Am Rangierbahnhof Hagen-Vorhalle Foto: imago/ Jochen Tack

Für mehr Fracht auf der Schiene braucht es grundlegende Reformen der Bahn-Fördersysteme.

Wer den viel zu hohen Schadstoffausstoß und die wachsenden Staus im weiterhin rasant zunehmenden Straßenverkehr senken will, muss Transporte auf die umweltschonende Bahn verlagern. Ein einziger Güterzug kann mehr als 50 Lkw-Fahrten ersetzen. Dennoch stagniert der Marktanteil des Schienengüterverkehr seit Jahren bei unter 20 Prozent, das politische Ziel von zumindest 25 Prozent bis 2030 bleibt erschreckend weit entfernt.

Schienen-Maut wird nach oben getrieben

Will die künftige Regierung das ändern, sind grundlegende Reformen der Wettbewerbsbedingungen, der dysfunktionalen Fördersysteme und der Deutschen Bahn AG nötig. Derzeit führen absurde Mechanismen dazu, dass milliardenschwere Finanzspritzen des Bundes für den verlustreichen Staatskonzern am Ende die Schienen-Maut nach oben treiben, die alle Bahnunternehmen für jede Nutzung der Infrastruktur zahlen müssen. Die explodierenden Kosten führen zu höheren Fahr- und Frachtpreisen, die Staatshilfen schaden also dem Schienenverkehr insgesamt – verrückter geht es kaum noch, zumal die zuständige DB Infra-Go gemeinnützig arbeiten soll.

DB-Konzern muss entflochten werden

Was zeigt, wie dringend der hoch verschuldete DB-Konzern entflochten werden muss, sonst bleibt die Bahn ein Fass ohne Boden. Die DB Cargo fährt seit mehr als einem Jahrzehnt hohe Verluste ein, zahlreiche Sanierungsversuche sind gescheitert. Die künftige Regierung sollte sich der heiklen Frage stellen, inwieweit der Bund weiter eine hochdefizitäre Güterbahn betreiben soll. Nachdem die EU-Kommission weitere Verlustübernahmen untersagt hat, führt an harten Schnitten ohnehin kaum noch ein Weg vorbei – zumal schlankere Wettbewerber schon mehr als 60 Prozent des Marktes erobert haben und es ganz offenkundig besser können.