Der Lehrerverband fordert „eine massive Aufstockung der Mittel“. (Symbolbild) Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Zwei Milliarden Euro will die Bundesregierung in einem Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche nach der Corona-Pandemie ausgeben. Der Deutsche Lehrerverband hält diese Hilfen nicht für ausreichend.

Berlin - Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält das geplante Aufholprogramm für Nachhilfe und Bildungsangebote für Schüler nach den Sommerferien für „absolut unzureichend“. „Ohne eine massive Aufstockung dieser Mittel durch zusätzliche Länderprogramme in mindestens gleicher, am besten aber dreifacher Höhe werden die Fördermaßnahmen nicht wirklich greifen können“, sagte Meidinger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Das Programm der Bundesregierung war am Mittwoch vom Kabinett beschlossen worden. Es sieht insgesamt zwei Milliarden Euro für die Förderung von Kindern und Jugendlichen nach der Pandemie vor. Die Hälfte ist für Freizeit- und Ferienangebote sowie für zusätzliche Sozialarbeit an Schulen gedacht.

Verband sieht Bundesländer in der Pflicht

Der Deutsche Lehrerverband sieht jetzt auch die Bundesländer in der Pflicht, „sehr schnell ergänzende Maßnahmenpakete zu verabschieden“. Meidinger wies darauf hin, dass etwa in den Niederlanden ein Mehrfaches der Finanzmittel für die Sicherung der Bildungschancen nach Corona“ aufgewendet werde.

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Der Verbandspräsident zeigte sich auch enttäuscht darüber, dass noch keine genaueren Informationen zur Ausgestaltung der Programme vorliegen. „Eltern und Kinder müssen ganz schnell erfahren, was an Fördermöglichkeiten im nächsten Jahr vorhanden ist, um beispielsweise entscheiden zu können, ob ein freiwilliges Zusatzjahr die bessere Alternative ist“, sagte Meidinger. Die Zeit dränge enorm, denn „in sechs Wochen fangen in einigen Bundesländern schon die Sommerferien an“. Es sei fraglich, ob bis dahin bereits Klarheit über die möglichen Förderangebote bestehen werde.

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