Johannes M. Fischer. Foto: Bulgrin - Bulgrin

Johannes M. Fischer über sein erstes Bürgerfest, seinen ersten Schwörtag und seinen ersten EZ-Lauf.

EsslingenVor fünf Wochen fing es an. Ich war neu in Esslingen, da fielen schon das erste Mal die Schlüsselwörter: Bürgerfest, Schwörtag, EZ-Lauf. In der Folge immer mal wieder, sodass mir sehr schnell klar wurde: Etwas Großes bahnt sich an. Der besondere Reiz für mich: Alles sollte das erste Mal sein. Ganz große Termine im Kalender vieler Esslinger. Und nun auch in meinem Kalender.

Viel, viel, viel! Zusammengefasst ist das mein erster starker Eindruck. Aus Erfahrung weiß ich, dass sich mit der Zeit weitere Eindrücke nach vorne schieben und miteinander mischen, andere zu einer schwachen Erinnerung verblassen. In einem Jahr werde ich vielleicht sagen, der Weg durch die stillen Weinberge blieb am stärksten haften, wo ich die ersten Eindrücke sacken lassen konnte. Ich nahm ihn, nachdem ich am Sonntag das Fest verlassen hatte, und kurz bevor ich meinen Laptop einpackte und in die Redaktion fuhr, um – das erste Mal – ein „Aufgespießt“ zu schreiben.

Das „viel, viel, viel“ ist eins der angenehmen Art, also keins im Sinne von „ist mir alles zu viel“, sondern von der neugierigen Sorte „es kann gar nicht genug sein“. Viele Musikstile in unterschiedlicher Lautstärke ( am Samstagabend blieb ich schließlich in einer schwofenden und wippenden Menge auf den Hafenmarkt bei den Flippmanns hängen), viele kulinarische Angebote (Vorsicht Pfunde!), viele Menschen, manchmal Enge (ich kam aber tatsächlich unfallfrei durch die Tage: keine Wein- oder Eisreste anderer Passanten), viele Spontangespräche und Statements etwa in der Wartewartewarteschlange beim Spanier und seinen Calamari („Ich gehe ja oft zu Stadtfesten. Aber Esslingen hat das das beste!“ Oder: „Das Beste an Stuttgart ist Esslingen!“).

Auch die Farbe des Festes veränderte sich vielfach: Hatte der Schwörtag am Freitagabend noch etwas vom Charme eines offiziellen Termins – die Gemeinderäte erschienen angesichts der Hitze zwar teilweise leger, aber trotzdem noch adrett gekleidet –, verwandelte sich das Ereignis am nächsten Tag in ein schlenderndes, vielfach durcheinanderredendes und lachendes Volksfest. Abends dominierten die Lautsprecher und brachten Rhythmus ins Blut. Die Musik, der Wein, das Bier, die Abendstimmung... Ab circa zehn Uhr lagen sich die Pärchen vermehrt in den Armen, fast so, als hätten sie sich abgestimmt. Und gleich am nächsten Tag: Es lebe der Sport! Laufen verbindet. Wie passend, dass es der EZ-Lauf ist, denn, wie der Schwörtag-Gastredner Bernhard Pörksen sagte: Lokaljournalismus verbindet auch.

Oh, was war das gerade? Eine Regung von Stolz, Teil dieser Wochenendgemeinschaft gewesen zu sein? Ja! Habe ich ja auch einen ganzen Monat drauf warten müssen.

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