Gisela Quelle: Unbekannt

Hell und freundlich präsentiert sich das Café am Zimmerbach im Oberesslinger Pflegeheim. Der Treffpunkt steht nicht nur den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses und ihren Gästen offen. Zum Konzept des Pflegeheims gehört es, sich in den Stadtteil zu öffnen, Angebote zu machen und neuen Ideen Raum zu bieten.

ES-OberesslingenHell und freundlich präsentiert sich das Café am Zimmerbach im Oberesslinger Pflegeheim. Durch die raumhohen Fensterscheiben können die Gäste beobachten, was sich auf der Straße gerade so tut. Die großen Fenster gewähren aber auch Einblicke in das einladende Café. Diese Blickbeziehungen sind durchaus gewollt. Denn der Treffpunkt steht nicht nur den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses und ihren Gästen offen. Zum Konzept des im Oktober 2017 eröffneten Pflegeheims gehört es, „dass wir uns ins Quartier und in den Stadtteil öffnen und auch Angebote machen“, erklärt Sylvia Danker vom Sozialdienst der Städtischen Pflegeheime.

Nach einem Platz für ein Pflegeheim hatte man in Ob eresslingen lange gesucht. Am Ende blieben drei mögliche Standorte. „Die Entscheidung für diesen Platz war genau richtig“, sagt Heimleiterin Ludmilla Keilmann. „Wir passen gut hier ins Quartier, das Haus ist zentral gelegen und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.“

Wie an jedem Wochentag füllt sich auch an diesem Montag um kurz nach 12 Uhr mittags das Café am Zimmerbach. Manche Gäste kommen zu zweit oder dritt, andere alleine. Man kennt sich, plaudert miteinander und tauscht Neuigkeiten aus. „Beim Mittagstisch ergeben sich immer wieder Gespräche, und so entstehen neue Bekanntschaften“, hat Ludmilla Keilmann beobachtet, die froh ist, dass sich der öffentliche Mittagstisch mittlerweile etabliert hat. „Nachdem es sich rumgesprochen hatte, hat der Platz bald nicht mehr ausgereicht.“ So kamen weitere Tische und Stühle hinzu. „Erfreulich ist auch, dass wir inzwischen viele Stammgäste haben.“ Zu denen gehört eine rund 20-köpfige Gruppe des evangelischen Krankenpflegevereins Oberesslingen, die sich lange im Café Lerche getroffen hatte. Vor rund einem Jahr hat Gertraud Fohrer, Geschäftsführerin des Krankenpflegevereins, dann das Café am Zimmerbach als neuen Treffpunkt für das wöchentliche gemeinsame Mittagsmahl auserkoren.

Während sich hauptamtliche Kräfte des Pflegeheims darum kümmern, dass niemand hungrig oder durstig vom Mittagstisch aufsteht, wird der Cafébetrieb am Nachmittag ausschließlich von rund 40 Ehrenamtlichen gestemmt. Den Grundstein für das ehrenamtliche Engagements hatte der im März 2015 gegründete Förderverein Pflegeheim Oberesslingen bereits vor der Eröffnung des Hauses in der Weiherstraße gelegt. „Der Verein ist wirklich sehr aktiv und hat auch die Idee des Cafébetriebs voran getrieben“, berichtet Ludmilla Keilmann. Da sich schnell weitere Ehrenamtliche aus der Nachbarschaft dem vom Förderverein organisierten Freiwilligenteam angeschlossen haben, „konnten wir das Café von Anfang an an vier Nachmittagen in der Woche öffnen“. Um künftig auch noch mittwochnachmittags Kaffee und Kuchen servieren zu können, sind weitere Ehrenamtliche willkommen.

Eltern-Kind-Café jeden ersten Dienstag im Monat

Das Café im Erdgeschoss des Pflegeheims bietet aber nicht nur Platz zum Mittagessen und Kaffeetrinken, sondern auch Raum für neue Ideen. Die hatte Diakonin Sabine Speidel. Seit Februar lädt die evangelische Kirchengemeinde Oberesslingen in Kooperation mit dem Pflegeheim am ersten Dienstags des Monats zu einem Eltern-Kind-Café ein. Während Eltern aus dem Stadtteil bei Kaffee und frisch gebackenen Waffeln miteinander ins Gespräch kommen, können sich die Kinder in einer von der Kirchengemeinde finanzierten Spie lecke vergnügen. „Das Angebot wird sehr gut angenommen, auch von unseren Bewohnern“, berichtet Sylvia Danker. „Es ist schön zu sehen, wie die Bewohner strahlen, wenn die Kinder auf sie zugehen“, fügt Ludmilla Keilmann hinzu. Um Alt und Jung zusammenzubringen, ist der Heimleiterin und ihrem Team die Zusammenarbeit mit den Oberesslinger Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen wichtig. „Es ist schön, wenn der Stadtteil zu uns kommt.“

Verschiedene Kooperationen sind zurzeit in Arbeit. Mit dem Chor der Herderschule hat es bereits geklappt. Auch rund 30 Sängerinnen und Sänger der Concordia Wäldenbronn waren schon zu Gast. Bei derartigen Veranstaltungen sind nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses willkommen. „Die Veranstaltungen sind öffentlich, denn wir verstehen uns ja als Teil des Stadtteils“, unterstreicht Sozialarbeiterin Sylvia Danker. Sie und Ludmilla Keilmann sind offen für weitere Ideen. Da ein Flügel zur Ausstattung des Cafés gehört, sind musikalische Beiträge problemlos zu organisieren. Aber auch Bilderausstellungen, ein offener Spieletreff oder ein Handarbeitskreis seien möglich.

Das Café am Zimmerbach in der Weiherstraße 41 hat zu folgenden Zeiten geöffnet: Montags bis freitags gibt es von 12 bis 13.30 Uhr einen öffentlichen Mittagstisch. Der Cafébetrieb läuft dienstags, donnerstags und freitags sowie am Sonntag von 14.30 bis 17 Uhr.

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