Saison noch in Deizisau und will am liebsten mit der Mannschaft aufsteigen. Ich glaube, das wird noch ein sehr, sehr spannendes Saisonfinale.“

Statistik

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: