Michael Greco von der DRK Curavita, die das Wohncafé betreibt, und seine ehrenamtlichen Helfer in den neu eröffneten Räumen. Foto: Schröder - Schröder

So bunt und vielfältig wie die Bewohner möchte das Wohncafé in der Pliensauvorstadt sein, das jetzt eröffnet wurde.

EsslingenRund 200 Gäste wollten sich am Dienstag die Eröffnung des sogenannten Wohncafés in der Stuttgarter Straße 41 in der Pliensauvorstadt nicht entgehen lassen. „Das zeigt uns, dass die Leute Interesse haben“, erklärt Rainer Böttcher, Vorsitzender der Flüwo. Die Baugenossenschaft stellt die Räumlichkeiten für den Nachbarschaftstreff, der Menschen aller Generationen einen Raum bieten soll, mehr Gemeinschaft zu erleben. In Kooperation mit dem Wohnungsunternehmen Esslinger Wohnungsbau, der Baugenossenschaft Esslingen und dem Verein Integrative Wohnformen hat sie das Café, das sich in erster Linie an die Mieter der drei Wohnungsunternehmen richtet, eingerichtet.

„Gemeinsam mit den Mietern aus der Pliensauvorstadt möchte ich das Wohncafé als einen Ort der Begegnung gestalten“, berichtet Michael Greco von der DRK Curavita, die das Café betreibt. Er ist der Ansprechpartner für alle Anliegen und jeden Tag von 10 bis 16 Uhr in der Stuttgarter Straße anzutreffen. Ihm ist es vor allem wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger das Programm mitgestalten. Zu diesem Zweck hatte er sich auch vor der Eröffnung bereits zweimal mit interessierten Bürgern getroffen und gemeinsam erste Ideen entworfen. „Die Resonanz war sehr gut. Beim ersten Treffen waren zwölf Leute da, dabei hätte ich mit etwa fünf gerechnet“, berichtete Greco. Er erhofft sich, dass im Wohncafé auch die Vielfalt des Stadtteils abgebildet werden kann, denn: „Die Pliensauvorstadt ist bunt und vielfältig. Das wollen wir hier auch sein.“

Leicht Kontakt finden

Das Projekt ist dabei wie folgt angedacht: Jeder kann sich einbringen. Wer sich also mit Stricken auskennt, kann einen Strickworkshop anbieten – wer viel reisen geht und seine Erfahrungen teilen möchte, kann im Wohncafé Urlaubsfotos zeigen. „Es geht einfach darum, dass die Menschen eine Anlaufstelle haben“, so Greco. „Viele Leute fühlen sich zu Hause einsam und wissen nicht, wohin sie gehen sollen. Im Wohncafé können sie leicht mit anderen Leuten in Kontakt kommen, das ist dann wie eine Art Wohnzimmer.“

300 000 Euro hat die Flüwo in den Umbau und die Ausstattung des ehemaligen Lebensmittelladens in der Stuttgarter Straße 41 investiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der große Raum ist hell und freundlich – die Küche ist komplett ausgestattet und bietet viel Raum für gemeinsames Kochen und Backen. Da das Wohncafé für alle zugänglich sein soll, ist es außerdem barrierefrei.

Der Nachbarschaftstreff hat das Ziel, den Stadtteil insgesamt aufwerten: „Es geht auch darum, die Lebensqualität in der Pliensauvorstadt zu steigern“, sagt Oberbürgermeister Jürgen. Allerdings sei in den letzten Jahren viel geschehen und der Stadtteil immer beliebter geworden. „Die Pliensau boomt“, fasst Zieger zusammen. Jetzt komme es auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger an.

Filzen und Fitness fürs Gehirn

Und das scheint durchaus vorhanden zu sein – erste Projekte sind bereits geplant. Am 14. September gibt es zum Beispiel den Workshop „Gehirnfitness to go“. Dabei soll das Gehirn durch spezielle Körperbewegungen aktiviert werden. Auch ein gemeinsames Filzen ist bereits für den 23. Oktober angedacht. Eine von den engagierten Bürgerinnen ist Gönül Poyraz: Zweimal im Monat will sie gemeinsam mit ihren Freundinnen ein Frühstück anbieten – und vielleicht dazu noch einmal im Monat ein Mittagsessen. Da sie früher im Mehrgenerationenhaus gearbeitet habe, kenne sie die meisten Leute in der Pliensauvorstadt. „Genügend Helfer habe ich auf alle Fälle“, ist sich Poyraz sicher.

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