Pablo Maffeo ist einer der größten Transferflops des VfB. Foto: Baumann - Baumann

Pablo Maffeo gilt als einer der größten Flops in der VfB-Geschichte. Der 10-Millionen-Mann, der in Stuttgart selten spielte, wurde nach Spanien in die dortige 2. Liga ausgeliehen – und berappelt sich dort langsam. Aber eine Rückkehr zum VfB kann er sich abschminken.

StuttgartVom Rekordtransfer zum größten Fehleinkauf der Vereinsgeschichte. Zum Millionen-Missverständnis. Wenn Fans des VfB Stuttgart den Namen Pablo Maffeo hören, stellen sich vielen noch immer die Nackenhaare auf. Steht der Abwehrspieler doch sinnbildlich für die vergangene Saison voller Pleiten, Pech und Pannen. Auch wenn der Zehn-Millionen-Euro-Einkauf wenig dafür konnte – spielte er doch so gut wie nie. Unvergessen der Spruch von Ex-Präsident Wolfgang Dietrich: „Der steht komplett quer im Stall.“

Vergessen und vorbei. Der VfB kämpft vor dem Duell am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Holstein Kiel um den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga, Maffeo in seiner Heimat um seine Reputation. In der Sommerpause wurde der 22-Jährige an seinen Ex-Club FC Girona in die zweite spanische Liga verliehen. Wo sich Maffeo im ersten Viertel der Saison zumindest stabilisiert hat. In den ersten sieben Saisonspielen kam der frühere U-21-Nationalspieler fast immer über die komplette Spielzeit zum Einsatz. Maffeo spielte gut, schaltete sich häufig in Angriffe ein – fast wie früher, wie langjährige Beobachter des katalanischen Zweitligisten urteilen. In den vergangenen Wochen wurde der Rechtsverteidiger allerdings von einer Adduktorenverletzung ausgebremst.

Der freie Fall des viel gepriesenen Top-Talents, das 2019 auf Empfehlung von Pep Guardiola von Manchester City nach Stuttgart wechselte, ist also zumindest gestoppt. In seiner alten Heimat hat der frühere spanische Juniorennationalspieler wieder Vertrauen gefasst. Auf Bildern, die er nach Siegen in den sozialen Netzwerken verbreitete, sieht man ihn inbrünstig jubeln – der volle Kontrast zu jenem Maffeo, dem in Stuttgart nur selten mal ein Lächeln über die Lippen kam. Den Ex-Trainer Markus Weinzierl einst suspendierte und gesondert von der Mannschaft trainieren ließ – wegen demonstrativer Lustlosigkeit und disziplinarischer Verfehlungen. Verordneten Extraschichten verweigerte er sich. Der frühere Dolmetscher Massimo Mariotti sagte in einem Interview mit dem Portal spox.com kürzlich über ihn: „Man hat sich beim VfB bestmöglich um Pablo gekümmert. Leider hat es mit der Integration nicht optimal funktioniert.“ Maffeo galt schnell als einer, der sein eigenes Ding dreht.

Rückkehr ausgeschlossen

Der Spanier selbst sagte über die Zeit beim VfB gegenüber spanischen Reportern nun: „Es waren persönliche Dinge zwischen mir, dem Club und dem Trainer. Aber das ist mir jetzt egal. Ich hoffe, dass es gut für sie läuft. Ich bin jetzt in Girona, die Mannschaft, bei der ich sein will. Im Moment stehe ich zwar noch in Stuttgart unter Vertrag, aber ich habe keine Beziehung zum Club und habe mit ihm auch nichts zu tun.“

Womit auch klar wäre, dass eine Rückkehr ausgeschlossen ist – trotz eines gültigen Vertrags bis 2023. Das Leihgeschäft endet nach dieser Saison. Maffeos Marktwert hat sich in den zurückliegenden anderthalb Jahren von zehn auf geschätzt drei Millionen Euro reduziert. Der VfB wird das Verlustgeschäft nicht mehr auffangen können – sollte Maffeo nicht doch noch durch die Decke gehen, Girona zum Aufstieg schießen und damit wiederum für andere Clubs interessant werden.

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