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Winterzeit ist Erkältungszeit und daher ist es nicht ungewöhnlich, dass Arbeitnehmer früher oder später mit laufender Nase und hustend bei der Arbeit erscheinen.

Die Temperaturen gehen zurück, draußen ist es feucht und unangenehm und im öffentlichen Raum tanzen die Bakterien und Viren durch die Luft. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis der eigene Körper die weiße Flagge hisst und die drohende Erkältung nicht mehr abwehren kann. Winterzeit ist nun mal Erkältungszeit und daher ist es nicht ungewöhnlich, dass Arbeitnehmer früher oder später mit laufender Nase und hustend bei der Arbeit erscheinen.


Trotz Krankenschein zur Arbeit gehen?

Grundsätzlich stellt ein Krankenschein kein völliges Arbeitsverbot dar. Die liegt im Ermessen des Arbeitsnehmers und auch des Arbeitsgebers. Obwohl ein Krankenschein noch gilt, kann es in Ordnung sein, am letzten Tag der Krankschreibung wieder ins Büro zu gehen, wenn die Krankheit völlig auskuriert ist. Allerdings sollte das nicht die Regel sein. Dazu Rechtsanwalt Sebastian Einbock von JuraForum.de:

"Arbeiten sollten trotz Krankschreibung ist nicht zu empfehlen, da es dabei zu Problemen mit den Krankenkassen kommen kann, wenn Arbeitgeber kleiner Betriebe dort gleichzeitig den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen beantragen."

Um Schwierigkeiten mit den Krankenkassen, gerade bei kleineren Betrieben, zu vermeiden und vor allem auch sicherzustellen, dass der Arbeitnehmer vollends auskuriert ist, ist davon abzuraten mit einer laufenden Krankschreibung trotzdem zur Arbeit zu erscheinen.

Krank und doch zur Arbeit?

Der Arbeitnehmer fühlt sich ein wenig krank, doch im Job stapelt sich die Arbeit und keiner kümmert sich? Eventuell ist man doch nicht so krank, und etwas mehr Arbeit wird schon gehen. Gedankengänge, die viele Arbeitnehmer kennen. Aber was ist, wenn trotz offensichtlicher Krankheit der Weg nicht ins Bett, sondern doch ins Büro führt?
Grundsätzlich ist es keine gute Idee, mit einer Erkrankung zur Arbeit zu gehen. Zum einen wird die Erkrankung nicht besser, sondern eher schlimmer, wenn sie nicht richtig auskuriert wird. Obwohl ein paar Arbeiten erledigt werden können, wird dies nicht so reibungslos erfolgen, wie bei vollkommener Fitness und Leistungsfähigkeit. Zum anderen ist dieses Verhalten sehr unkollegial, da die Kollegen direkt den Krankheitserregern ausgesetzt werden und sich auch anstecken könnten. Der Arbeitgeber hat sogar eine Fürsorgepflicht, nach der er erkrankte Arbeitnehmer vom Arbeitsplatz weg nach Hause schicken muss. Zum Wohl der gesamten Belegschaft.

Sofort zum Arzt oder ohne gelben Schein ein paar Tage zuhause bleiben?

Jeder Arbeitnehmer unterschreibt vor Antritt des Jobs einen Vertrag, der ihn dazu verpflichtet, dass er bei der Arbeit immer vollen Einsatz zeigt und Leistung abliefert. Wird der Arbeitnehmer jedoch von einer Krankheit getroffen, kann er nicht mehr die volle Leistung erbringen und somit auch nicht zur Arbeit gehen. Er muss sich krankschreiben lassen, bis er wieder voll leistungsfähig ist. Dies ist im Entgeltfortzahlungsgesetz festgeschrieben. Dies garantiert dem Arbeitnehmer, dass ihm der Arbeitgeber auch während der Krankheit das Geld weiterzahlt. Darin heißt es im § 5, Absatz 1:

"Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen."

Aus dem Gesetz geht hervor, dass der Arbeitnehmer sich je nach Krankheit bis zu drei Tage selbst von der Arbeit freistellen kann. Ab dem vierten Tag ist ein ärztliches Attest nötig. Bei auftretenden Kopfschmerzen oder allgemeinen Unwohlsein ist dies völlig in Ordnung. Ist absehbar, dass die Krankheit länger dauert, muss ein Arzt aufgesucht werden. Allerdings kann ein Arbeitgeber auch verlangen, dass der Krankenschein direkt ab dem ersten Tag der Krankheit vorgelegt werden muss.

Folgender Ablauf gilt im Krankheitsfall:

1. Arbeitgeber informieren und über die Krankheit unterrichten.
2. Arzt aufsuchen, eine Diagnose stellen und krankschreiben lassen.
3. Arbeitgeber die Dauer der Erkrankung mitteilen.
4. Krankmeldung an den Arbeitgeber übermitteln.
5. Eventuelle notwendige Folgebescheinigung rechtzeitig einholen.

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