Noch Fragen zum Internet? Quelle: Unbekannt

Im Mehrgenerationen- und Bürgerhaus Pliensauvorstadt (MGBH) findet man jede Menge Angebote. Und die sind so bunt wie der Stadtteil.

ES-PliensauvorstadtBildungseinrichtung, Anlaufstelle für Ratsuchende und Treffpunkt für gemeinsame Freizeitaktivitäten: Im Mehrgenerationen- und Bürgerhaus Pliensauvorstadt (MGBH) findet man jede Menge Angebote. Und die sind so bunt wie der Stadtteil.

Als offenes Haus, in dem sich Menschen jeden Alters treffen können, war das 2006 eröffnete Bürgerhaus von Beginn an konzeptioniert. Offen zu sein für die Wünsche der Besucherinnen und Besucher und neuen Ideen Raum zu geben, gehört zum Credo von Patrick Schibat, der das Haus leitet. „Es ist mir wichtig, dass sich hier alle Generationen und alle Kulturen zuhause fühlen und auch die Bewohner des Pflegeheims, die ja nicht mehr so viel rauskommen dabei sein können.“

So ist das „Singen am Vormittag“, bei dem ein musikbegeistertes Ehepaar aus der Pliensauvorstadt Volkslieder und Schlager anstimmt, inzwischen eine Institution. „Das ist ein niedrigschwelliges Angebot, das auch bei den Bewohnern des Pflegeheims sehr gut ankommt“, sagt der Leiter, der froh ist, dass es dem MGBH nicht an Ehrenamtlichen mangelt. So haben sich im vergangenen Jahr 161 Frauen und Männer in ihrer Freizeit im Haus bürgerschaftlich engagiert – unter anderem als Mentorinnen und Mentoren am Bürger-PC. „Dank dieses Angebots muss niemand die ersten Schritte am Computer und im Internet alleine gehen“, erklärt Patrick Schibat. Zudem sind die Computer viel für Bewerbungsschreiben im Einsatz.

Oma-Opa-Service des Fördervereins

Längst etabliert hat sich der vom Förderverein Pliensauvorstadt ins Leben gerufene Spieletreff. „Meine Aufgabe ist es, den Ehrenamtlichen klar zu machen, dass immer auch neue Interessierte mit ins Spiel kommen können. Denn es ist wichtig, dass die Gruppen offen bleiben.“ Der Förderverein ist eine wichtige Stütze für das Bürgerhaus. Denn der Verein, der seine Geschäftsstelle im Haus hat und sich regelmäßig mit der Leitung austauscht, bietet auch einen Oma-und-Opa-Service an, engagiert sich beim Stadtteilfest und lädt drei bis vier Mal im Jahr zu Spaziergängen durch den Stadtteil ein. Bei diesen Spaziergängen durch die Vorstadt werden etwa die vom Architekten Albert Benz gebauten Villen in der Berkheimer Straße angeschaut oder Künstlerinnen und Künstler besucht, die in der Pliensauvorstadt ihr Atelier haben.

Fest im Jahreslauf verankert sind auch die Bastelnachmittage, die Gudrun Becker, Vorsitzende des Fördervereins Pliensauvorstadt, anbietet: ein Mal vor Ostern und ein zweites Mal in der Vorweihnachtszeit. „Das ist ein tolles Angebot“, sagt Patrick Schibat. „Denn da kommen Leute jeden Alters und aus verschiedenen Kulturkreisen.“ Und beim Basteln sind Bewohnerinnen und Bewohner des benachbarten Pflegeheims ebenfalls mit von der Partie. Auch der Offene Treff – Aktuelles Zeitgeschehen, den Matthias Pallmert ehrenamtlich vorbereitet, geht auf die Initiative des Fördervereins zurück. Dabei ist der Name Programm. „Wir sprechen dort über Themen, die lokal, regional, national und international gerade diskutiert werden“, erklärt Patrick Schibat. Zudem bleibt genügend Zeit, einen Kaffee zu trinken und mit anderen ins Gespräch zu kommen. „Denn wie mit allen unseren offenen Angeboten möchten wir auch Vereinsamung vorbeugen.“ Um das Bürgerhaus attraktiv zu halten „muss man immer auch was Neues bieten“. So gibt es wechselnde Ausstellungen im Haus – sei es von ambitionierten Hobbyfotografen, lokalen Künstlerinnen und Künstlern oder den Schülern der Pliensauschule. „Dadurch wird das Leben im Haus noch bunter, und es kommen neue Gäste“, sagt Patrick Schibat. So war er gleich dabei, als einige Frauen aus dem Quartier Raum für eine Zumba-Gruppe brauchten Auch der Witwentreff, der auf die Initiative einer ehrenamtlich Engagierten zurückgeht, hat sein Domizil im MGBH.

Das offene Bücherregal gehört seit Jahren zum Inventar des Hauses und wird viel genutzt. Da der Leiter aber gerne „noch mehr Leben reinbringen möchte“, plant er einen Lesekreis, „in dem zum Beispiel jeder seine Lieblingsbücher vorstellen kann“. Denn das Haus in der Weilstraße hat auch einen Bildungsauftrag. „Deshalb passt das jetzt begonnene Alphabetisierungsprojekt für Erwachsene so gut zu uns.“

Mehr Informationen zum Mehrgenerationen- und Bürgerhaus gibt es im Netz unter: www.buergerhaus-pliensauvorstadt.de

Viel Lob von den Besuchern

Besucher: Für seinen Jahresbericht 2018 hat Patrick Schibat, Leiter des Mehrgenerationen- und Bürgerhauses Pliensauvorstadt (MGBH), ein wenig Statistik betrieben und festgestellt, dass die Zahl der Nutzer im vergangenen Jahr einen Sprung nach oben gemacht hat. Waren es im Jahr 2017 insgesamt 68 Vereine, Institutionen, Initiativen, Projekte und sonstige Gruppen, die das Haus in der Weilstraße genutzt haben, ist ihre Zahl im vergangenen Jahr auf 80 angestiegen. „Im Jahr 2018 haben rund 24 000 Leute das Haus genutzt, also durchschnittlich 73 Nutzer pro Tag.“ 63 Prozent der Nutzer waren Frauen, 33 Prozent hatten einen Migrationshintergrund. Die meisten Besucher, nämlich im Schnitt 84, kommen an den Wochentagen ins Haus. Am Wochenende finden mehr private Nutzungen mit durchschnittlich 37 Personen statt. Denn im MBGH kann man auch Räume mieten.

Umfrage: Wie die Nutzer die Zusammenarbeit mit dem MBGH finden, auch das wollte Patrick Schibat wissen. „Es gab durchweg positives Feedback.“ So wurde sowohl der „gepflegte Zustand der Räumlichkeiten“ als auch die „tolle Angebotsvielfalt“ gelobt. Auch dass „immer auf die Wünsche der Engagierten eingegangen“ wird, kommt bei den Besuchern des Hauses gut an.

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